Mineralwolle ist ein Sammelbegriff für Dämmstoffe, die überwiegend aus mineralischen Rohstoffen hergestellt werden. Heute umfasst der Begriff vor allem Glaswolle und Steinwolle. Historisch zählte auch Schlackenwolle dazu, die jedoch in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt wird.
Dämmstoffe aus Mineralwolle gehören zu den am häufigsten eingesetzten Dämmstoffen in Europa. Sie werden im Neubau ebenso verwendet wie bei der energetischen Sanierung bestehender Gebäude und kommen in vielen Bereichen des Hochbaus zum Einsatz – vom Dach über die Fassade bis hin zu Decken, Wänden und technischen Anwendungen.
Glaswolle und Steinwolle verbinden mehrere Eigenschaften in einem Dämmstoff: Sie verringern Wärmeverluste, verbessern den Schallschutz und erfüllen als nichtbrennbare Dämmstoffe wichtige Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes. Je nach Anwendung können sie außerdem dazu beitragen, die Energieeffizienz sowie den Wohnkomfort zu erhöhen und die Aufheizung von Gebäuden im Sommer zu reduzieren.
Durch ihre lange Nutzungsdauer, ihre guten Verarbeitungseigenschaften und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eignen sich Mineralwolle-Dämmstoffe für unterschiedliche Anforderungen im Neubau und in der Sanierung.
Dämmstoffe aus Mineralwolle – also Glaswolle und Steinwolle – werden seit mehr als 80 Jahren für den Wärme-, Schall- und Brandschutz in Gebäuden eingesetzt.
Je nach Anwendung und Anforderungen werden Mineralwolle-Dämmstoffe in unterschiedlichen Lieferformen angeboten. Dazu gehören Filze, Matten, Dämmplatten, Rohrschalen oder lose Dämmstoffe. Diese Vielfalt ermöglicht den Einsatz in zahlreichen Bereichen.
Mineralwolle wird unter anderem zur Dämmung von Dächern, Fassaden, Innenwänden, Geschossdecken, Fußböden sowie von Heizungs- und Warmwasserleitungen verwendet. Auch an Fernwärmeleitungen, in technischen Anlagen und industriellen Anwendungen kommen Dämmstoffe aus Mineralwolle zum Einsatz.
Darüber hinaus werden Produkte aus Glaswolle und Steinwolle beispielsweise in Fertighauselementen, Klimakanälen, Feuerschutztüren oder Schornsteinsystemen eingesetzt. Aufgrund ihrer Eigenschaften verbessern sie den Wärme- und Schallschutz und verbessern als nichtbrennbare Dämmstoffe den vorbeugenden baulichen Brandschutz.
Dämmstoffe aus Mineralwolle zeichnen sich durch ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten aus. Glaswolle und Steinwolle können mit unterschiedlichen Baustoffen wie Holz, Beton, Ziegel, Gips oder Dachsteinen kombiniert werden und erfüllen dabei Anforderungen an Wärme-, Schall- und Brandschutz.
Die Materialeigenschaften von Mineralwolle beruhen auf ihrer besonderen Faserstruktur. Zwischen den feinen Mineralwollfasern bilden sich zahlreiche Luftporen. Die in der Wolle eingeschlossene Luft sorgt dafür, dass Mineralwolle eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt – je nach Produkt etwa 0,030 bis 0,042 W/(m·K). Die offenporige Struktur von Glaswolle und Steinwolle trägt außerdem dazu bei, Luftschall und Körperschall wirksam zu reduzieren.
Glaswolle und Steinwolle sind diffusionsoffen. Fachgerecht eingebaut, können Dämmstoffe aus Mineralwolle damit dazu beitragen, Feuchtigkeit in der Konstruktion besser austrocknen zu lassen. Entscheidend ist dabei immer ein sorgfältig geplanter und ausgeführter Bauteilaufbau.
Gleichzeitig werden Mineralwolle-Dämmstoffe überwiegend aus mineralischen Rohstoffen wie Altglas, Sand, Feldspat, Dolomit, Kalkstein oder Basalt hergestellt. Aufgrund ihrer Materialeigenschaften werden Glaswolle und Steinwolle als nichtbrennbare Dämmstoffe eingestuft und tragen damit zum vorbeugenden baulichen Brandschutz bei.
Ihre Formstabilität und Flexibilität ermöglichen den Einsatz von Mineralwolle-Dämmstoffen in zahlreichen Anwendungen vom Dach bis zum Keller. Bei fachgerechter Ausführung bleibt ihre Dämmleistung langfristig erhalten; die Lebensdauer der Dämmung entspricht dabei üblicherweise der des Bauteils. Das sind meist mindestens 50 Jahre.[1] Darüber hinaus lassen sich viele Mineralwolle-Produkte vergleichsweise einfach verarbeiten und an unterschiedliche Konstruktionen anpassen.
[1] FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e. V.: Umwelt-Produktdeklarationen für Mineralwolle-Dämmstoffe im hohen, mittleren und niedrigen Rohdichtebereich, veröffentlicht im EPD-Programm des Instituts Bauen und Umwelt e. V. (IBU). https://ibu-epd.com/veroeffentlichte-epds/, abgerufen am 27. Juli 2026.
