Von A wie Akustikdecke bis Z wie Zwischensparrendämmung: Dieses Glossar erklärt wichtige Begriffe rund um Dämmung, Mineralwolle, Wärme-, Schall- und Brandschutz sowie Bauphysik und nachhaltiges Bauen – kompakt und verständlich.
Eine Akustikdecke ist eine Deckenbekleidung oder Unterdecke, die Schall absorbiert und dadurch den Nachhall in einem Raum verringern kann.
Sie wird beispielsweise in Büros, Schulen, Veranstaltungsräumen oder Wohngebäuden eingesetzt, um die Raumakustik und Sprachverständlichkeit zu verbessern.
Je nach System kommen unterschiedliche schallabsorbierende Materialien wie Mineralwolle zum Einsatz.
Verwandte Begriffe: Raumakustik · Schallabsorption · Mineralwolle · Schallschutz
Altglas ist gebrauchtes Glas, das gesammelt, sortiert und aufbereitet wird, damit es erneut als Rohstoff genutzt werden kann. Dazu gehört sowohl Flachglas aus alten Fenstern oder PKW wie auch Behälterglas aus den Haushaltssammlungen.
Bei der Herstellung von Glaswolle wird aufbereitetes Recyclingglas als Rohstoff eingesetzt. Dadurch kann bereits vorhandenes Glas wieder in die Herstellung neuer Dämmstoffe einfließen.
Verwandte Begriffe: Glaswolle · Recycling · Mineralwolle-Recycling · Kreislaufwirtschaft
Die Aufsparrendämmung ist eine Form der Dachdämmung, bei der die Dämmschicht oberhalb der tragenden Sparren angeordnet wird. Dadurch entsteht eine weitgehend durchgehende Dämmebene, die den Einfluss der Sparren als Wärmebrücken verringert.
Das Verfahren kommt sowohl im Neubau als auch bei Dachsanierungen zum Einsatz. Für eine Aufsparrendämmung stehen unterschiedliche Dämmstoffe zur Verfügung, darunter auch Mineralwolle.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Zwischensparrendämmung · Untersparrendämmung · Wärmebrücke
Als Außendämmung werden Dämmmaßnahmen bezeichnet, bei denen die Wärmedämmung auf der Außenseite eines Bauteils angeordnet wird. Besonders häufig betrifft dies die Außenwände eines Gebäudes.
Mögliche Konstruktionen sind beispielsweise Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), vorgehängte hinterlüftete Fassaden oder zweischalige Außenwände. Für solche Fassadenkonstruktionen kann je nach System auch Mineralwolle eingesetzt werden.
Welche Lösung geeignet ist, richtet sich nach dem Gebäude, der Konstruktion und den jeweiligen Anforderungen.
Verwandte Begriffe: Fassadendämmung · WDVS · Hinterlüftete Fassade · Gebäudehülle
Basalt ist ein vulkanisches Gestein und kann als mineralischer Rohstoff für die Herstellung von Steinwolle eingesetzt werden.
Welche Gesteinsrohstoffe verwendet werden, hängt vom jeweiligen Herstellungsverfahren und der Rohstoffrezeptur ab.
Verwandte Begriffe: Steinwolle · Dolomit · Mineralwolle
Behaglichkeit beschreibt, wie angenehm Menschen die Bedingungen in einem Raum empfinden. Dabei spielen unter anderem Raum- und Oberflächentemperaturen, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und persönliche Faktoren, aber auch die Geräuschbelastung, d. h. der Schallschutz, eine Rolle.
Eine gedämmte Gebäudehülle kann dazu beitragen, starke Temperaturunterschiede an Bauteiloberflächen zu reduzieren und damit die thermische Behaglichkeit zu verbessern.
Verwandte Begriffe: Raumklima · Luftfeuchtigkeit · Wärmedämmung · Wohngesundheit
Bindemittel werden bei verschiedenen Bau- und Dämmstoffen eingesetzt, um einzelne Bestandteile miteinander zu verbinden und dem Produkt die gewünschte Form und Festigkeit zu geben.
Auch bei der Herstellung von Mineralwolle werden Bindemittel in geringen Mengen eingesetzt. Die Mineralfasern werden mit einer wässrigen Bindemittellösung besprüht, die anschließend ausgehärtet wird. Je nach Produkt können die Bindemittel aus unterschiedlichen organischen Bestandteilen bestehen. Verwendet werden beispielsweise auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Bindemittel oder Kunstharze.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · Glaswolle · Steinwolle
Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung. Er wird für Produkte und Dienstleistungen vergeben, die die jeweils geltenden Vergabekriterien der entsprechenden Produktgruppe erfüllen.
Für emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für Innenanwendungen bestehen eigene Kriterien. Auch einzelne Produkte aus Mineralwolle können entsprechend ausgezeichnet sein. Die Kennzeichnung gilt jeweils für das geprüfte Produkt und nicht pauschal für einen Dämmstoff oder eine Materialgruppe.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · Wohngesundheit · Innenraumluft · RAL Gütezeichen
Der Blower-Door-Test ist ein Messverfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes. Dabei wird mit einem Ventilator ein definierter Unter- oder Überdruck erzeugt und gemessen, wie viel Luft durch Leckagen der Gebäudehülle strömt.
Der Test überprüft die Qualität der luftdichten Ebene und kann helfen, Undichtigkeiten aufzuspüren.
Verwandte Begriffe: Gebäudehülle · Luftdichtheit · Dampfbremse · Energieeffizienz
Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen, kurz BNB, ist ein Instrument zur Bewertung der Nachhaltigkeit insbesondere öffentlicher Bauvorhaben. Es betrachtet unterschiedliche Nachhaltigkeitsfaktoren eines Gebäudes anhand festgelegter Kriterien.
Dazu gehören ökologische, ökonomische, soziokulturelle und funktionale Aspekte ebenso wie technische und prozessbezogene Qualitäten.
Verwandte Begriffe: Nachhaltiges Bauen · DGNB · Ökobilanz · Lebenszyklus
Brandschutz umfasst bauliche, anlagentechnische und organisatorische Maßnahmen, die der Entstehung und Ausbreitung von Bränden entgegenwirken und deren Auswirkungen begrenzen sollen.
Im baulichen Brandschutz spielen unter anderem das Brandverhalten der verwendeten Baustoffe und der Feuerwiderstand kompletter Bauteile eine Rolle. Mineralwolle-Dämmstoffe aus Glaswolle und Steinwolle sind je nach Produkt der Euroklasse A1 oder A2 zugeordnet und damit nichtbrennbare Baustoffe.
Verwandte Begriffe: Nichtbrennbarkeit · Euroklassen A1 und A2 · Mineralwolle · Feuerwiderstand
Eine CO₂-Bilanz erfasst die Treibhausgasemissionen eines Produkts, Gebäudes, Unternehmens oder Prozesses im Lebenszyklus. Die Ergebnisse werden in der Regel als CO₂-Äquivalente (CO₂e) angegeben. Damit lassen sich neben Kohlendioxid auch weitere Treibhausgase berücksichtigen.
Je nach Fragestellung und Bilanzgrenze können unterschiedliche Phasen einbezogen werden, beispielsweise Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Nutzung sowie Rückbau, Recycling oder Entsorgung.
Für die Einordnung einer CO₂-Bilanz ist deshalb wichtig zu wissen, welche Systemgrenzen, Annahmen und Zeiträume der Berechnung zugrunde liegen.
Verwandte Begriffe: CO₂-Fußabdruck · Ökobilanz · Lebenszyklus · EPD
Der CO₂-Fußabdruck beschreibt die Treibhausgasemissionen, die einer Person, einem Produkt, einer Organisation oder einem Gebäude innerhalb eines festgelegten Betrachtungsrahmens zugerechnet werden. Die Ergebnisse werden in der Regel als CO₂-Äquivalente (CO₂e) angegeben. So lassen sich neben Kohlendioxid auch weitere Treibhausgase berücksichtigen.
Welche Emissionsquellen und Lebenszyklusphasen einbezogen werden, hängt von der jeweiligen Berechnung und ihren Systemgrenzen ab. Deshalb ist für die Einordnung wichtig, welcher Betrachtungsrahmen zugrunde liegt.
