Wer sein Haus energieeffizient bauen oder sanieren möchte, kommt am Thema Dämmung nicht vorbei. Eine fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung reduziert Wärmeverluste über Dach, Fassade, Wände und Decken und trägt dazu bei, den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken. Dämmen mit Mineralwolle ist dabei in zahlreichen Bereichen möglich.
Mineralwolle wird seit Jahrzehnten als Dämmstoff im Bauwesen eingesetzt. Sie ist als Glaswolle oder Steinwolle erhältlich und wird für unterschiedliche Anwendungen beispielsweise als Matten, Filze oder Dämmplatten angeboten. Dadurch lässt sich Mineralwolle sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung vielseitig einsetzen.
Neben dem Wärmeschutz spielt Mineralwolle auch beim Schall- und Brandschutz eine Rolle. Ihre faserige Struktur kann Schall absorbieren und so zur Schalldämmung beitragen. Zudem gehört Mineralwolle zu den nichtbrennbaren Dämmstoffen und wird im vorbeugenden baulichen Brandschutz eingesetzt.
Auf den folgenden Seiten finden Sie Praxiswissen zu Einsatzbereichen, Verarbeitung und Auswahl von Mineralwolle sowie Informationen dazu, wie Glaswolle und Steinwolle hergestellt werden.
Mineralwolle kann in vielen Bereichen eines Gebäudes eingesetzt werden. Welche Produkte geeignet sind, hängt vom jeweiligen Bauteil, der Konstruktion und den Anforderungen an Wärme-, Schall-, Brand- und Feuchteschutz ab.
Typische Einsatzbereiche sind:
Für diese Einsatzbereiche stehen unterschiedliche Produktformen zur Verfügung. Flexible Matten und Filze eignen sich beispielsweise für andere Konstruktionen als druckfeste Dämmplatten.
Zu den Anwendungen von MineralwolleBei der Planung einer Dämmung lohnt sich der Blick auf die gesamte Gebäudehülle. Dach, Außenwände, Fenster, Türen und Decken beeinflussen gemeinsam, wie viel Wärme ein Gebäude verliert.
Für die einzelnen Bereiche des Hauses kommen unterschiedliche Dämmmaßnahmen mit Mineralwolle infrage:
Bei geneigten Dächern kann Mineralwolle beispielsweise zwischen, unter oder über den Sparren eingesetzt werden. Neben der gewünschten Dämmleistung müssen dabei auch Luftdichtheit und Feuchteschutz berücksichtigt werden.
Auch für die Dämmung der Außenwand stehen verschiedene Lösungen mit Mineralwolle zur Verfügung. Mineralwolle-Dämmplatten können beispielsweise Bestandteil eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS), einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) oder einer Holzständerkonstruktion sein.
Die Dämmung der obersten Geschossdecke kann Wärmeverluste zum unbeheizten Dachraum reduzieren. Auch Kellerdecken lassen sich mit Mineralwolle dämmen, um Wärmeverluste zwischen beheiztem Wohnraum und unbeheiztem Keller zu verringern.
Mineralwolle wird auch innerhalb von Gebäuden eingesetzt. In Trennwänden steht neben dem Brandschutz zudem meist der Schallschutz im Mittelpunkt. Die offenporige, faserige Struktur der Mineralwolle kann Schall absorbieren und so zur Schalldämmung zwischen Räumen beitragen.
Mineralwolle ist der Oberbegriff für Glaswolle und Steinwolle. Beide Dämmstoffe besitzen eine faserige Struktur und werden für den Wärme-, Schall- und Brandschutz eingesetzt.
Unterschiede bestehen unter anderem bei den verwendeten Rohstoffen und einzelnen Produkteigenschaften.
Glaswolle wird überwiegend aus Altglas hergestellt. Steinwolle basiert vor allem auf mineralischen Gesteinsrohstoffen. Bei der Herstellung werden die jeweiligen Ausgangsmaterialien geschmolzen und anschließend zu feinen Fasern verarbeitet.
Ob Glaswolle oder Steinwolle für ein bestimmtes Bauteil infrage kommt, hängt von den Anforderungen der jeweiligen Anwendung und den Eigenschaften des konkreten Produkts ab.
Mehr über Glaswolle und Steinwolle
Mineralwolle wird eingesetzt, um unterschiedliche bauphysikalische Anforderungen an ein Bauteil zu erfüllen.
Die feine Faserstruktur der Mineralwolle schließt kleine Luftporen ein und reduziert dadurch den Wärmetransport. Mineralwolle weist je nach Ausführung unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten auf. Für die Dämmwirkung eines Bauteils sind neben der Wärmeleitfähigkeit unter anderem die Dicke der Dämmung und der gesamte Bauteilaufbau entscheidend.
Die feine Faserstruktur von Mineralwolle schließt kleine Luftporen ein und kann Schall absorbieren. Deshalb wird Mineralwolle beispielsweise in Trennwänden, Decken und anderen Konstruktionen eingesetzt, bei denen Anforderungen an die Schalldämmung bestehen.
Mineralwolle gehört zu den nichtbrennbaren Dämmstoffen und wird deshalb auch im vorbeugenden baulichen Brandschutz eingesetzt. Welche Anforderungen eine konkrete Konstruktion erfüllt, hängt vom jeweiligen Bauteilaufbau und den verwendeten Produkten ab.
