Mineralwolle | Glaswolle | Steinwolle | Wärmedämmung | Lärmschutz | Brandschutz | Dämmstoff | Dämmen | Energiesparen

Spitze gedämmt

Im Steildach eines Altbaus liegt das höchste Energieeinsparpotenzial und zugleich die größte Wohnraumreserve. Gerade in teuren Städten sind Dachräume zu wertvoll, um sie nicht fürs Wohnen zu nutzen. Wer das Dach energetisch verbessern und zugleich unterm Dach wohnen möchte, kann die Dachflächen mit Mineralwolle (Glaswolle oder Steinwolle) dämmen. Dabei gibt es verschiedene Varianten. Wir erklären, welche das sind und wo deren Vor- und Nachteile liegen.

Die richtige Dämmdicke

Bevor Sie sich für eine Dämmvariante entscheiden, sollten Sie zuerst die benötigte Dämmdicke und den damit verbundenen geeigneten Dämmaufbau klären. Für die Dämmdicke sind zunächst die gesetzlichen Mindeststandards zu beachten: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei einer Sanierung des Steildaches vor, einen Wärmedurchlass (U-Wert) von maximal 0,24 W/(m²K) herzustellen. Dieser Wert bezieht sich auf das ganze Bauteil samt Konstruktion. Die notwendige Dämmstärke hängt also auch vom bestehenden Dach- und Dämmaufbau sowie vom Dämmstoff und dessen Wärmeleitfähigkeit ab. Bei einem typischen Steildach können Sie üblicherweise mit einer Dämmung aus ca. 14 bis 16 cm starker Mineralwolle (WLG 035) rechnen, um die Anforderung des GEG zu erfüllen.

Wenn Sie für die Sanierung des Steildaches eine Förderung der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) beantragen möchten, gilt es, bezogen auf das Bauteil, einen noch besseren, sprich geringeren U-Wert von maximal 0,14 W/(m²K) zu erreichen. Dafür können Sie mit einer Dämmdicke von ca. 26 cm bis 28 cm Mineralwolldämmung (WLG 035) rechnen.

Weitere Faktoren prüfen

Wenn Sie die notwendige Dämmdicke kennen, können Sie die folgenden Fragen klären:

  • Wie hoch ist der vorhandene Dachraum und gibt es hier noch Spielraum in der Höhe?
  • Wie ist der Dachaufbau?
  • Welche Freiheiten ermöglicht der Bebauungsplan?
  • Gibt es Auflagen für die Höhe der First- und Traufkanten?
  • Gibt es einen Denkmalschutz und damit verbundene Auflagen?

Außerdem sollten Sie vorab das Dach auf Leckagen, Tragfähigkeit und Materialqualität prüfen. Die Dachhaut, also die Unterspannbahn und die Dachbekleidung aus Ziegeln, Dachsteinen oder Metall, müssen intakt sein, damit die Dämmung darunter keinen Schaden durch eindringende Feuchtigkeit nimmt.

Mineralwolle auf den Sparren

Ist die Dachbekleidung sanierungsbedürftig, lohnt sich meist gleich eine Komplettsanierung des Daches samt einer Aufsparrendämmung. Die Komplettsanierung, also der Austausch der Dachbekleidung und die Aufsparrendämmung, wird von professionellen Dachdeckern durchgeführt. Denn die Arbeiten sind sehr umfangreich und finden außen auf dem Dach stehend statt. Ein Vorteil der Dämmung von außen ist, dass der Innenraum in der Umbauphase unbeeinträchtigt bleibt und auch in seiner Raumhöhe gleichbleibt. Die Aufsparrendämmung ist daher ein geeignetes Verfahren für bereits bewohnte Dachräume.