Die Begriffe CO₂-Fußabdruck und CO₂-Bilanz werden teilweise ähnlich verwendet.
Verwandte Begriffe: CO₂-Bilanz · Ökobilanz · Lebenszyklus · Nachhaltiges Bauen
CPR steht für Construction Products Regulation und bezeichnet die europäische Bauproduktenverordnung. Die bisherige Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011 und die neue Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 legen harmonisierte Regeln für das Inverkehrbringen und die Bereitstellung von Bauprodukten in der Europäischen Union fest.
Die CPR regelt unter anderem, wie Leistungen und wesentliche Eigenschaften von Bauprodukten angegeben werden. Dazu gehören zukünftig auch Informationen zu Umwelt- und Sicherheitsaspekten sowie zur Lebenszyklusbewertung. Die neue Bauproduktenverordnung gilt in ihren wesentlichen Teilen seit dem 8. Januar 2026 und ist für die jeweiligen Bauprodukte anzuwenden, sobald eine neue harmonisierte Norm für diese erstellt und in Kraft getreten ist.
Verwandte Begriffe: EPD · DIN EN 15804 · Nachhaltiges Bauen · Wärmedämmstoff
Eine Dachdämmung reduziert den Wärmetransport über das Dach. Dadurch geht im Winter weniger Wärme nach außen verloren und im Sommer wird der Wärmeeintrag in die Innenräume verringert.
Je nach Dachkonstruktion kommen unterschiedliche Dämmverfahren infrage, beispielsweise die Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung oder Flachdachdämmung. Welche Lösung geeignet ist, richtet sich nach dem Dachaufbau, der Nutzung und den jeweiligen Anforderungen.
Für die Dachdämmung stehen verschiedene Dämmstoffe zur Verfügung, darunter auch Mineralwolle.
Verwandte Begriffe: Aufsparrendämmung · Zwischensparrendämmung · Untersparrendämmung · Wärmedämmung
Eine Dampfbremse begrenzt die Diffusion von Wasserdampf durch ein Bauteil und kann dazu beitragen, Feuchteeinträge in eine gedämmte Konstruktion zu reduzieren. Sie wird bei mitteleuropäischen klimatischen Bedingungen auf der raumseitigen, wärmeren Seite des Bauteils angeordnet. Gleichzeitig verhindert eine Dampfbremse bei luftdichter Verlegung den Feuchteeintrag durch Konvektion.
Je nach Produkt weist eine Dampfbremse einen Wasserdampfdiffusionswiderstand auf. Bei sogenannten feuchtevariablen Dampfbremsen verändert sich dieser abhängig von den Umgebungsbedingungen.
Damit eine Konstruktion dauerhaft funktioniert, müssen Dampfbremse, Luftdichtheit und der übrige Bauteilaufbau bauphysikalisch aufeinander abgestimmt sein.
Verwandte Begriffe: Dampfsperre · sd-Wert · Diffusion · Feuchteschutz
Eine Dampfsperre ist eine Schicht mit einem hohen Wasserdampfdiffusionswiderstand. Sie hemmt den Durchtritt von Wasserdampf deutlich stärker als eine Dampfbremse.
Ob eine Dampfsperre oder eine andere Lösung erforderlich ist, richtet sich nach dem jeweiligen Bauteilaufbau und den bauphysikalischen Anforderungen. Wichtig ist eine fachgerechte Ausführung insbesondere an Anschlüssen und Durchdringungen.
Verwandte Begriffe: Dampfbremse · sd-Wert · Diffusion · Feuchteschutz
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e. V. hat ein Zertifizierungssystem zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden und Quartieren entwickelt. Das DGNB-System dient zugleich als Planungs- und Optimierungsinstrument.
Bei der Bewertung werden verschiedene Aspekte über den Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet, darunter ökologische und ökonomische sowie soziokulturelle, funktionale, technische und prozessbezogene Qualitäten.
Verwandte Begriffe: Nachhaltiges Bauen · BNB · Ökobilanz · Lebenszykluskosten
Unter Diffusion versteht man im Bauwesen die Bewegung von Wasserdampf durch Baustoffe aufgrund unterschiedlicher Dampfdruckverhältnisse.
Wie leicht Wasserdampf durch ein Material diffundieren kann, hängt unter anderem von dessen Diffusionswiderstand und der Schichtdicke ab. Bei der Planung von Wand-, Dach- und Deckenkonstruktionen wird die Diffusion deshalb im Zusammenspiel mit dem gesamten Bauteilaufbau betrachtet.
Wie sich Feuchtigkeit innerhalb einer Konstruktion verhält, lässt sich jedoch nicht aus einem einzelnen Material ableiten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Schichten sowie die fachgerechte Planung und Ausführung.
Die Diffusion ist nur einer von mehreren Mechanismen des Feuchtetransports. Auch Luftströmung (Konvektion) durch Undichtigkeiten können Feuchtigkeit in Bauteile eintragen.
Verwandte Begriffe: Diffusionswiderstand · sd-Wert · Dampfbremse · Feuchteschutz
Als diffusionsoffen werden Baustoffe oder Bauteilschichten bezeichnet, die Wasserdampf vergleichsweise leicht passieren lassen.
Mineralwolle weist einen geringen Wasserdampfdiffusionswiderstand bzw. sd-Wert (äquivalente Luftschichtdicke) auf und ist deshalb als diffusionsoffen einzustufen.
Verwandte Begriffe: Diffusion · Diffusionswiderstand · sd-Wert · Feuchteschutz
Der Diffusionswiderstand beschreibt, wie stark ein Baustoff die Diffusion von Wasserdampf behindert. Je höher der Diffusionswiderstand eines Materials ist, desto schwerer kann Wasserdampf hindurchtreten.
Eine wichtige Kenngröße dafür ist die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ. Zusammen mit der Dicke einer Materialschicht lässt sich daraus der sd-Wert bestimmen.
Bei der bauphysikalischen Planung wird der Diffusionswiderstand immer im Zusammenhang mit dem gesamten Bauteilaufbau betrachtet.
Verwandte Begriffe: Diffusion · sd-Wert · Dampfbremse · Diffusionsoffen
Die DIN EN 15804 enthält Grundregeln für Umweltproduktdeklarationen (EPDs) von Bauprodukten. Sie legt fest, nach welchen methodischen Vorgaben Umweltinformationen ermittelt und dargestellt werden.
Dadurch schafft die Norm eine einheitliche Grundlage für die Erstellung von EPDs.
Die DIN EN 15804 ist eine wichtige Grundlage für die Ökobilanzierung von Bauprodukten und Gebäuden.
Verwandte Begriffe: EPD · ISO 14025 · Ökobilanz · Lebenszyklus
Dolomit bezeichnet sowohl ein karbonatisches Mineral als auch ein überwiegend daraus bestehendes Gestein. Es kann als mineralischer Rohstoff bei der Herstellung von Steinwolle oder Glaswolle eingesetzt werden.
Welche Rohstoffe und Mischungsverhältnisse verwendet werden, hängt vom jeweiligen Herstellungsverfahren und Produkt ab.
Verwandte Begriffe: Steinwolle · Basalt · Mineralwolle
Ein Effizienzhaus ist ein Gebäude, das definierte Anforderungen an seine energetische Qualität erfüllt. Der Begriff wird insbesondere im Zusammenhang mit Förderprogrammen verwendet.
Für die Bewertung werden unter anderem der Primärenergiebedarf und die energetische Qualität der Gebäudehülle betrachtet. Welche Effizienzhaus-Stufen und Förderbedingungen gelten, kann sich mit den jeweiligen Förderprogrammen ändern.
Eine wärmegedämmte Gebäudehülle und eine effiziente Anlagentechnik sind wichtige Faktoren für die energetische Qualität eines Effizienzhauses.
Verwandte Begriffe: Energieeffizienz · Primärenergiebedarf · Gebäudehülle · GModG
Bei einer Einblasdämmung wird loser Dämmstoff maschinell in Hohlräume oder andere dafür vorgesehene Bereiche eines Bauteils eingebracht.
Bei Bestandsgebäuden kann das Verfahren beispielsweise zur nachträglichen Dämmung von Hohlräumen in zweischaligem Mauerwerk eingesetzt werden. Auch Mineralwolle steht als Einblasdämmstoff zur Verfügung.
