Geld vom Staat: Hohe Fördergelder für Neubau und Sanierung erhalten

Weniger Heizkosten und spürbar mehr Wohnkomfort – eine Dämmung, z.B. aus Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle), rechnet sich über die Jahre durch die gesparten Energiekosten. Dafür muss jedoch zunächst einmal investiert werden. Da ist es gut zu wissen, dass man diese Investition nicht alleine tragen muss. Hilfe bekommt man, wenn man eines der zahlreichen Förderprogramme für Dämmung von Bund oder Ländern in Anspruch nimmt. Sie wenden sich sowohl an Bauherren von Neubauten als auch an Eigentümer eines bestehenden Hauses, die den energetischen Standard ihrer Immobilie verbessern möchten.

Gute Nachrichten für alle Hauseigentümer, Mieter und Pächter: Seit Januar 2021 wird die energetische Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden mit noch höheren staatlichen Zuschüssen gefördert: Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) verbessert die Förderung von energetischen Sanierungen durch Einzelmaßmaßnahmen. Für Wohngebäude bedeutet das ab sofort Fördergelder bis zu 15.000 Euro pro Maßnahme, für Nichtwohngebäude sind bis zu 200 Euro pro saniertem Quadratmeter möglich.

Alternativ können Besitzer von Wohnhäusern die einzelnen energetischen Sanierungsmaßnahmen auch steuerlich absetzen und insgesamt bis zu 40.000 Euro Steuern sparen. Wer mit seinem Wohnhaus im Zuge einer umfangreichen Modernisierung einen Effizienzhaus-Standard erreicht, kann maximale Zuschüsse von 48.000 Euro erhalten.

Für wen sich welche Förderung eignet und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier:

Wohn- und Nichtwohngebäude: Zuschüsse bis zu 25 % bzw. 20 % für energetische Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Für die energetische Sanierung eines Gebäudes können Antragstellende im Rahmen der BEG EM ab sofort einen Investitionszuschuss für entsprechende Einzelmaßnahmen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, beantragen. Zu den förderfähigen energetischen Einzelmaßnahmen gehören neben einer energieeffizienten Anlagentechnik (Beheizung, Lüftung) und der Erneuerung von Fenstern, Außentüren vor allem Dämmarbeiten an Dächern, Außenwänden oder Geschossdecken, z.B. mit Mineralwolle.

Folgende Bedingungen müssen dabei erfüllt sein:

  • Der Bauantrag oder die Bauanzeige des Gebäudes liegt mindestens 5 Jahre zurück
  • Das energetische Niveau des Gebäudes – bei einer Mindestnutzungsdauer von 10 Jahren – wird verbessert
  • Die technischen Mindestanforderungen an die jeweilige Einzelmaßnahme sind einzuhalten und nachzuweisen (s. unten – Tab. 1)
  • Ein Fachunternehmen führt die Modernisierungsmaßnahmen durch

Um im Rahmen der BEG EM von den staatlichen Zuschüssen zu profitieren, binden Sie vor Maßnahmenbeginn unbedingt einen Energieeffizienz-Experten ein. Nur der Energieeffizienz-Experte kann die für Sie und Ihr Gebäude besten Maßnahmen ermitteln und im Anschluss die maximale Förderung dafür beantragen.

Wohnhäuser: Mit dem 5%-iSFP-Bonus bis zu 15.000 Euro Förderung erhalten

Pro Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle winkt bei der energetischen Wohnhaussanierung ein Investitionszuschuss von 20 % – die förderfähige Investitionssumme ist dabei auf 60.000 Euro gedeckelt. Wer zum Beispiel plant, das Dach seines Wohnhauses mit Mineralwolle zu dämmen, kann sich dafür 20 % der Sanierungskosten – maximal 12.000 Euro – durch das BAFA erstatten lassen. Und es kommt noch besser: Setzen Sie die Maßnahme im Rahmen eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) um, können Sie diese hohen Fördersummen weiter aufstocken. Mit dem 5%-iSFP-Bonus steigt der Fördersatz auf insgesamt 25 % und somit 15.000 Euro. Ein weiteres Plus ist, dass der Staat bereits für die Erstellung des iSFP bis zu 80 % der Kosten übernimmt.

Mithilfe des iSFP kann der von Ihnen beauftragte Energieeffizienz-Experte die einzelnen Modernisierungsmaßnahmen klug planen und alle Förderoptionen ausloten. So erhalten Sie schon ab dem ersten Sanierungsschritt mehr Geld, wenn die entsprechende Einzelmaßnahme innerhalb von 15 Jahren nach iSFP-Erstellung umgesetzt wird.

Nichtwohngebäude: Pro Quadratmeter bis zu 200 Euro geschenkt

Bei der energetischen Gebäudemodernisierung von Nichtwohngebäuden winken für Einzelmaßnahmen, bei förderfähigen Kosten von bis zu 1.000 Euro je m² Nettogrundfläche, Zuschüsse in Höhe von 20 %. Das entspricht bis zu 200 Euro je saniertem Quadratmeter. Die förderfähige Investitionssumme ist hierbei auf 15 Mio. Euro gedeckelt. Für einzelne Sanierungsmaßnahmen von Nichtwohngebäuden, wie zum Beispiel eine Außenwanddämmung aus Mineralwolle, können Sie sich damit bis zu 3 Mio. Euro erstatten lassen.