Mineralwolle zwischen den Sparren

Eine Zwischensparrendämmung mit Mineralwolle ist die einfachste Dämmmethode, die von talentierten Heimwerkenden oft auch im DIY-Verfahren selbst durchgeführt werden kann. Da die Dämmung im Gefach der Dachkonstruktion liegt, ermöglicht dieses Dämmverfahren also eine maximale Raumhöhe unterm Dach. Zugleich bleibt der äußere Dachaufbau unverändert. Während Sie bei unausgebauten Dachräumen selbst Hand anlegen und die Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle und die Dampfbremse eigenständig von innen verlegen können, ist bei bewohnten Dächern diese Art der Dämmung deutlich aufwendiger, denn: Ein Fachunternehmen muss beauftragt werden, um die Dampfbremse und Zwischensparrendämmung von außen einzubringen. Das macht meist nur Sinn, wenn die Dachziegel ohnehin erneuert werden sollen, und in Kombination mit einer Aufsparrendämmung.

Tipp: Vor der Anbringung der Zwischensparrendämmung kann es ratsam sein, die Statik der alten Sparren durch Fachleute überprüfen zu lassen. Gerade bei alten Häusern sind auch die alten Sparrenhöhen oft zu gering. In dem Fall können Sie die Sparren einfach aufdoppeln. So lassen sich die Sparren verstärken und die Gefache vertiefen.

Mineralwolle zwischen und unter den Sparren

Reichen die alten Sparrenquerschnitte zwar statisch, aber nicht für die notwendige Dämmtiefe, können Sie die Gefache ausdämmen und zusätzlich mit einer weiteren Dämmlage innenseitig unter den Sparren ergänzen. Zwar verringert die zusätzliche Dämmung unter den Sparren die Raumhöhe, aber diese ist eine bewährte Kombination mit besonders guten Dämmeigenschaften, weil sie auch die Sparren selbst überdämmt und die Gefahr von Wärmebrücken reduziert. Bauphysikalisch am sinnvollsten ist das Anbringen der Dampfbremse raumseitig, unterhalb der Untersparrendämmung.

Soll die Dampfbremse direkt unter den Sparren befestigt werden, gilt folgende Faustformel: Die Dämmlage unterhalb der Dampfbremse sollte nicht mehr als 20 Prozent der Gesamtdämmdicke betragen, damit kein Tauwasser ausfallen kann. Ansonsten bedarf es eines bauphysikalischen Nachweises.

Luftdichtheit herstellen

Für jedes Dach gibt es eines oder mehrere passende Dämmverfahren mit Mineralwolle. Bei allen Verfahren bzw. bei der Kombination verschiedener Dämmmaßnahmen sollten Sie am besten gemeinsam mit Fachleuten die Bauphysik im Auge behalten: Wenn warme Raumluft in den Dachaufbau gelangt und sich dabei auf dem Weg Richtung Dachaußenseite abkühlt, wird sie kondensieren und eventuell auf den Oberflächen der Holzbauteile Feuchteschäden verursachen. Deshalb ist bei jeder Dämmung im Holzdach auch eine dampfbremsende Folie zu verlegen, um die Luftfeuchtigkeit auf der warmen Bauteilseite auszubremsen. Hier ist Sorgfalt gefragt, sowohl bei der richtigen Folienwahl wie auch bei der luftdichten Verlegung der Folien und deren ebenso luftdichten Anschlüsse an alle Bauteile. Üblicherweise wird die Folie auf der zum Wohnraum zeigenden Seite der Dämmung verlegt.

Bei einer Aufsparrendämmung wird Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle durch einen Fachmann auf dem Dach angebracht.

Bei einer Aufsparrendämmung wird Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle durch einen Fachmann auf dem Dach angebracht.

Eine Zwischensparrendämmung kann auch problemlos in Eigenregie eingebaut werden.

Eine Zwischensparrendämmung mit Mineralwolle kann in Eigenleistung angebracht werden.

Eine lückenlose Untersparrendämmung aus Mineralwolle minimiert Wärmebrücken im Bereich der Dachsparren.

Eine lückenlose Untersparrendämmung aus Mineralwolle minimiert Wärmebrücken im Bereich der Dachsparren.

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