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Auf die Sparren, fertig los!

 

So gelingt die Aufsparrendämmung mit Mineralwolle

Die Aufsparrendämmung mit Mineralwolle (Glaswolle und Steinwolle) ist ein schnelles und unkompliziertes Dämmverfahren. Sie schützt das Dachtragwerk zuverlässig vor äußeren thermischen Einflüssen und Feuchtigkeit, vor Flammen, Brandüberschlägen und Lärm. Und sie erweitert den Dachwohnraum im Innern maximal. Es spricht also alles für eine Aufsparrendämmung mit Mineralwolle, und die ist bei neugebauten und großen Dachflächen besonders leicht.

Aber auch im Bestand hat die Aufsparrendämmung viele Vorteile: So lässt sich auch ein bewohntes Dachgeschoss nachträglich mit einer Aufsparrendämmung von außen dämmen. Wenn die Dacheindeckung getauscht werden muss oder im Innern das Gebälk sichtbar bleiben soll, dann ist die Aufsparrendämmung ein optimales Dämmverfahren. Beachten Sie aber: Die Dämmung des Daches von außen ist eine Aufgabe für den Dachdecker-Profi.

Im Neubau gehen wir von einer tragfähigen, ebenen Holzschalung aus, die außen auf den Sparren liegt. Als Dachdecker kennen Sie sicher das Grundprinzip der Dämmarbeiten: Sie führen jede Lage des Dachaufbaus immer bahnweise und quer zur Sparrenlage aus und arbeiten so in Schichten von unten nach oben, von der Traufe bis zum First. So erhalten Sie Anschlüsse, bei denen auftreffendes Wasser von oben nach unten einfach abfließen kann, ohne sich in möglichen Stößen oder Falten zu sammeln.

Erster Schritt: die Dampfbremse

Im ersten Schritt verlegen Sie eine Dampfbremse auf die Schalung. Diese verhindert, dass sich im Dachaufbau Feuchtigkeit und Schimmel bilden. Zunächst sollten Sie die Schalungsbretter auf dem Dachüberstand demontieren, um die Dampfbremse besser an die traufseitigen Außenwände anschließen zu können. Dann wird die Dampfbremse quer zur Schalung ausgerollt. Befestigen Sie jede Bahn entweder mit vorab auf der Schalung ausgelegten Doppel-Klebestreifen oder mit Tackerklammern, die Sie ca. alle 10 cm setzen müssen. Achten Sie bei der ersten Bahn im Traufbereich darauf, dass die Folie die Dachkante um 20 cm überlappt. Hier müssen Sie die Folie über den auskragenden Sparren T-förmig einschneiden und vertikal in den Sparrenzwischenraum nach unten knicken. So erhalten Sie einen guten Zuschnitt, um die untere Bahn mit Kleberaupe und -streifen luftdicht an Sparren und Außenwand anzuschließen.

Achten Sie stets darauf, die Klebemasse tief in jede Falte und durchgängig unter den Folienrand zu spritzen. So entsteht eine durchlaufende, von Folie überdeckte Kleberaupe, die einen luftdichten, sicheren Anschluss garantiert. Wenn Sie die unterste Folienbahn quer verlegt haben, rollen Sie die nächste Bahn so aus, dass diese die darunterliegende um 10 cm überlappt. Um diesen Überlappungsbereich luftdicht auszuführen, drücken Sie die Klebestreifen der beiden aufeinanderliegenden Folien mit einer Andrückhilfe fest. Um die Luftdichtheit der Tackerstellen langfristig auch bei Bewegungen in der Dachkonstruktion zu gewährleisten, können Sie die Tackerklammern mit Klebeband zusätzlich abdichten.