Verwandte Begriffe: Zweischaliges Mauerwerk · Mineralwolle · Fassadendämmung · Wärmedämmung
Als Endenergie bezeichnet man die Energie, die einem Gebäude beziehungsweise seinen technischen Anlagen , beispielsweise in Form von Strom, Gas oder Fernwärme, zur Verfügung gestellt wird. Einfacher ausgedrückt ist es die Energie, die am Strom- oder Gaszähler abgelesen werden kann.
Der Endenergiebedarf gibt an, wie viel Energie für Heizung, Warmwasser, Kühlung oder weitere Anwendungen im Gebäude benötigt wird. Im Unterschied zur Primärenergie werden dabei die vorgelagerten Prozesse der Energiegewinnung, Umwandlung und Bereitstellung nicht berücksichtigt.
Verwandte Begriffe: Primärenergie · Primärenergiebedarf · Energiebedarf · Energieeffizienz
Der Energieausweis informiert über die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes. Je nach Ausweisart basiert er auf dem berechneten Energiebedarf oder dem erfassten Energieverbrauch.
Er enthält unter anderem energetische Kennwerte und bei Wohngebäuden eine Energieeffizienzklasse. Für Neubauten sowie bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung bestehen je nach Fall gesetzliche Vorgaben zur Ausstellung und Verwendung eines Energieausweises.
Verwandte Begriffe: Energieeffizienz · GModG · Energiebedarf · Endenergie
Der Energiebedarf beschreibt die rechnerisch ermittelte Energiemenge, die ein Gebäude unter festgelegten Bedingungen benötigt, beispielsweise für Heizung, Warmwasser oder Kühlung.
Je nach Betrachtung werden unterschiedliche Kennwerte verwendet, etwa der Endenergiebedarf oder der Primärenergiebedarf. Anders als der tatsächliche Energieverbrauch basiert der Energiebedarf auf einer standardisierten Berechnung und nicht auf dem individuellen Nutzungsverhalten und ist damit geeignet, unterschiedliche Gebäude zu vergleichen.
Verwandte Begriffe: Endenergie · Primärenergiebedarf · Wärmebedarf · Energieausweis
Unter Energieeffizienz versteht man das Verhältnis zwischen einem erzielten Nutzen und der dafür eingesetzten Energie. Im Gebäudebereich geht es beispielsweise darum, eine gewünschte Raumtemperatur mit möglichst geringem Energieeinsatz zu erreichen.
Eine Wärmedämmung kann Wärmeverluste über die Gebäudehülle verringern und dadurch den Energiebedarf reduzieren. Darüber hinaus haben auch andere Aspekte einen Einfluss, wie etwa Anlagentechnik, Gebäudeform, Luftdichtheit und Nutzung.
Verwandte Begriffe: Wärmedämmung · Energiebedarf · Gebäudehülle · Primärenergie
Eine Environmental Product Declaration (EPD) – auf Deutsch Umwelt-Produktdeklaration – ist ein standardisiertes Dokument, das quantifizierte Umweltinformationen zu einem Produkt auf Grundlage von Ökobilanzdaten bereitstellt.
EPDs für Bauprodukte werden nach festgelegten Regeln erstellt, die unter anderem auf ISO 14025 und EN 15804 basieren. Die Angaben werden im Rahmen entsprechender EPD-Programme unabhängig verifiziert. Eine EPD ist kein Umwelt-Gütesiegel und bewertet ein Produkt nicht pauschal als „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“.
Die Daten aus EPDs können unter anderem für Gebäudeökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen herangezogen werden.
Verwandte Begriffe: Umwelt-Produktdeklaration · Ökobilanz · DIN EN 15804 · ISO 14025
EUCEB steht für European Certification Board for Mineral Wool Products. Das freiwillige Zertifizierungssystem bezieht sich auf die in Mineralwolle-Produkten verwendeten Fasern.
Das EUCEB-Zeichen bestätigt, dass die zertifizierten Fasern die Kriterien der sogenannten Note Q der europäischen CLP-Verordnung erfüllen. Die Einhaltung wird durch Eigenkontrollen der Hersteller und externe Überprüfungen überwacht.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · RAL Gütezeichen · KEYMARK · Glaswolle
Die Euroklassen A1 und A2 gehören zur europäischen Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten.
A1 ist die höchste Euroklasse beim Brandverhalten. Bauprodukte dieser Klasse leisten keinen Beitrag zum Brand. Bei A2 wird die Klassifizierung durch zusätzliche Angaben zur Rauchentwicklung (s) und zum brennenden Abtropfen beziehungsweise Abfallen (d) ergänzt. Die Klassifizierung A2-s1,d0 wird den nichtbrennbaren Baustoffen zugeordnet.
Mineralwolle-Dämmstoffe aus Glas- und Steinwolle sind je nach Produkt der Euroklasse A1 oder A2-s1,d0 zugeordnet und damit nichtbrennbar.
Die Euroklasse beschreibt das Brandverhalten eines Baustoffs und ist nicht mit dem Feuerwiderstand eines vollständigen Bauteils gleichzusetzen.
Verwandte Begriffe: Nichtbrennbarkeit · Brandschutz · Mineralwolle · Feuerwiderstand
Eine Fassadendämmung ist die Wärmedämmung der Außenwände eines Gebäudes. Sie kann Wärmeverluste über die Gebäudehülle reduzieren und zu höheren inneren Oberflächentemperaturen der Außenwände beitragen.
Je nach Bauweise kommen unterschiedliche Konstruktionen zum Einsatz, beispielsweise Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), vorgehängte hinterlüftete Fassaden oder zweischalige Außenwände mit Kerndämmung.
Mineralwolle kann in den genannten Fassadenkonstruktionen eingesetzt werden.
Verwandte Begriffe: Außendämmung · WDVS · Hinterlüftete Fassade · Gebäudehülle
Der Feuchteschutz umfasst Maßnahmen, die Bauteile vor schädlicher Feuchte schützen sollen.
Feuchtigkeit kann beispielsweise durch Niederschlag, Erdreich, Baufeuchte, Wasserdampf, Kondensation oder Undichtigkeiten in eine Konstruktion gelangen. Deshalb müssen Dach-, Wand- und Deckenkonstruktionen so geplant und ausgeführt werden, dass Feuchteeinträge begrenzt werden und anfallende Feuchtigkeit wieder austrocknen oder abgeführt werden kann.
Zum Feuchteschutz gehören je nach Konstruktion beispielsweise Dampfbremsen, geeignete Abdichtungen, diffusionsoffene Schichten und eine fachgerecht ausgeführte Luftdichtheit.
Verwandte Begriffe: Dampfbremse · Diffusion · Kondensation · Luftdichtheit
Der Feuerwiderstand beschreibt, wie lange ein Bauteil wie eine Wand oder Decke unter festgelegten Brandbedingungen bestimmte Anforderungen erfüllt.
Entscheidend ist dabei der gesamte Aufbau des Bauteils. Der Feuerwiderstand ist deshalb nicht mit dem Brandverhalten beziehungsweise der Nichtbrennbarkeit eines einzelnen Baustoffs gleichzusetzen. Mineralwolle kann Bestandteil entsprechend ausgeführter Brandschutzkonstruktionen sein.
Verwandte Begriffe: Brandschutz · Euroklassen A1 und A2 · Nichtbrennbarkeit · Mineralwolle
Als First bezeichnet man die oberste waagerechte Linie eines geneigten Daches, an der zwei Dachflächen zusammentreffen.
Bei Dachkonstruktionen müssen auch im Bereich des Firstes Anforderungen an Regensicherheit, Luftdichtheit und Feuchteschutz berücksichtigt werden. Je nach Dachaufbau kann außerdem die Belüftung der Konstruktion eine Rolle spielen.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Steildach · Unterdeckbahn · Zwischensparrendämmung
Flachdachdämmplatten sind Dämmplatten, die für den Einsatz in Flachdachkonstruktionen vorgesehen sind. Je nach Dachaufbau und Nutzung müssen sie unter anderem Anforderungen an Wärmeschutz und Druckbelastbarkeit erfüllen.
Auch entsprechende, druckbelastbare Mineralwolle-Dämmplatten können in geeigneten Flachdachkonstruktionen eingesetzt werden.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Wärmedämmstoff · Mineralwolle · Wärmedämmung
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) war bis Juli 2026 die Bezeichnung des Gesetzes für die energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland.
Seit dem 29. Juli 2026 trägt das Gesetz die Bezeichnung Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Da der Begriff GEG weiterhin in älteren Dokumenten, Ratgebern und Fachinformationen verwendet wird, bleibt er für die Einordnung relevant.
Verwandte Begriffe: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) · Energieeffizienz · Energieausweis · Wärmedämmung
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) regelt die energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland. Es enthält unter anderem Vorgaben für Gebäude und bestimmte Bauteile sowie für Heizungs-, Kühl-, Lüftungs- und Warmwassersysteme.
Bis Juli 2026 trug das Gesetz die Bezeichnung Gebäudeenergiegesetz (GEG). Seit dem 29. Juli 2026 heißt es Gebäudemodernisierungsgesetz.
Welche Anforderungen bei einem konkreten Neubau- oder Sanierungsvorhaben gelten, richtet sich nach dem jeweiligen Gebäude, der Maßnahme und den aktuellen gesetzlichen Vorgaben.
Verwandte Begriffe: Gebäudeenergiegesetz (GEG) · Energieeffizienz · Wärmedämmung · Energieausweis
Als Gebäudehülle bezeichnet man die Bauteile, die beheizte oder gekühlte Bereiche eines Gebäudes von Außenluft, Erdreich oder unbeheizten Bereichen trennen.
Dazu gehören beispielsweise Dach beziehungsweise oberste Geschossdecke, Außenwände, Fenster und Türen sowie Bodenplatte oder Kellerdecke.
Eine gedämmte und luftdichte Gebäudehülle kann Wärmeverluste reduzieren und damit den Energiebedarf eines Gebäudes verringern. Bei ihrer Planung spielen außerdem Anforderungen an Feuchte-, Schall- und Brandschutz eine Rolle.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Fassadendämmung · Kellerdeckendämmung · Luftdichtheit
Glaswolle ist ein mineralischer Dämmstoff und gehört gemeinsam mit Steinwolle zur Mineralwolle. Für ihre Herstellung werden überwiegend Recyclingglas und weitere mineralische Rohstoffe eingesetzt.
Glaswolle ist leicht und flexibel und wird je nach Produkt beispielsweise als Filz, Matte, Platte oder lose Dämmung angeboten. Typische Anwendungen sind unter anderem Dächer, Außenwände, Trennwände und Geschossdecken.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · Steinwolle · Mineralwolle-Recycling · Wärmedämmung
Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade besteht vereinfacht aus der tragenden Außenwand, einer Dämmschicht, einem Hinterlüftungsraum und einer äußeren Fassadenbekleidung.
Der Luftzwischenraum hinter der Bekleidung unterstützt den Abtransport von Feuchtigkeit und trennt Witterungsschutz und Wärmedämmung konstruktiv voneinander.
Je nach System und Anforderungen können unterschiedliche Dämmstoffe zum Einsatz kommen, darunter Glaswolle und Steinwolle.
Verwandte Begriffe: Fassadendämmung · Außendämmung · Feuchteschutz · Gebäudehülle
Als Innenraumluft bezeichnet man die Luft innerhalb von Gebäuden und Räumen. Ihre Qualität wird unter anderem durch die Außenluft, Lüftung, Luftfeuchtigkeit, Nutzung der Räume sowie Einrichtungsgegenstände und Bauprodukte beeinflusst.
Ein ausreichender Luftaustausch trägt dazu bei, Feuchtigkeit, Gerüche und weitere Stoffe aus Innenräumen abzuführen und frische Außenluft zuzuführen.
Verwandte Begriffe: Raumklima · Wohngesundheit · Luftfeuchtigkeit · Wohnraumlüftung
Bei einer Innendämmung wird die Wärmedämmung auf der Raumseite einer Außenwand angebracht.
Sie kann beispielsweise infrage kommen, wenn eine Außendämmung nicht möglich oder nicht gewünscht ist – etwa bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Fassaden, die von außen optisch erhalten bleiben sollen.
Da sich durch eine Innendämmung die Temperatur- und Feuchteverhältnisse innerhalb der Außenwand verändern, ist eine sorgfältige bauphysikalische Planung und Ausführung besonders wichtig.
Verwandte Begriffe: Außendämmung · Feuchteschutz · Dampfbremse · Wärmebrücke
Die ISO 14025 ist eine internationale Norm für Umweltdeklarationen des Typs III. Sie legt Grundsätze und Verfahren für Deklarationen fest, die quantifizierte Umweltinformationen auf Grundlage von Lebenszyklusdaten bereitstellen.
Im Bauwesen bildet die ISO 14025 gemeinsam mit der EN 15804 eine wichtige Grundlage für Umweltproduktdeklarationen (EPDs).
Verwandte Begriffe: EPD · DIN EN 15804 · Ökobilanz · Lebenszyklusanalyse
Der Jahresheizwärmebedarf beschreibt die Wärmemenge, die innerhalb eines Jahres rechnerisch für die Beheizung eines Gebäudes erforderlich ist.
Beeinflusst wird er unter anderem durch Gebäudegeometrie, Wärmedämmung, Fenster, Luftaustausch sowie interne und solare Wärmegewinne. Die Berechnung erfolgt unter festgelegten Rahmenbedingungen.
Der Jahresheizwärmebedarf ist nicht mit dem tatsächlichen Heizenergieverbrauch gleichzusetzen. Dieser wird zusätzlich unter anderem durch das individuelle Heiz- und Lüftungsverhalten beeinflusst.
Verwandte Begriffe: Wärmebedarf · Energiebedarf · Gebäudehülle · Wärmedämmung
Als Kaschierung bezeichnet man eine zusätzliche Materialschicht auf der Oberfläche eines Dämmstoffs.
Je nach Produkt und Anwendung kann sie unterschiedliche Funktionen übernehmen, beispielsweise dem Oberflächenschutz, der Verarbeitung oder besonderen technischen Anforderungen dienen. Bei Mineralwolle kommen unter anderem Glasvliese oder Aluminiumkaschierungen zum Einsatz.
Welche Kaschierung verwendet wird und welche Funktion sie erfüllt, richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und Einsatzbereich.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · Dampfbremse · Feuchteschutz · Rohrdämmung
Der k-Wert ist eine ältere Bezeichnung für den heute verwendeten Begriff U-Wert beziehungsweise Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils.
→ Siehe: U-Wert
Verwandte Begriffe: U-Wert · Wärmedurchgangskoeffizient · Wärmedämmung · Wärmeleitfähigkeit
Bei einer Kellerdeckendämmung wird die Decke zwischen einem unbeheizten Keller und beheizten Räumen gedämmt.
Dadurch lässt sich der Wärmetransport zum Keller reduzieren. Dadurch können sich die Fußbodenoberflächen in den darüberliegenden Räumen wärmer anfühlen.
Häufig wird die Dämmung an der Unterseite der Kellerdecke angebracht. Welche Dämmstoffe und Befestigungsarten geeignet sind, richtet sich nach der Konstruktion und den jeweiligen Anforderungen.
Verwandte Begriffe: Wärmedämmung · Gebäudehülle · Wärmeverluste · Energieeffizienz
KEYMARK ist ein freiwilliges europäisches Zertifizierungszeichen. Für Wärmedämmstoffe gibt es mit der Insulation KEYMARK ein eigenes Zertifizierungssystem, das auch Mineralwolle-Produkte umfasst.
Dabei werden Produkteigenschaften regelmäßig geprüft und überwacht. Grundlage dafür sind die jeweils geltenden europäischen Produktnormen, unter anderem für Mineralwolle.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · EUCEB · RAL Gütezeichen · Blauer Engel
Unter Kondensation versteht man den Übergang von Wasserdampf zu Wasser. Im Gebäudebereich kann dies beispielsweise auftreten, wenn wärmere, feuchte Luft an kalten Oberflächen abkühlt.
Das Tauwasser kann sich an Oberflächen oder auch innerhalb von Bauteilen bilden. Deshalb wird Kondensation bei der Planung des Feuchteschutzes von Bauteilen berücksichtigt.
Verwandte Begriffe: Taupunkt · Tauwasser · Feuchteschutz · Schimmel
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt mithilfe einer Lüftungsanlage für einen geregelten Luftaustausch in Wohnräumen.
Dabei wird verbrauchte oder feuchte Raumluft abgeführt und Außenluft zugeführt. Anlagen mit Wärmerückgewinnung können einen Teil der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft übertragen.
Verwandte Begriffe: Wohnraumlüftung · Innenraumluft · Luftfeuchtigkeit · Energieeffizienz
Unter Konvektion versteht man den Transport von Wärme oder Feuchtigkeit durch bewegte Luft. In Gebäuden kann warme, feuchte Raumluft beispielsweise durch Fugen, Anschlüsse oder andere Undichtheiten in eine Konstruktion gelangen.
Kühlt die Luft innerhalb des Bauteils ab, kann Feuchtigkeit ausfallen und sich in der Konstruktion niederschlagen. Deshalb ist eine luftdichte Ausführung auf der warmen Seite eines gedämmten Bauteils wichtig.
Im Unterschied zur Diffusion, bei der Wasserdampf langsam durch Materialien wandert, erfolgt der Feuchtetransport durch Konvektion mit der Luftströmung.
Verwandte Begriffe: Luftdichtheit · Dampfbremse · Diffusion · Feuchteschutz
Körperschall entsteht, wenn sich mechanische Schwingungen in festen Bauteilen ausbreiten. Typische Beispiele sind Schritte auf einer Decke, Stühlerücken oder Vibrationen technischer Anlagen.
Die Schwingungen können über Wände, Decken oder andere Bauteile weitergeleitet und in angrenzenden Räumen als Luftschall hörbar werden.
Werden Bauteile voneinander entkoppelt, kann sich Körperschall weniger leicht übertragen.
Verwandte Begriffe: Trittschall · Luftschall · Trittschalldämmung · Schallbrücke
Die Kreislaufwirtschaft beschreibt ein Wirtschaftsprinzip, bei dem Produkte und Materialien möglichst lange genutzt und Rohstoffe nach Möglichkeit wieder in Stoffkreisläufe zurückgeführt werden.
Im Bauwesen umfasst sie unter anderem langlebige Konstruktionen, Reparatur, Wiederverwendung, trennbaren Rückbau und Recycling.
Geeignete Mineralwolle-Abfälle können je nach Produkt und verfügbaren Rücknahme- und Recyclingwegen aufbereitet und erneut als Rohstoff genutzt werden.
Verwandte Begriffe: Recycling · Mineralwolle-Recycling · Ressourceneffizienz · Lebenszyklus
Der Lambda-Wert (λ) bezeichnet die Wärmeleitfähigkeit eines Materials. Er gibt an, wie stark ein Stoff Wärme leitet, und wird in W/(m·K) angegeben.
Für Dämmstoffe gilt grundsätzlich: Je niedriger der Lambda-Wert unter vergleichbaren Bedingungen ist, desto geringer ist der Wärmestrom durch eine gleich dicke Materialschicht.
Der Lambda-Wert ist eine Materialeigenschaft und nicht mit dem U-Wert eines gesamten Bauteils gleichzusetzen.
→ Siehe auch: Wärmeleitfähigkeit
Verwandte Begriffe: Wärmeleitfähigkeit · WLS · WLG · U-Wert
Eine Lattung ist eine Unterkonstruktion aus einzelnen Latten, an der beispielsweise eine Dacheindeckung, Fassadenbekleidung oder Innenbekleidung befestigt werden kann.
Bei gedämmten Konstruktionen kann zwischen den Latten zusätzlicher Dämmstoff eingebaut oder Raum für Installationen geschaffen werden.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Untersparrendämmung · Hinterlüftete Fassade
Der Lebenszyklus beschreibt die aufeinanderfolgenden Phasen eines Produkts oder Gebäudes – von der Rohstoffgewinnung und Herstellung über Nutzung und Instandhaltung bis zu Rückbau, Wiederverwendung, Recycling oder Entsorgung.
Welche dieser Phasen bei einer konkreten Nachhhaltigkeitsbewertung berücksichtigt werden, hängt von der jeweiligen Methode und den festgelegten Systemgrenzen ab.
Verwandte Begriffe: Ökobilanz · EPD · Kreislaufwirtschaft · Lebenszykluskosten
Life Cycle Assessment (LCA) ist die englische Bezeichnung für eine Ökobilanz.
Eine LCA untersucht potenzielle Umweltwirkungen eines Produkts, Prozesses oder Systems über festgelegte Phasen seines Lebenszyklus. Grundlage sind eine definierte Bezugsgröße, festgelegte Systemgrenzen und methodische Regeln.
→ Siehe auch: Ökobilanz
Verwandte Begriffe: Ökobilanz · Lebenszyklus · EPD · CO₂-Bilanz
Die Lebenszykluskosten umfassen Kosten, die über einen festgelegten Betrachtungszeitraum eines Gebäudes, Bauteils oder Produkts entstehen.
Je nach Betrachtungsrahmen können beispielsweise Investitions-, Betriebs-, Wartungs-, Instandsetzungs-, Austausch- und Rückbaukosten berücksichtigt werden. Damit ermöglichen Lebenszykluskosten eine Betrachtung, die über die reinen Anschaffungskosten hinausgeht.
Verwandte Begriffe: Lebenszyklus · Nachhaltiges Bauen · Nachhaltigkeit · DGNB
Eine leichte Trennwand ist eine Wandkonstruktion, die häufig aus einer Unterkonstruktion aus Metall oder Holz und beidseitigen Bekleidungen besteht.
Der Hohlraum zwischen den Bekleidungen kann Installationen und Dämmstoffe aufnehmen. Je nach Aufbau können unterschiedliche Anforderungen an Schall- und Brandschutz erfüllt werden.
Verwandte Begriffe: Schallschutz · Mineralwolle · Luftschall · Brandschutz
Luftdichtheit beschreibt, wie gut die Gebäudehülle unkontrollierte Luftströmungen durch Fugen, Anschlüsse und andere Undichtigkeiten begrenzt.
Eine fachgerecht ausgeführte luftdichte Ebene kann Wärmeverluste durch unkontrollierten Luftaustausch reduzieren und verhindern, dass feuchte Raumluft über Undichtigkeiten in Bauteile gelangt. Die Luftdichtheit eines Gebäudes kann mit einem Blower-Door-Test überprüft werden.
Luftdichtheit ist nicht mit Diffusionsdichtheit gleichzusetzen: Auch eine luftdichte Konstruktion kann diffusionsoffen ausgeführt sein.
Verwandte Begriffe: Blower-Door-Test · Gebäudehülle · Diffusion · Feuchteschutz
Die Luftfeuchtigkeit beschreibt den Anteil von Wasserdampf in der Luft. In Innenräumen wird meist die relative Luftfeuchtigkeit angegeben.
Sie wird unter anderem von Raumtemperatur, Nutzung und Lüftung beeinflusst. Regelmäßiges beziehungsweise bedarfsgerechtes Lüften hilft dabei, überschüssige Feuchtigkeit aus Innenräumen abzuführen.
Eine fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung kann dazu beitragen, die inneren Oberflächentemperaturen von Außenbauteilen zu erhöhen und damit das Risiko von Kondensation und Schimmelbildung an kalten Oberflächen zu verringern.
Verwandte Begriffe: Raumklima · Kondensation · Schimmel · Wohnraumlüftung · Wärmedämmung
Luftschall ist Schall, der sich über die Luft ausbreitet – beispielsweise durch Gespräche, Musik oder Verkehrslärm.
Trifft Luftschall auf eine Wand, Decke oder ein anderes Bauteil, kann dieses in Schwingung versetzt werden und den Schall auf die andere Seite weitergeben. Dort wird er wieder als Geräusch wahrgenommen.
Verwandte Begriffe: Körperschall · Schallschutz · Schallabsorption · Leichte Trennwand
Mineralwolle ist der Oberbegriff für die Dämmstoffe Glaswolle und Steinwolle.