Weitere Informationen zur BEG EM finden Sie in unserem kostenlosen Whitepaper „BEG: Förderung Einzelmaßnahmen“.

Tab. 1 –  Wärmedämmung: Die Einzelmaßnahmen und technischen Anforderungen im Überblick (WG & NWG)

(Tabelle vergrößert sich beim Anklicken)

Bis zu 40.000 Euro Steuern sparen: Haussanierung durch energetische Einzelmaßnahmen

Seit dem 1.1.2020 sind die Kosten für die Sanierung von selbst genutzten Wohnimmobilien steuerlich abzugsfähig. Wer im Besitz einer über zehn Jahre alten Wohnimmobilie ist und diese für private Wohnzwecke nutzt, kann jetzt bei Sanierungsmaßnahmen von Steuererleichterungen profitieren.

Von der Steuer absetzbar sind die Dämmung von Wänden, Dächern und Geschossdecken, der Austausch von Fenstern und Türen, der Einbau oder die Optimierung von Lüftungsanlagen oder Heizungen sowie der Einbau eines Gebäudeenergiemonitorings. Über einen Zeitraum von drei Jahren können Hausbesitzer für die genannten Einzelmaßnahmen 20 % der Sanierungskosten sparen und insgesamt bis maximal 40.000 Euro absetzen.

Dabei gelten diese Voraussetzungen:

  • Die Sanierung wurde nach dem 1.1.2020 begonnen
  • Der Energiestandard der Immobilie wird verbessert
  • Die energetische Gebäudesanierung wird von einem Fachunternehmen ausgeführt, das Ihnen anschließend eine Fachunternehmererklärung sowie Rechnung ausstellt
  • Im Bereich Dämmung werden eine oder mehrere förderfähige Ein­zelmaßnahmen bei der energetischen Modernisierung Ihres Hauses durchgeführt und dabei die techni­schen Mindestanforderungen an das modernisierte Bauteil erfüllt

Die Mindestanforderungen sind dem Profi übrigens bekannt, da sie den bisherigen Anforderungen an Einzelmaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entsprechen (mehr dazu weiter unten):

Tab. 2 –  Wärmedämmung: Die Einzelmaßnahmen und technischen Anforderungen im Überblick

(Tabelle vergrößert sich beim Anklicken)

Gut zu wissen: Ein großer Vorteil der steuerlichen Förderung ist, dass sie ganz unbürokratisch und ohne Antrag funktioniert. Als Nachweis genügt den Finanzämtern die Rechnung über die Sanierungsmaßnahme und eine sogenannte Fachunternehmererklärung, die einfach der Einkommensteuererklärung beigelegt werden.

Die Förderung gilt im Zeitraum vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2029 und bis zu einer Investitionssumme von 200.000 Euro für eine oder mehrere Einzelmaßnahmen.

Das Wichtigste auf einen Blick: Kostenloses Whitepaper „Steuerliche Förderung“ downloaden

KfW-Zuschüsse als Alternative zur BEG EM und steuerlichen Förderung

Für wen die BEG EM oder die steuerliche Förderung nicht in Frage kommt, der kann sich für einen anderen Förderweg über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, entscheiden. Die KfW als Förderbank des Bundes vergibt zinsgünstige Kredite inkl. Tilgungszuschuss oder einen Investitionszuschuss, mit denen energieeffizientes Bauen, Sanieren oder der Kauf einer energieeffizient gebauten Immobilie unterstützt werden.

Bitte beachten Sie: Die Kredite und den Investitionszuschuss können Sie noch bis zum 30.06.2021 bei der KfW bean­tragen. Ab dem 01.07.2021 erfolgt die Antragstellung auf die neuen Förder­kredite und Zuschüsse bei der BEG.

Für welche Dämmmaßnahmen können Sie KfW-Förderungen beantragen?

Die Bandbreite der förderfähigen Maßnahmen ist groß. Bei der Errichtung eines Neubaus oder beim Kauf zählt, dass insgesamt ein Effizienzhaus entsteht oder erworben wird.

Bei Sanierungsprojekten können sowohl eine umfassende Sanierung als auch energetische Einzelmaßnahmen gefördert werden: zum Beispiel das Dämmen von Wänden, Dachflächen, Geschoss- oder Kellerdecken.

Wie sieht eine KfW-Förderung für Dämmung konkret aus?

Für die Sanierung von alten Wohngebäuden oder den Kauf von sanierten Wohnungsaltbauten erhöhte die KfW 2020 ihren Kreditrahmen auf 120.000 Euro und ihren Tilgungszuschuss um jeweils 12,5 % auf maximal 48.000 Euro pro Wohneinheit, abhängig vom Energiestandard und der Kredithöhe.

Wichtig: Um die KfW-Förderung zu nutzen, ist die vorherige Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Pflicht!

Option 1 (Kreditprogramm 151/152):

Der Kredit wird vor Beginn der Baumaßnahme oder vor dem Kauf über die Hausbank beantragt, die die Gesamtfinanzierung des Projekts abwickelt. Je nach erreichtem energetischen Standard gewährt die Bank zusätzlich ein Tilgungszuschuss. Der Kredit muss dann nicht vollständig zurückgezahlt werden.

Voraussetzung:

  • Es handelt sich um selbstgenutzte oder vermietete Wohngebäude oder Eigentumswohnungen, für die vor dem 1.1.2002 der Bauantrag erstellt oder die Bauanzeige erstattet wurde.
Option 2 (Zuschussprogramm 430):

Sie können einen Investitionszuschuss für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Wohngebäude beantragen. Dann bezahlt die KfW je nach erreichtem Sanierungsziel bis zu 40 % der förderfähigen Kosten. Damit sind Zuschüsse bis maximal 48.000 Euro pro Wohneinheit möglich – vorausgesetzt, das Wohnhaus erreicht ein Effizienzhausniveau (KfW-Denkmal bis KfW 55).

Darüber hinaus bietet die KfW auch Förderungen für den Kauf oder den Bau von energieeffizienten Wohnungsneubauten (Kreditprogramm 153) und für die energieeffiziente Sanierung von Nichtwohngebäuden an.

Tab. 3 –  Auf dem Weg zum energieeffizienten Wohngebäude:
Die Förderstufen der KfW

(Tabelle vergrößert sich beim Anklicken)

KfW-Effizienzhaus: Die Förderstufen im Überblick

Mehr zu den Förderprogrammen der KfW lesen Sie hier.

Was brauche ich, um eine KfW-Förderung für Dämmung zu erhalten?

Bei Neubau: Wenn Sie selbst den Bau in Auftrag geben, benötigen Sie die Bestätigung eines Sachverständigen, der die Effizienzhaus- oder Passivhauseigenschaft des geplanten Gebäudes bescheinigt. Beim Kauf eines schlüsselfertigen Baus lässt man am besten den jeweiligen KfW-Effizienzhaus-Standard in den Vertrag aufnehmen.

Bei Sanierung: Für die Förderung einer Sanierungsmaßnahme müssen Sie vor Beginn einen Energieberater ins Boot holen. Der Energieeffizienz-Experte fertigt das Sanierungskonzept an, begleitet den Bau und erstellt nach Abschluss der Maßnahme die erforderliche „Bestätigung nach Durchführung“ im KfW-Zuschussportal, mit der Sie anschließend die Auszahlung der Fördermittel veranlassen können.

Wo gibt es weitere Informationen zur KfW-Förderung für Dämmung?

Detaillierte Informationen erhalten Sie von Ihrer Bank, von qualifizierten Energieberatern und natürlich direkt von der KfW:

Kreditprogramm 151/152 Energieeffizient Sanieren

Kreditprogramm 153 Energieeffizient Bauen

Zuschussprogramm 430 Energieeffizient Sanieren

Einen Überblick zu den Neuerungen der KfW-Förderung bieten außerdem die Whitepapers:

–  „KfW Einzelmaßnahmen“

„KfW-Förderung Effizienzhaus“

Energetische Gebäudesanierung: Die passende Förderung finden

Die Investition in die Energieeffizienz beim Gebäude lohnt sich mehr denn je. Eine Mineralwolldämmung, egal ob an Dächern, Wänden oder Geschossdecken, erfüllt dabei alle technischen Mindestanforderungen für die über die BEG, KfW oder steuerlich geförderten Sanierungsmaßnahmen.

Aufgepasst: Immobilienbesitzer müssen sich für einen Förderweg entscheiden, denn kombinieren lassen sich die Förderwege zur energetischen Sanierung nicht. Das heißt, nur wer zum Beispiel noch keine BEG- oder KfW-Förderung für dieselbe Maßnahme beantragt oder erhalten hat, kann überhaupt einen Steuerabzug für Sanierungen geltend machen und umgekehrt.


Wichtig: Möchten Sie ein Förderprogramm der BEG oder KfW in Anspruch nehmen, ist die Einbeziehung eines Energieberaters obligatorisch. Im Rahmen der steuerlichen Förderung kann der Hausbesitzer zwar selbst entscheiden, ob er einen Experten einschaltet. Zu empfehlen ist dies aber allemal.

Ein Energieberater vor Ort kann die optimalen Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten kompetent und genau einschätzen. Mit dieser Kostenaufstellung können sich Immobilienbesitzer an die Steuerberater und an die entsprechenden Beratungsstellen wenden, um die jeweils beste Fördermöglichkeit ausrechnen zu lassen.

Übrigens ist auch die Energieberatung für Wohn- wie auch Nichtwohngebäude förderfähig!

 

(Stand: 01.2021)

Übersicht Dämmen - die Vorteile