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Zwischen Baumkronen

Eine Villa im Wald und Häuser im Baum, jeweils saniert mit Mineralwolle, bieten eine grüne Zuflucht im Herzen Deutschlands.

Oben in Baumkronen, versteckt in grünen Blättern, die ganz nah am Ohr im Wind rauschen, erleben Schwindelfreie ein beglückendes Waldgefühl und eine Robin-Hood’sche Vogelfreiheit. Die lockt immer mehr Menschen in die Kletterwälder oder auf Baumwipfelpfade. Auf kleinen Bauminseln lässt sich das Gefühl aber auch ganz still, allein oder zu zweit genießen, zumindest für die Dauer von ein paar Tagen. Doch von vorne:

Schatz gefunden

Als der Braunschweiger Architekt Thomas Funke zu einer Sanierung in den Kurort Bad Harzburg gerufen wurde, entdeckte er auf einem Nachbargrundstück eine herrschaftliche, aber verfallene Villa. Sie lag im Dickicht des Burgberges und unter grauen Putzschichten versteckt. Vor über hundert Jahren hatten die damals noch jungen Berliner Architekten Bruno Taut und Franz Hoffmann die Villa als Erholungsheim für Siemens-Mitarbeiter gebaut. Doch seit ca. 30 Jahren hatte das Erholungsheim ausgedient, seine Instandhaltung schien wenig lukrativ. Die Villa verfiel.

Als Funke das sah, dachte er: „Die Villa ist architektonisch viel zu wertvoll für den Verfall.“ Also kaufte er kurzerhand selbst das Areal samt Gebäude und plante darin einen Hotelbetrieb. Aber er sagt: „Wir können Architektur, aber nicht Hotellerie.“ Deshalb holte er sich mit seiner Hausbank einen vertrauten Investor und mit den Hoteliers Andreas und Karina Dörschel zwei erfahrene Pächter ins Boot.

Sanierung der Villa

Die Sanierung der Villa war umfangreicher als gedacht: Das denkmalgeschützte Bauwerk musste statisch ertüchtigt und energetisch saniert werden. Das steile Dach wurde komplett mit Mineralwolle gedämmt und mit orange-roten Schindeln neu, aber originalgetreu eingedeckt. Der Brandschutz ist hier im denkmalgeschützten, großflächigen Holztragwerk mitten im Wald besonders wichtig, deshalb kam Mineralwolle als Zwischensparrendämmung zum Einsatz. Die Außenwände erhielten eine Innenwanddämmung – im oberen, holzverkleideten Bereich aus Mineralwolle.

Außen restaurierten die Architekten die Fassade und stellten die ursprüngliche Ansicht von 1910 wieder her, mit der für Taut typischen heiteren, warmen Farbigkeit. Im Innern fanden sie unter den Tapetenschichten originale Wandmalereien, die sie freilegten und mit einem klassischen, aber zeitgenössisch-reduzierten Design kombinierten.

Doch die Villa macht nur den Auftakt für die verwunschene Waldzuflucht: Weil sie selbst nicht genügend Zimmer ermöglichte, um ein Hotel samt Spa und zwei Restaurants wirtschaftlich zu betreiben, errichteten die Architekten ein Appartementhaus und zehn Baumhäuser.

Baumhaus im Blattwerk

Seit der Jahrtausendwende entdecken wieder mehr Touristen Bad Harzburg. Weil die Region Zonenrandgebiet war ‒ die innerdeutsche Grenze war nur drei Kilometer entfernt ‒ ist der Harz hier ein weitestgehend naturbelassener und weitläufiger Urwald. Die Gäste kommen, um ebendiesen Wald zu erleben. Und jetzt auch, um einmal in einem Baumhaus zu nächtigen.

Funke sagt: „Mit den Baumhäusern schufen wir ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.“ Die Baumhäuser stehen auf Holzplattformen, die wiederum von Stahlträgern ca. fünf Meter ins Blattwerk gehoben werden. Nicht allein die Höhe verkomplizierte den Bau der Häuser, wie der Architekt erklärt: „Das Gelände ist sehr abschüssig, das macht die Gründung und die gesamte Logistik schwierig.“

Kerto mit Tolle und Mineralwolle

Die Häuser selbst bestehen aus jeweils sechs Kerto-Trägern aus Furnierschichtholz, die per CNC-Fräse mit dem Schwung einer Elvis-Tolle zugeschnitten wurden. Auf der einen Seite sind sie mit der Plattform verschraubt, auf der anderen, hochgeschwungenen Seite werden sie von Pfosten aus Furnierschichtholz getragen. Die Elvis-Träger sind außen mit Holz quer beplankt und mit einer Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle gedämmt. So entsteht ein höhlenartiger, komfortabler Innenraum mit großer Glasfassade in Richtung Tal.

Der Zusammenbau der Baumhäuser sowie deren gesamter Innenausbau fanden auf der angehobenen Plattform, zwischen den Baumkronen, statt. „Das war etwas umständlich, aber wir haben dazu gelernt“, sagt Funke und ergänzt: „Die noch kommenden Baumhäuser bauen wir vorher zusammen und heben sie dann fix und fertig als Einheit auf die Plattformen.“

Noch kommende Baumhäuser?! Tatsächlich geht das Baumhausprojekt in eine zweite Runde. Der Wald ist eben eine beliebte Zuflucht, eine einsame Insel im Blätterrauschen.

 

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Eine Villa alleine ist zu klein für ein Wellnessresort. Daher ergänzten die Architekten sie um ein Restaurant- und ein Spa-Gebäude, ein Appartementhaus und zehn Baumhäuser.

Die geschwungene Hülle der Baumhäuser besteht aus sechs Furnierschichtholzträgern und einer Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle.

Die Panoramaterrasse im grünen Blattwerk, ca. 5 Meter über dem Berghang, gibt den Blick aufs Tal frei.

Die Träger sind mit der Plattform verschraubt und werden an ihrem offenen Ende, an der Glasfassade, mit Pfosten gestützt.

 

Alle Fotos stammen von Sonnenhotels.

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