Sie ist in unterschiedlichen Produktformen erhältlich, beispielsweise als Platten, Matten, Filze, Rohrschalen oder lose Dämmung, und wird in zahlreichen Bereichen des Gebäudes eingesetzt – vom Dach bis zu technischen Anlagen.
Je nach Anwendung dient Mineralwolle der Wärme- und Schalldämmung und wird auch im vorbeugenden baulichen Brandschutz verwendet. Glaswolle und Steinwolle sind als nichtbrennbare Dämmstoffe je nach Produkt der Euroklasse A1 oder A2 zugeordnet.
Verwandte Begriffe: Glaswolle · Steinwolle · Wärmedämmung · Brandschutz
Beim Mineralwolle-Recycling werden Glas- und Steinwolleabfälle aufbereitet, damit das Material erneut als Rohstoff eingesetzt werden kann.
Einige Mineralwollehersteller bieten dafür bereits Rücknahmesysteme und Recyclinglösungen an. Gleichzeitig arbeiten Hersteller und Branche daran, die Wiederverwertung von Mineralwolle aus Rückbau und Sanierung weiter auszubauen.
Verwandte Begriffe: Recycling · Kreislaufwirtschaft · Glaswolle · Steinwolle
Nachhaltigkeit beschreibt das Prinzip, ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte langfristig zu berücksichtigen.
Im Bauwesen wird Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet – von Planung und Bau über die Nutzung bis zu Rückbau und Verwertung. Dabei können unterschiedliche Kriterien und Umweltwirkungen eine Rolle spielen.
Ob ein Produkt oder Gebäude unter bestimmten Gesichtspunkten als nachhaltig bewertet werden kann, lässt sich deshalb nicht aus einer einzelnen Eigenschaft ableiten. Dafür sind klar definierte Kriterien, Bezugsgrößen und nachvollziehbare Daten erforderlich.
Verwandte Begriffe: Nachhaltiges Bauen · Lebenszyklus · Ökobilanz · Ressourceneffizienz
Nachhaltiges Bauen betrachtet Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus und bezieht dabei ökologische, wirtschaftliche sowie soziokulturelle und funktionale Aspekte ein – von Planung und Bau über die Nutzung bis zum Rückbau.
Dabei können beispielsweise Energie- und Ressourcenbedarf, Umweltwirkungen, Lebenszykluskosten, Nutzungsqualität, Dauerhaftigkeit und Rückbaubarkeit berücksichtigt werden.
Für die Bewertung können unter anderem Gebäudeökobilanzen, Umweltproduktdeklarationen (EPDs) sowie Bewertungssysteme wie DGNB oder BNB herangezogen werden.
Verwandte Begriffe: Nachhaltigkeit · Lebenszyklus · Ökobilanz · DGNB · BNB
Ein Niedrigstenergiegebäude (engl. nearly-zero energy building, nZEB) ist ein Gebäude mit einem vergleichsweise geringen Energiebedarf, das seit 2020 durch die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) für den Neubau vorgeschrieben ist. In Deutschland ist der Niedrigstenergiegebäude-Standard im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, ehemals Gebäudeenergiegesetz – GEG) geregelt.
Verwandte Begriffe: Effizienzhaus · Passivhaus · Energieeffizienz · GModG
Nichtbrennbarkeit beschreibt das Brandverhalten von Baustoffen, die keinen oder nur einen sehr begrenzten Beitrag zum Brand leisten.
In der europäischen Klassifizierung zählen die Euroklassen A1 und A2 zu den nichtbrennbaren Baustoffen. Mineralwolle-Dämmstoffe aus Glas- und Steinwolle sind je nach Produkt einer dieser beiden Klassen zugeordnet.
Die Nichtbrennbarkeit eines Baustoffs ist jedoch nicht mit dem Feuerwiderstand eines Bauteils gleichzusetzen.
Verwandte Begriffe: Euroklassen A1 und A2 · Brandschutz · Mineralwolle · Feuerwiderstand
Ein Nullemissionsgebäude (zero-emission building, ZEB) ist laut der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) ein Gebäude, das an seinem Standort keine Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen verursacht. Es verbraucht sehr wenig Energie, deckt den Restbedarf aus erneuerbaren Quellen und soll ab 2028/2030 der europäische Standard für alle Neubauten werden. Bis 2050 soll der gesamte EU-Gebäudebestand zum Nullemissionsgebäudebestand werden.
In Deutschland wird dieser Neubau-Standard für öffentliche Gebäude ab 2028 und alle anderen ab 2030 im GModG festgelegt.
Verwandte Begriffe: EPBD · GModG · Energieeffizienz
Eine Ökobilanz – englisch Life Cycle Assessment (LCA) – untersucht die Umweltwirkungen eines Produkts, Gebäudes, Prozesses oder Systems über festgelegte Phasen seines Lebenszyklus.
Je nach Untersuchungsrahmen können beispielsweise Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Nutzung sowie Rückbau, Recycling oder Entsorgung berücksichtigt werden. Dabei werden verschiedene Umweltindikatoren betrachtet; eine Ökobilanz beschränkt sich also nicht allein auf Treibhausgasemissionen.
Für die Einordnung der Ergebnisse sind unter anderem Bezugsgröße, Systemgrenzen und Datengrundlagen entscheidend. Ein Vergleich ist nur sinnvoll, wenn dabei dieselben oder vergleichbare Berechnungsgrundlagen verwendet werden.
Verwandte Begriffe: Lebenszyklusanalyse · EPD · CO₂-Bilanz · Lebenszyklus
Ein Passivhaus ist ein Gebäudestandard mit einem äußerst geringen Heiz- und Kühlenergiebedarf.
Wesentliche Merkmale sind eine sehr gut wärmegedämmte und luftdichte Gebäudehülle, möglichst geringe Wärmebrücken, Fenster mit hoher Wärmedämmung sowie eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung.
Verwandte Begriffe: Wärmedämmung · Gebäudehülle · Luftdichtheit · Energieeffizienz
Primärenergie bezeichnet Energie in ihrer ursprünglichen Form, bevor sie umgewandelt, aufbereitet oder zum Verbraucher transportiert wird.
Bei der energetischen Bewertung von Gebäuden werden deshalb neben der im Gebäude benötigten Energie auch vorgelagerte Prozesse wie Gewinnung, Umwandlung und Bereitstellung der Energieträger berücksichtigt. Dafür werden sogenannte Primärenergiefaktoren verwendet.
Verwandte Begriffe: Primärenergiebedarf · Endenergie · Energieeffizienz · GModG
Der Primärenergiebedarf eines Gebäudes berücksichtigt neben der benötigten Endenergie auch die vorgelagerten Prozesse der Gewinnung, Umwandlung und Bereitstellung der jeweiligen Energieträger.
Er ist damit eine andere Kenngröße als der Endenergiebedarf und wird für die energetische Bewertung von Gebäuden verwendet.
Verwandte Begriffe: Primärenergie · Endenergie · Energiebedarf · Energieausweis
Putzträger-Dämmplatten sind Dämmplatten, bei denen der Putzträger werksseitig bereits auf die Wärmedämmung aufgebraucht ist.
Sie werden beispielsweise in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder anderen verputzten Dämmkonstruktionen eingesetzt, weil damit ein Arbeitsschritt eingespart werden kann. Für entsprechende Anwendungen gibt es Putzträger-Dämmplatten aus Mineralwolle.
Verwandte Begriffe: WDVS · Fassadendämmung · Mineralwolle · Außendämmung
Das RAL Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ (RAL-GZ 388) wird für Mineralwolle-Produkte vergeben, die festgelegte Güte- und Prüfbestimmungen erfüllen.
Die Einhaltung der Anforderungen wird durch regelmäßige Eigen- und Fremdüberwachung kontrolliert. Dazu gehören auch die für Mineralwolle festgelegten Freizeichnungskriterien.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · EUCEB · KEYMARK · Blauer Engel
Die Raumakustik beschreibt, wie sich Schall innerhalb eines Raumes ausbreitet und wahrgenommen wird.
Dabei spielen unter anderem Nachhall, Geräuschpegel und Sprachverständlichkeit eine Rolle. Durch schallabsorbierende Oberflächen, Decken oder andere Bauteile lässt sich die akustische Situation eines Raumes gezielt beeinflussen.
