Blog Mineral Maximal
Header I Blog I Richtig dämmen I Der Dämmstoff I Foto Unsplash, Adrien Olichon

Fünf Tipps, wie Sie richtig dämmen

Wer dämmt, kann steigenden Energiekosten entgegenwirken und die Behaglichkeit ganzjährig verbessern. Eine Dämmung aus Mineralwolle reduziert den Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten eines Gebäudes bei gleichzeitigem Schall- und Brandschutz. Damit Ihr Dämmvorhaben sicher gelingt, zeigt Ihnen die folgende Checkliste, wie Sie leicht, fehlerfrei dämmen und die Qualität und den Wert Ihres Hauses nachhaltig steigern:

1. Einfach dicht machen

Um Wärmebrücken und Tauwasser zu vermeiden, muss die Dämmung fugenfrei an alle Bauteile anschließen. Das gelingt mit Mineralwolle, also Glaswolle und Steinwolle, sehr leicht, denn dank ihrer flexiblen Beschaffenheit passt diese sich unebenen Oberflächen an. Damit die Anschlüsse bei Gefach- und Zwischensparrendämmungen auch wirklich dicht sind, schneiden Sie die Dämmplatten aus Mineralwolle etwa einen Zentimeter breiter als die Gefachbreite. So lassen sich die Dämmstücke fugenfrei und flach ins Gefach klemmen. Weil vor allem alte Holzkonstruktionen selten eine gradlinige Geometrie und ebene Oberfläche haben, sollten Sie die Breite der Sparren- oder Rahmengefache in unterschiedlichen Höhen vermessen und passgenau zuschneiden.

Bei komplizierten Anschlüssen, zum Beispiel bei Fensterrahmen, schräg anschließenden Gauben, Balken, Pfetten und stark verzweigtem Sprengwerk, geht es aber auch ohne auszumessen: Legen Sie Kartonschablonen auf die Konstruktion, auf denen Sie den Verlauf der Bauteile einzeichnen. Das vermeidet Fehler beim Ausmessen und beschleunigt den korrekten Zuschnitt der Dämmstücke. Vergessen Sie aber auch hier nicht, einen Zentimeter rundum hinzuzugeben, damit die Dämmstücke dicht im Gefach klemmen.

2. Kontrollieren und nachbessern

Nach der Dämmarbeit folgt immer die Qualitätskontrolle, denn sicher ist sicher: Schauen Sie, ob alle Hohlräume, alle Ecken und Anschlüsse wirklich dicht ausgedämmt sind. Gerade hinter Anschlüssen von Balken oder Pfetten entstehen mitunter Hohlräume, die bei der einfachen Verlegung von Dämmplatten leicht übersehen und ausgespart werden. Das kann passieren, wenn die Dämmplatte zwar ein Sparrengefach ausfüllt, aber mit rechtwinkliger Kante an eine Pfette stößt. Wird hier die Dämmplatte nicht entlang der Pfette abgeschrägt, schließt sie nicht bündig an und bildet einen Hohlraum.

Wenn Sie solche Fugen und Hohlräume bei Ihrem Qualitätscheck entdecken, macht Mineralwolle es Ihnen leicht: Sie können diese Bereiche einfach mit Dämmstücken oder Stopfwolle aus Mineralwolle dicht ausdämmen. Die Stöße verfilzen miteinander, so dass eine nachträgliche Ausbesserung fugenlos gelingt.

3. Bauphysik verstehen

Die Dämmung sollte mit einer luftdichten Ebene vor Luftfeuchtigkeit geschützt werden. Immer wieder sorgt die Materialität und die Lage der Dampfbremse bei Laien für Unsicherheiten. Eine luftdichte Dampfbremse wird immer innenseitig vor der Dämmebene eingebaut. Heutzutage empfehlen Experten, statt der früher üblichen dichten Dampfsperrfolien sogenannte feuchtevariable Dampfbremsen. Das hat folgenden Grund: Die luftdicht verlegte Dampfbremse verhindert, dass Luftfeuchtigkeit in die Dämmebene gelangt. Abhängig von der Beschaffenheit der Dampfbremse (sd-Wert) und der Reaktion der Folie auf Luftfeuchtigkeit und Temperatur, kann die feuchtevariable Dampfbremse bei Bedarf kleine Mengen Luftfeuchtigkeit aus der Dämmebene wieder herausführen. Das ist wichtig, um vor allem im Neubau die eingebaute Restfeuchtigkeit des Holzes abzuführen.

Hinzu kommt, dass sich im gedämmten Bauteil die Temperatur verändert: Im Winter ist die Außenseite des Bauteils und der Dämmung kalt, innenseitig ist beides warm. Gelangt nun Luft samt Feuchtigkeit von innen in die Dämmebene, dann kühlt sich diese eindringende Luft mit der Temperatur im Bauteil ab. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft. Deshalb schlägt sich beim Abkühlen der Luft die Luftfeuchtigkeit als Kondensat an den Bauteilen ab. Wenn diese Feuchtigkeit nicht rücktrockenen kann und sich im Bauteil sammelt, entstehen Feuchteschäden.