Mehr zu den Eigenschaften von MineralwolleDamit eine Dämmung ihre vorgesehene Funktion erfüllen kann, kommt es auf die fachgerechte Verarbeitung an. Dämmstoffe müssen passend zur Konstruktion ausgewählt und möglichst lückenlos eingebaut werden. Eine sorgfältige Ausführung trägt dazu bei, Wärmebrücken zu vermeiden und die vorgesehene Dämmleistung des Bauteils zu erreichen.
Mineralwolle lässt sich je nach Produkt mit geeigneten Werkzeugen wie einem Dämmstoffmesser oder einer Säge zuschneiden. Dämmplatten werden abhängig vom Einsatzbereich und Dämmsystem beispielsweise mechanisch befestigt, geklemmt, geklebt oder gedübelt.
Bei der Verarbeitung sind die Verarbeitungshinweise des jeweiligen Herstellers und die für die Arbeiten geltenden Schutzmaßnahmen zu beachten.
Auch der Feuchteschutz spielt eine wichtige Rolle. Mineralwolle ist diffusionsoffen. Bei Dach- und Wandkonstruktionen müssen Dämmung, Luftdichtheit und Feuchteschutz deshalb aufeinander abgestimmt sein, damit die Konstruktion dauerhaft funktionsfähig bleibt.
Tipps zur Verarbeitung von Mineralwolle
Die Voraussetzungen für eine Dämmung unterscheiden sich je nachdem, ob ein Neubau geplant oder ein bestehendes Gebäude energetisch saniert wird.
Beim Neubau können Gebäudehülle, Dämmung, Fenster und Haustechnik von Beginn an aufeinander abgestimmt werden. Bei einer Sanierung muss dagegen zunächst der vorhandene Zustand des Gebäudes berücksichtigt werden. Bauteilaufbau, vorhandene Dämmung, Feuchtigkeit und mögliche Wärmebrücken beeinflussen die Auswahl geeigneter Maßnahmen.
Bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kann die Beratung durch einen Energieberater oder andere qualifizierte Fachleute sinnvoll sein. So lassen sich der Zustand des Gebäudes ganzheitlich beurteilen und einzelne Maßnahmen aufeinander abstimmen.
Energieeffizienz-Experten finden
Gebäude unterscheiden sich hinsichtlich Konstruktion, Größe, Alter und energetischem Zustand. Deshalb muss eine Dämmung immer zum jeweiligen Gebäude und zum zu dämmenden Bauteil passen.
Ob Einfamilienhaus, Reihenhaus oder Mehrfamilienhaus: Je nach Gebäudetyp können unterschiedliche Bereiche für eine Dämmung infrage kommen. In unserem Überblick können Sie Ihren Immobilientyp wählen und erfahren, welche Bereiche bei der Planung einer Dämmung besonders relevant sein können.
Immobilientyp wählenWer mit Mineralwolle dämmt, möchte möglicherweise auch wissen, woraus der Dämmstoff besteht. Mineralwolle wird überwiegend aus mineralischen Rohstoffen oder Altglas hergestellt. Die Zusammensetzungen unterscheiden sich zwischen Glaswolle und Steinwolle sowie zwischen einzelnen Herstellverfahren.
Bei der Herstellung werden die Ausgangsmaterialien zunächst geschmolzen. Aus der Schmelze entstehen feine Fasern – ein Prozess, der häufig mit der Herstellung von Zuckerwatte verglichen wird. Anschließend werden die Fasern mit einem Bindemittel besprüht, ausgehärtet und der so entstandene Dämmstoff darauffolgend zu Matten, Filzen oder Platten weiterverarbeitet.
Abschnitte und Produktionsreste werden üblicherweise wieder direkt in den Produktionsprozess zurückgeführt.
Mehr über die Herstellung von MineralwolleMineralwolle lässt sich in vielen Bereichen eines Gebäudes einsetzen. Dazu gehören unter anderem Dach, Fassade, Innen- und Trennwände, Geschoss- und Kellerdecken, Fußböden sowie Rohrleitungen.
Welches Produkt geeignet ist, hängt vom jeweiligen Bauteil und den Anforderungen der Konstruktion ab.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Glaswolle und Steinwolle gehören beide zur Mineralwolle, unterscheiden sich aber bei den verwendeten Rohstoffen und einzelnen Produkteigenschaften.
Welche Variante für welche Dämmaufgabe geeignet ist, richtet sich nach der konkreten Anwendung.
Mineralwolle wird für die Wärmedämmung sowie für den Schall- und Brandschutz eingesetzt.
Sie ist in unterschiedlichen Produktformen erhältlich und kann deshalb in zahlreichen Bauteilen verwendet werden.
Mineralwolle sollte fachgerecht, möglichst lückenlos und entsprechend den Herstellerangaben eingebaut werden.
Außerdem sind die geltenden Schutzmaßnahmen sowie die Anforderungen an Luftdichtheit und Feuchteschutz zu berücksichtigen.
Das hängt unter anderem von Gebäudetyp, Baujahr, Konstruktion, energetischem Zustand und dem zu dämmenden Bauteil ab.
Bei umfangreichen Sanierungen kann eine fachliche Bestandsaufnahme helfen, geeignete Maßnahmen festzulegen.