Mineralwolle ist als schallabsorbierendes Material Bestandteil vieler entsprechender Akustikkonstruktionen und -produkte.
Verwandte Begriffe: Schallabsorption · Akustikdecke · Schallschutz · Luftschall
Eine Rohrdämmung begrenzt den Wärmeaustausch zwischen Rohrleitungen und ihrer Umgebung.
Bei Heizungs- und Warmwasserleitungen kann sie Wärmeverluste reduzieren. Bei kalten Leitungen kann eine geeignete Dämmung dazu beitragen, die Bildung von Kondenswasser zu begrenzen.
Je nach Anlage spielen außerdem Schall- und Brandschutz eine Rolle. Für entsprechende Anwendungen stehen unter anderem Rohrschalen oder alukaschierte Lamellenmatten aus Mineralwolle zur Verfügung.
Verwandte Begriffe: Wärmedämmung · Kondensation · Brandschutz · Mineralwolle
Als Schallbrücke bezeichnet man Bauteile oder Anschlüsse, über die sich Schwingungen besonders leicht übertragen können.
Schallbrücken können beispielsweise durch starre Verbindungen zwischen Wänden, Decken oder Installationen entstehen und die Schallübertragung begünstigen.
Eine sorgfältige Planung und die Entkopplung von Bauteilen können helfen, Schallbrücken zu vermeiden.
Verwandte Begriffe: Körperschall · Trittschall · Schallschutz · Luftschall
Schallschutz umfasst bauliche Maßnahmen, die die Übertragung unerwünschter Geräusche innerhalb eines Gebäudes oder von außen begrenzen sollen.
Dabei wird unter anderem zwischen Luftschall, Körperschall und Trittschall unterschieden. Welche Maßnahmen geeignet sind, richtet sich nach der Schallquelle, dem Bauteil und der jeweiligen Konstruktion.
Mineralwolle kann in Wand-, Decken-, Dach- und Bodenkonstruktionen dazu beitragen, die Schallübertragung zu verringern und so für mehr Ruhe im Gebäude zu sorgen.
Verwandte Begriffe: Luftschall · Körperschall · Trittschall · Raumakustik
Als Steildach wird allgemein ein geneigtes Dach bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise Sattel-, Walm- oder Pultdächer.
Wird der Raum unter dem Dach beheizt, muss die Dachfläche beim Wärmeschutz berücksichtigt und gedämmt werden. Je nach Konstruktion kann die Dämmung zwischen, über oder unter den Sparren angeordnet werden.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Zwischensparrendämmung · Aufsparrendämmung · Untersparrendämmung
Steinwolle ist ein mineralischer Dämmstoff und gehört gemeinsam mit Glaswolle zur Mineralwolle. Für ihre Herstellung werden vor allem mineralische Gesteinsrohstoffe eingesetzt.
Je nach Produkt kann Steinwolle auch höhere Druckbelastungen aufnehmen. Sie ist in unterschiedlichen Produktformen erhältlich und wird beispielsweise für Dächer, Fassaden, Wände, Decken und technische Anlagen eingesetzt.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · Glaswolle · Brandschutz · Wärmedämmung
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luft so weit abgekühlt ist, dass Wasserdampf zu kondensieren beginnen kann.
Im Gebäudebereich ist der Taupunkt für den Feuchteschutz relevant. Kühlt eine Oberfläche entsprechend stark ab, kann sich dort Tauwasser bilden. Auch innerhalb von Bauteilen kann es unter entsprechenden Bedingungen zu Tauwasser kommen.
Bei der Planung von Bauteilen werden deshalb Temperatur- und Feuchteverhältnisse gemeinsam betrachtet.
Verwandte Begriffe: Kondensation · Tauwasser · Feuchteschutz · Luftfeuchtigkeit
Tauwasser entsteht, wenn Wasserdampf kondensiert und sich als Wasser an Oberflächen oder innerhalb von Bauteilen niederschlägt.
Im Gebäudebereich kann Tauwasser beispielsweise an kalten Oberflächen oder unter bestimmten Bedingungen innerhalb einer Konstruktion auftreten. Bei der Planung des Feuchteschutzes wird deshalb berücksichtigt, wie sich Feuchtigkeit im Bauteil verhält und wieder austrocknen kann.
Verwandte Begriffe: Taupunkt · Kondensation · Feuchteschutz · Dampfbremse
Die Trittschalldämmung verringert Geräusche, die beispielsweise beim Gehen, Stühlerücken oder durch andere Bewegungen auf einem Fußboden entstehen.
Typisch sind schwimmende Estrichkonstruktionen, bei denen der Estrich von angrenzenden Bauteilen entkoppelt wird. Dadurch wird Trittschall weniger leicht übertragen.
Hierfür können Trittschalldämmplatten aus Mineralwolle eingesetzt werden.
Verwandte Begriffe: Trittschall · Körperschall · Schallschutz · Schallbrücke
Der U-Wert – auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt – beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil übertragen wird. Er wird in W/(m²·K) angegeben.
Grundsätzlich gilt: Je kleiner der U-Wert ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang durch das Bauteil.
Der U-Wert berücksichtigt den gesamten Aufbau einer Wand, eines Daches oder einer Decke und ist deshalb nicht mit der Wärmeleitfähigkeit eines einzelnen Baustoffs gleichzusetzen.
Verwandte Begriffe: Wärmedurchgangskoeffizient · Lambda-Wert · Wärmeleitfähigkeit · Wärmedämmung
Eine Unterdeckbahn liegt bei vielen Steildachkonstruktionen unterhalb der Dacheindeckung und oberhalb der darunterliegenden Dachkonstruktion. Sie schützt vor allem vor Nässe, die von außen unter die Dacheindeckung gelangen kann.
Bei gedämmten Dächern ist sie damit Teil des gesamten Dachaufbaus. Je nach Produkt kann sie diffusionsoffen ausgeführt sein.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Feuchteschutz · Diffusion · Steildach
Bei einer Untersparrendämmung wird eine Dämmschicht unterhalb der Dachsparren angeordnet.
Sie wird häufig mit einer Zwischensparrendämmung kombiniert. Die zusätzliche Dämmschicht kann den Wärmeschutz des Daches verbessern und den Einfluss der Sparren als Wärmebrücken verringern.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Zwischensparrendämmung · Aufsparrendämmung · Wärmebrücke
Vollwärmeschutz ist eine ältere beziehungsweise umgangssprachliche Bezeichnung für ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS).
Verwandte Begriffe: WDVS · Fassadendämmung · Außendämmung · Wärmedämmung
Der Wärmebedarf beschreibt die Wärmemenge, die für einen bestimmten Zweck benötigt wird, beispielsweise für die Beheizung eines Gebäudes.
Er wird unter anderem von Gebäudegröße und -geometrie, Nutzung, Außenklima sowie Wärmeverlusten und Wärmegewinnen beeinflusst. Je nach Betrachtung werden unterschiedliche Bedarfskennwerte verwendet, etwa der Jahresheizwärmebedarf.
Der Wärmebedarf ist nicht mit dem Energiebedarf gleichzusetzen, da dieser zusätzlich den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung und die eingesetzte Anlagentechnik berücksichtigt.
Verwandte Begriffe: Jahresheizwärmebedarf · Energiebedarf · Wärmedämmung · Gebäudehülle
Eine Wärmebrücke ist ein Bereich eines Bauteils, an dem mehr Wärme übertragen wird als in den angrenzenden Bereichen.
Wärmebrücken können beispielsweise durch die Form eines Gebäudes, unterschiedliche Materialien oder Anschlüsse zwischen Bauteilen entstehen. Sie erhöhen die Wärmeverluste und können dazu führen, dass die Oberflächentemperaturen auf der Raumseite sinken.
Unter ungünstigen Feuchtebedingungen kann dadurch das Risiko für Kondensation und Schimmelbildung steigen.
Verwandte Begriffe: U-Wert · Kondensation · Schimmel · Gebäudehülle
Ein Wärmedämmstoff ist ein Baustoff mit geringer Wärmeleitfähigkeit, der dazu dient, den Wärmetransport durch Bauteile zu verringern.