Die korrekte und sichere Lage für die feuchtevariable Dampfbremse ist also auf der Innenseite der Dämmung. Es gibt Wand- oder Dachaufbauten, bei denen die Dampfbremse zwischen zwei Dämmlagen liegt, dann aber sollten Sie immer den Rat eines Experten einholen, um die bauphysikalischen Konsequenzen berechnen zu lassen.

4. Luft raus

Achten Sie im nächsten Schritt auf die luftdichten Anschlüsse der Dampfbremse. Diese drei Aspekte sollten Sie dabei besonders beherzigen:

  • Alle Bauteile, an denen die Dampfbremse befestigt wird, müssen saubere und glatte Oberflächen haben, damit die Dampfbremse dauerhaft und luftdicht verklebt werden kann. Staub und Unebenheiten reduzieren nicht nur die Haftung der Klebeflächen, sondern können auch wie kleine Tunnel Luft hinter die Dampfbremse leiten. Bürsten Sie daher alle Oberflächen sauber ab und spachteln und glätten die Flächen, an die die Dampfbremse anschließen soll, wie zum Beispiel Giebelwände.
  • Verkleben Sie Stöße und Anschlüsse luftdicht. Die Bahnen der Dampfbremse müssen sich an den Stößen um 10 cm überlappen und haben dafür tlw. bereits werkseitig eingebrachte, selbstklebende Randstreifen, die Ihnen die luftdichte Verbindung der Bahnen erleichtern. An den Bauteilanschlüssen gilt: Doppelt hält besser. Schließen Sie also die Bahnen mit einem durchgängigen Klebewulst an Bauteile an und überkleben Sie die Anschlüsse zusätzlich mit Klebeband.
  • Verschließen Sie mögliche mechanische Beschädigungen der Bahn, wie zum Beispiel Tackerbefestigungen. Überkleben Sie diese Bereiche luftdicht und faltenfrei mit Klebeband.

5. An die Nutzer denken

Wer den Raum nutzt, macht sich oft wenig Gedanken um den Aufbau eines Bauteils. Beachten Sie also im Vorfeld schon, dass die Nutzenden den bauphysikalischen Aufbau nicht so leicht beschädigen können. Die Innenverkleidung vor einer luftdicht ausgeführten Dämmebene bedarf keiner Hinterlüftung. Dennoch kann es sinnvoll sein, Konstruktion und Dicke der Innenbekleidung sowie den Abstand der Bekleidung zur Dämmung so zu planen, dass Schrauben und Nägel die luftdichte Dampfbremse nicht beschädigen können. Mit der Aufhängung von Bildern und kleinen Regalen ist immer zu rechnen. In Küchen müssen Sie sogar mit schweren Wandaufhängungen und entsprechend tiefen Verschraubungen rechnen. Hier kann ein anderer dampfbremsender Aufbau, wie zum Beispiel mit OSB-Platten, sinnvoll sein.

image_pdf
Bild 1 I Zuschnitt Dämmmatten I Ausmessen I Der Dämmstoff I Foto Isover

Altes Holzgebälk ist selten gerade. Für den korrekten Zuschnitt der Dämmmatten messen Sie daher das Gefach auf verschiedenen Höhen aus.

Bild 2 I Dachschrägen dämmen I Der Dämmstoff I Foto Isover

Durch die Schräglage des Daches ist die Dämmplatte am Anschluss zur Geschossdecke abzuschrägen, um den Raum hinter der Fußpfette vollflächig auszudämmen. Ragt die hintere Kante der Fußpfette in die Dämmebene, müssen Sie den Dämmstoff passgenau „ausklinken“: Das bedeutet, Sie schneiden entlang der Pfette eine Kante in den Dämmstoff, damit dieser bündig und ohne Stauchung an die Bauteile anschließt.

Bild 3 I Dämmung abdichten I Der Dämmstoff I Foto Isover

Schauen Sie beim Abdichten genau hin: Bringen Sie das Klebeband faltenfrei, fest, gerade und auf sauberen Untergrund über die Stöße oder Tackerbefestigungen an, damit die Dampfbremse wirklich luftdicht ist.

Bild 4 I Dämmstoff mit Folie abdichten I Der Dämmstoff I Foto Isover

Um die Folie an Bauteile sicher und luftdicht anzuschließen, sind diese doppelt abzudichten: erst mit einem durchgängigen Klebewulst, dann den Folienrand mit Klebeband. Die Oberfläche des Bauteils muss dafür natürlich sauber und haftfähig sein.

 

Alle Fotos: SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG

 

Ähnliche Artikel, die Sie interessieren könnten: