Steinwolle ist ein Dämmstoff aus Mineralwolle, der überwiegend aus mineralischen Gesteinsrohstoffen hergestellt wird. Dazu zählen beispielsweise Basalt, Diabas, Dolomit oder Phonolith. Auch Recycling- und Sekundärmaterialien sowie aufbereitete Produktionsreste können eingesetzt werden.
Bei der Herstellung von Steinwolle werden die Ausgangsstoffe bei hohen Temperaturen geschmolzen. Die entstehende Gesteinsschmelze wird anschließend zu feinen Fasern verarbeitet, mit einem Bindemittel versehen und zu einem Faservlies geformt. Nach dem Verdichten und Aushärten wird die Steinwolle zugeschnitten und zu unterschiedlichen Dämmstoffprodukten weiterverarbeitet.
Wie dieser Herstellungsprozess abläuft, erfahren Sie im Folgenden.
Steinwolle gehört neben Glaswolle zu den beiden Hauptarten der Mineralwolle. Beide Dämmstoffe bestehen aus feinen Fasern, unterscheiden sich aber insbesondere in ihren Ausgangsstoffen und ihren Herstellungsverfahren.
Bei Steinwolle entsteht aus einer Gesteinsschmelze durch Zerfaserung die typische Faserstruktur des Dämmstoffs. Aus den Fasern werden anschließend unterschiedliche Steinwolle-Produkte hergestellt.
→ Weitere Informationen zu Eigenschaften und Einsatzbereichen von Steinwolle
Für die Herstellung von Steinwolle werden verschiedene mineralische Ausgangsstoffe miteinander kombiniert. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Produkt und Herstellungsverfahren.
Zu den möglichen Ausgangsstoffen gehören zum Beispiel:
Auch Produktionsreste können erneut dem Herstellungsprozess zugeführt werden.
Die Herstellung von Steinwolle ist ein industrieller Prozess, bei dem mineralische Ausgangsstoffe zunächst geschmolzen und anschließend zu feinen Fasern verarbeitet werden.
Der Produktionsprozess lässt sich in mehrere aufeinanderfolgende Arbeitsschritte unterteilen:
Zunächst werden die für das jeweilige Produkt benötigten Ausgangsstoffe entsprechend
der jeweiligen Rezeptur zusammengestellt und miteinander vermischt.
Die Ausgangsstoffe werden anschließend bei hohen Temperaturen geschmolzen. Je nach Herstellungsverfahren kommen dafür unterschiedliche Schmelzöfen zum Einsatz. Beispielsweise können Kupolöfen verwendet werden; alternativ können die mineralischen Rohstoffe in Schmelzwannen geschmolzen werden.
Die Schmelztemperaturen liegen bei etwa 1.400 bis 1.500 Grad Celsius. Dabei entsteht die Gesteinsschmelze für die anschließende Faserbildung.
Für die Faserbildung kommen bei Steinwolle unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Beim Schleuderverfahren trifft die Gesteinsschmelze auf schnell rotierende Metallwalzen und wird durch deren Drehbewegung zu feinen Fasern geschleudert.
Beim Düsenblasverfahren wird die Schmelze durch eine Vielzahl von Düsen geführt. Die dabei entstehenden Fäden werden mithilfe von Druckluft oder Dampf zu feinen Fasern ausgezogen.
So entsteht die typische Faserstruktur der Steinwolle.
Auf die frisch erzeugten Fasern wird anschließend eine geringe Menge einer wässrigen Bindemittellösung aufgesprüht. Das Bindemittel trägt nach dem Aushärten dazu bei, die Fasern miteinander zu verbinden und dem späteren Steinwolle-Produkt Stabilität zu verleihen.
Die Fasern werden als dünnes Faservlies auf einem Transportband abgelegt und abtransportiert.
Das Faservlies wird kontinuierlich mehrfach übereinandergelegt, verdichtet und mit der gewünschten Dicke im Härteofen auf etwa 200 Grad Celsius erhitzt. Dabei härtet das Bindemittel aus.
Während des Aushärtens erhält die Steinwolle zugleich ihre typische Farbe.
Nach dem Aushärten wird die Steinwolle besäumt und auf die erforderlichen Abmessungen zugeschnitten.
Je nach vorgesehener Anwendung wird die Steinwolle anschließend beispielsweise zu Matten, Dämmplatten oder weiteren Produktformaten konfektioniert. Nach der abschließenden Qualitätskontrolle werden die Steinwolle-Produkte verpackt und für den Versand bereitgestellt.
Steinwolle und Glaswolle gehören beide zur Mineralwolle, unterscheiden sich aber vor allem durch die verwendeten Ausgangsstoffe und Schmelzverfahren. Auch bei der Fasererzeugung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Der Produktionsablauf folgt jedoch einem ähnlichen Prinzip: Rohstoffe werden geschmolzen und aus der jeweiligen Schmelze feine Fasern hergestellt, die mit einem wasserlöslichen Bindemittel versehen, geformt, ausgehärtet und anschließend zu Dämmstoffprodukten weiterverarbeitet werden.
→ Weitere Informationen zur Herstellung von Glaswolle
→ Weitere Informationen zur Herstellung von Mineralwolle
Hinweis zur Texterstellung:
Als fachliche Grundlage dienten die Umwelt-Produktdeklarationen des FMI für Mineralwolle-Dämmstoffe im mittleren und hohen Rohdichtebereich. Herausgegeben wurden sie vom Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) nach ISO 14025 und EN 15804+A2. Weitere Informationen finden Sie hier.