Wärmedämmstoffe werden je nach Anwendung in unterschiedlichen Formen angeboten, beispielsweise als Platten, Matten, Filze oder lose Dämmstoffe. Mineralwolle aus Glas- oder Steinwolle gehört zu den Wärmedämmstoffen und kann unter anderem in Dächern, Wänden, Decken und Fassaden eingesetzt werden.
Welcher Dämmstoff geeignet ist, richtet sich nach dem jeweiligen Bauteil und den Anforderungen der Konstruktion.
Verwandte Begriffe: Mineralwolle · Wärmeleitfähigkeit · Wärmedämmung · Lambda-Wert
Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist ein aufeinander abgestimmtes Fassadensystem zur außenseitigen Wärmedämmung eines Gebäudes.
Es besteht typischerweise aus Dämmstoff, Befestigung, Armierungsschicht und Oberputz. Die einzelnen Bestandteile müssen als System aufeinander abgestimmt sein.
Je nach WDVS können unterschiedliche Dämmstoffe verwendet werden, darunter auch Mineralwolle.
Verwandte Begriffe: Fassadendämmung · Außendämmung · Putzträger-Dämmplatte · Gebäudehülle
Wärmedurchgangskoeffizient ist die fachliche Bezeichnung für den U-Wert.
Er beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil übertragen wird, und wird in W/(m²·K) angegeben.
→ Siehe: U-Wert
Verwandte Begriffe: U-Wert · Wärmedurchlasswiderstand · Wärmeleitfähigkeit · Wärmedämmung
Der Wärmedurchlasswiderstand (R-Wert) beschreibt, wie stark eine einzelne Materialschicht oder ein homogenes Bauteil den Wärmestrom bremst, und wird in (m²·K)/W angegeben.
Er berechnet sich aus der Dicke der Materialschicht und ihrer Wärmeleitfähigkeit. Je größer der Wärmedurchlasswiderstand ist, desto weniger Wärme wird durch die betreffende Schicht übertragen. Bei Bauteilen aus mehreren homogenen Schichten werden deren Einzelwiderstände addiert.
Verwandte Begriffe: Wärmeleitfähigkeit · U-Wert · Wärmedämmung · Wärmeübergangswiderstand
Die Wärmeleitfähigkeit beschreibt, wie gut ein Material Wärme leitet. Sie wird durch den Lambda-Wert (λ) angegeben und in W/(m·K) gemessen.
Für Dämmstoffe gilt grundsätzlich: Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit unter vergleichbaren Bedingungen ist, desto weniger Wärme wird durch eine gleich dicke Materialschicht übertragen.
Die Wärmeleitfähigkeit ist eine Materialeigenschaft. Für die energetische Bewertung eines vollständigen Bauteils ist dagegen der U-Wert maßgeblich.
→ Siehe auch: Lambda-Wert
Verwandte Begriffe: Lambda-Wert · U-Wert · WLS · Wärmedämmung
Der Wärmeschutz umfasst bauliche Maßnahmen, die den Wärmetransport durch die Gebäudehülle begrenzen.
Dabei wird zwischen winterlichem und sommerlichem Wärmeschutz unterschieden: Im Winter geht es darum, Wärmeverluste zu reduzieren, im Sommer darum, einen übermäßigen Wärmeeintrag in die Innenräume zu begrenzen.
Die Wärmedämmung ist ein wesentlicher Bestandteil des Wärmeschutzes. Darüber hinaus spielen unter anderem Fenster, Sonnenschutz, Luftdichtheit sowie Form und Ausrichtung des Gebäudes eine Rolle.
Verwandte Begriffe: Wärmedämmung · Wärmeverluste · Gebäudehülle · U-Wert
Der Wärmeübergangswiderstand beschreibt, wie stark der Wärmeaustausch zwischen der Oberfläche eines Bauteils und der angrenzenden Luft begrenzt wird. Er wird in (m²·K)/W angegeben.
Bei der Berechnung des U-Werts werden die Wärmeübergangswiderstände auf der Innen- und Außenseite eines Bauteils berücksichtigt.
Anders als der Wärmedurchlasswiderstand bezieht er sich nicht auf eine Materialschicht, sondern auf den Übergang zwischen Bauteiloberfläche und Umgebung.
Verwandte Begriffe: U-Wert · Wärmedurchlasswiderstand · Wärmeleitfähigkeit
Als Wärmeverluste werden Wärmemengen bezeichnet, die aus beheizten Bereichen eines Gebäudes an die Umgebung oder an unbeheizte Bereiche abgegeben werden.
Sie entstehen unter anderem durch die Wärmeübertragung über Dach, Außenwände, Fenster, Türen sowie Bodenplatte oder Kellerdecke. Auch durch den Luftaustausch kann Wärme verloren gehen.
Eine Wärmedämmung kann die Wärmeverluste über Bauteile verringern und damit den Wärmebedarf eines Gebäudes reduzieren.
Verwandte Begriffe: Gebäudehülle · Wärmedämmung · Wärmebedarf · Wärmebrücke
Wasserdampfdiffusion bezeichnet im Bauwesen die Bewegung von Wasserdampf durch Baustoffe aufgrund unterschiedlicher Dampfdruckverhältnisse.
Wie leicht Wasserdampf durch eine Materialschicht gelangen kann, hängt unter anderem von ihrem Diffusionswiderstand und ihrer Dicke ab.
→ Siehe: Diffusion
Verwandte Begriffe: Diffusion · Diffusionswiderstand · sd-Wert · Dampfbremse
Die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd-Wert) beschreibt, wie stark eine Materialschicht die Diffusion von Wasserdampf bremst. Sie gibt an, wie dick eine ruhende Schicht aus Luft sein muss, um den gleichen Widerstand gegen Wasserdampf zu haben wie ein bestimmtes Bauteil oder eine Materialschicht.
→ Siehe: sd-Wert
Verwandte Begriffe: sd-Wert · Diffusionswiderstand · Diffusion · Dampfbremse
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand beschreibt, wie stark ein Material die Diffusion von Wasserdampf behindert. Die zugehörige Kennzahl ist die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ (Mü).
Zusammen mit der Dicke einer Materialschicht lässt sich daraus der sd-Wert bestimmen.
→ Siehe: Diffusionswiderstand
Verwandte Begriffe: Diffusionswiderstand · sd-Wert · Diffusion · Dampfbremse
Wohnraumlüftung bezeichnet den Luftaustausch in Wohnräumen. Dieser kann über das Öffnen von Fenstern oder mithilfe einer Lüftungsanlage erfolgen.
Dabei werden unter anderem Feuchtigkeit, Gerüche und weitere Stoffe aus den Innenräumen abgeführt und Außenluft zugeführt. Ein ausreichender Luftaustausch trägt damit zu einem angenehmen Raumklima bei.
Verwandte Begriffe: Kontrollierte Wohnraumlüftung · Innenraumluft · Luftfeuchtigkeit · Raumklima
Zweischaliges Mauerwerk ist eine Außenwandkonstruktion aus einer inneren und einer äußeren Mauerschale.
Der Zwischenraum zwischen beiden Schalen kann ganz oder teilweise gedämmt sein. Dafür werden Kerndämmplatten aus Glaswolle oder Steinwolle verwendet.
Bei Bestandsgebäuden mit einem geeigneten Hohlraum kann auch eine nachträgliche Einblasdämmung möglich sein. Für eine nachträgliche Kerndämmung können Einblasdämmstoffe aus Mineralwolle verwendet werden.
Verwandte Begriffe: Fassadendämmung · Einblasdämmung · Mineralwolle · Wärmedämmung
Die Zwischensparrendämmung ist eine Form der Dachdämmung, bei der Dämmstoff zwischen den Sparren eines geneigten Daches eingebaut wird.
Sie wird sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen eingesetzt. Je nach Dachaufbau kann sie durch eine Untersparren- oder Aufsparrendämmung ergänzt werden.
Für die Zwischensparrendämmung können unter anderem flexible Dämmstoffe aus Mineralwolle verwendet werden.
Verwandte Begriffe: Dachdämmung · Aufsparrendämmung · Untersparrendämmung · Mineralwolle
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