Mineralwolle-Dämmstoffe bestehen überwiegend aus mineralischen Rohstoffen. Bei der Herstellung von Glaswolle und Steinwolle werden auch Recyclingmaterialien und Sekundärrohstoffe, wie zum Beispiel Altglas, eingesetzt.
Durch die offenporige, faserige Struktur der Wolle entsteht aus einer vergleichsweise kompakten Rohstoffmenge ein deutlich größeres Dämmstoffvolumen. Aus einem Kubikmeter Rohstoff können rechnerisch je nach Rohdichte bis zu rund 150 Kubikmeter Dämmstoff entstehen.[2]
Die für die Herstellung von Glaswolle und Steinwolle eingesetzten Rohstoffe und Recyclingmaterialien stammen überwiegend aus Deutschland und Mitteleuropa. Glaswolle wird größtenteils aus mineralischen Rohstoffen hergestellt; der Anteil an Recyclingglas kann bis zu 80 Prozent betragen. Weitere Rohstoffe sind unter anderem Dolomit, Kalk und Sand sowie rückgeführte Produktionsreste.
Steinwolle besteht überwiegend aus natürlich vorkommenden Gesteinen wie Diabas, Basalt oder Dolomit; der Anteil einzelner Gesteinsarten kann je nach Zusammensetzung variieren. Außerdem können sogenannte zementgebundene Formsteine eingesetzt werden, die unter anderem recycelte Steinwolle-Abfälle enthalten.[3]
[2] Modellrechnung des FMI auf Basis angenommener Rohdichten von Rohstoffen und Mineralwolle-Dämmstoffen. Die tatsächlichen Werte können je nach Produkt und Herstellungsverfahren variieren.
[3] FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e. V.: Umwelt-Produktdeklarationen für Mineralwolle-Dämmstoffe im hohen, mittleren und niedrigen Rohdichtebereich, veröffentlicht im EPD-Programm des Instituts Bauen und Umwelt e. V. (IBU). https://ibu-epd.com/veroeffentlichte-epds/, abgerufen am 27. Juli 2026.
Darüber hinaus werden Produktionsreste aus der Herstellung von Mineralwolle wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Insbesondere Mineralwolle-Produkte mit niedriger Rohdichte lassen sich für Transport und Lagerung stark komprimieren, wodurch Verpackungs- und Transportkapazitäten effizient genutzt werden können. Kurze Transportwege und die Nutzung regional verfügbarer Rohstoffe können zusätzlich dazu beitragen, transportbedingte Umweltwirkungen zu verringern.
Bei der Bewertung eines Dämmstoffs wird heute zunehmend der gesamte Lebenszyklus betrachtet – von der Herstellung über den Einbau und die Nutzung bis zum Rückbau. Mineralwolle-Dämmstoffe tragen durch ihre lange Nutzungsdauer und ihre Wirkung in der Nutzungsphase dazu bei, den Energiebedarf eines Gebäudes langfristig zu reduzieren.
Die für Herstellung und Transport eingesetzte Energie kann durch die Energieeinsparung während der Nutzung oft bereits nach kurzer Zeit ausgeglichen werden.[4] Indem sie Wärmeverluste verringert, hilft eine Mineralwolldämmung, den Heiz- und Kühlenergiebedarf sowie die damit verbundenen CO₂-Emissionen über die Nutzungsdauer eines Gebäudes zu reduzieren. Für Hausbesitzer kann dies langfristig auch niedrigere Energiekosten bedeuten.
[4] Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München (FIW München): Graue Energie und Graue Emissionen von Dämmstoffen im Vergleich zum Einsparpotential, Forschungsbericht FO-2020/06, München, 2020. Online abrufbar unter: https://buveg.de/wp-content/uploads/2021/09/202107019_FIW_GraueEnergie_vs._Einsparpotential.pdf, abgerufen am 27. Juli 2026.
Qualitätszeichen wie das RAL Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ und KEYMARK geben Orientierung bei der Auswahl von Mineralwolle-Dämmstoffen. Sie dokumentieren, dass definierte Qualitäts-, Prüf- und Sicherheitsanforderungen eingehalten und regelmäßig überwacht werden.
Mineralwolle-Produkte dürfen in Deutschland nur verwendet werden, wenn sie die geltenden Anforderungen erfüllen. Das RAL Gütezeichen dokumentiert die Einhaltung der deutschen Freizeichnungskriterien für Produkte aus Mineralwolle.
Auch KEYMARK bietet Orientierung: Das freiwillige europäische Zertifizierungszeichen bestätigt, dass ausgewiesene Produkteigenschaften regelmäßig durch unabhängige Stellen geprüft und überwacht werden. Vergeben wird das Zeichen durch DIN CERTCO.
Für Planer, Bauherren und Hausbesitzer sind diese Kennzeichnungen eine wichtige Hilfe, um Qualität, Sicherheit und Produkteigenschaften von Mineralwolle-Dämmstoffen besser einordnen zu können. Hinweise auf entsprechende Qualitätszeichen finden sich in der Regel auf dem Produktetikett oder in den Produktunterlagen des Herstellers.
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Praktische Tipps zur Dämmung mit Mineralwolle erhalten Sie in unserem Blog.