Luftdichter Anschluss bei Giebeln, Gauben und durchgeführten Bauteilen

Jeder Anschluss an angrenzende Bauteile muss luftdicht ausgeführt sein. Wie der Traufanschluss erfolgt auch der luftdichte Anschluss der Dampfbremse an die Oberseite der Giebelwände mit einer durchgängigen Kleberaupe. Bei sehr rauen Oberflächen braucht die Kontaktseite der Giebelwand vorher einen Glattstrich, damit der Anschluss luftdicht gelingt. Gleiches gilt auch für Kaminwände, deren gemauerte Oberfläche eventuell rau und uneben ist und zuerst geglättet werden muss, um eine Dampfbremse luftdicht anzuschließen.

Es gibt verschiedene Varianten, um durchs Dach geführte Bauteile luftdicht anzuschließen: mit vorgefertigten oder selbst gebauten Rohr-, Vlies- oder Folienmanschetten bei kleineren Durchbrüchen, mit selbstgebauten Folienanschlüssen, mit Kleberaupen und Klebeband bei größeren Durchbrüchen wie Kamine oder Gauben. Auch hier gilt immer: Achten Sie in den Ecken, bei Folienüberlappungen und -stößen ganz besonders auf die Luftdichtheit und bessern Sie mit Dichtmasse und Tape nach. Denn die korrekte, luftdichte Verlegung der Dampfsperre ist sehr entscheidend für eine einwandfreie Dachkonstruktion.

Zweiter Schritt: Dämmplatten aus Mineralwolle verlegen

Ist die Dampfbremse verlegt, können Sie die unteren Schalungsbretter wieder einklinken, sie im Bereich des Dachüberstandes um die Dämmhöhe aufdoppeln und eine Unterdeckbahn aufkleben. Die aufgedoppelte Schalung dient nun als Schubholz, an das Sie die unterste Reihe Dämmplatten aus Mineralwolle dicht angelegen können.

Verlegen Sie anschließend die Dämmplatten im Verband und vermeiden dadurch vertikal durchlaufende Stöße. An durchgeführten Bauteilen müssen Sie Dämmstreifen speziell zuschneiden oder Stopfwolle einpassen, um lückenlos zu dämmen. Am First lassen Sie die Dämmplatten um die Dämmstärke über die Dachkante ragen und stoßen die Dämmplatten der anderen Seite daran.

Kombination aus Aufsparren- und Zwischensparrendämmung

Bei bereits bewohnten Dachgeschossen lässt sich oft der Bereich zwischen den Sparren für eine Dämmung nutzen und mit einer Aufsparrendämmung kombinieren. Dadurch erhöhen sich die Trauf- und Firstlinien nur marginal, und die historischen Proportionen eines Altbaus bleiben erhalten. Mit einer Kombination aus Zwischen- und Aufsparrendämmung finden Sie einen guten Kompromiss für eine optimale Dämmleistung und höchsten Brand- und Schallschutz.

Liegt die Dachschalung auf der Innenseite der Sparren, können Sie von außen Nagelschutzplatten im Sparrenzwischenraum auslegen. Auf diese Lage verlegen Sie die Dampfbremse  in Schlaufen um die Sparren und in die Sparrenzwischenräume. Dann lassen sich die Sparrenzwischenräume von außen dämmen und mit einer Aufsparrendämmung ergänzen. Damit die Verlegung der Dampfbremse bei diesem Aufbau korrekt und insbesondere luftdicht erfolgt, braucht es auch hier einen erfahrenen Profi.

Bei der Aufsparrendämmung lässt sich also abhängig von Bauaufgabe, Auflagen und Dämmziel zwischen zwei Dämmverfahren wählen: die reine Aufsparrendämmung oder die Kombination aus Zwischen- und Aufsparrendämmung. Beide haben eines gemeinsam: Mit Mineralwolle bringen sie den höchsten Wärme-, Brand- und Schallschutz aufs Dach.

 

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Bei einer Aufsparrendämmung wird Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle durch einen Fachmann auf dem Dach angebracht.

Bei einer Aufsparrendämmung wird Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle durch einen Fachmann auf dem Dach angebracht.

Eine Zwischensparrendämmung kann auch problemlos in Eigenregie eingebaut werden.

Eine Zwischensparrendämmung kann auch problemlos in Eigenregie eingebaut werden.

 

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