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Die Goldene Waage ist ein altes Kaufmannshaus in der historischen Altstadt von Frankfurt, die mit Mineralwolle gedämmt wurde.

Frankfurts neue Altstadt und ihre „Goldene Waage“


  • Frankfurt am Main hat seine Altstadt wiederaufgebaut – teilweise mit rekonstruierten, teilweise mit historisch anmutenden Gebäuden
  • Die „Goldene Waage“ war einst das prächtigste Haus der Altstadt und wurde vom Architekturbüro Jourdan & Müller Steinhauser wiedererrichtet
  • Mineralwolle kam bei der Dachdämmung der „Goldenen Waage“ zum Einsatz

Mai 2018: Es war ein historischer Moment, als Peter Feldmann, Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, die neue Altstadt eröffnete. Sechs Jahre lang wurde gebaut, rund 200 Millionen Euro kostete das Projekt. Es war eine Herzensangelegenheit. Die ursprüngliche Altstadt Frankfurts gehörte zu den größten Fachwerkvierteln Deutschlands und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Heute steht sie wieder: eine neue Altstadt mit Cafés, Geschäften, Museen und Wohnungen. 35 Häuser hat die Stadt bauen lassen. 20 Gebäude wurden komplett neu entworfen und muten historisch an, 15 sind Nachbauten, die zwar nach den Vorlagen der ursprünglichen Gebäude gebaut wurden, aber den heutigen Bauvorschriften entsprechen. Eines davon ist die „Goldene Waage“.

Das einst prächtigste Wohn- und Geschäftshaus ist wieder da – mit Hilfe von Mineralwolle

1605: Der Bauherr Abraham van Hamel, ein reformierter Glaubensflüchtling aus den spanischen Niederlanden, kaufte sich das beste Grundstück am Platz direkt gegenüber vom Domturm. Das Gebäude, das der Gewürz-, Farbenhändler und Zuckerbäcker van Hamel dann 1618-19 dort errichten ließ, wurde schnell zum Tourismusmagneten: ein klassisches Kaufmannshaus mit prächtigem Fassadenschmuck, inspiriert von Antwerpen, der alten Heimat des Bauherrn. Eine Provokation für die damalige Zeit. In Frankfurt war Bescheidenheit eine Zier, die prunkvolle „Goldene Waage“ war weit von diesem Ideal entfernt.

1889 erwarb schließlich die Stadt Frankfurt das Gebäude und baute es zu einem Museum aus. 1944 wurde es dann zusammen mit der gesamten Altstadt im Krieg zerstört.

Das Architekturbüro Jourdan & Müller Steinhauser hat mit viel Liebe zum Detail das Kaufmannshaus wiedererrichtet und dabei seit 2013 viele Quellen gesichtet. Wo diese schwiegen, fuhr der mehrfach ausgezeichnete Architekt Jochem Jourdan beispielsweise nach Belgien, um Häuser aus der Entstehungszeit der „Goldenen Waage“ zu besichtigen und Rückschlüsse ziehen zu können. Eine Rekonstruktion ist das Gebäude eigentlich nicht mehr, sondern vielmehr ein schöpferischer Nachbau. Da der Nachbau auf einem Fundament steht, das die Ruinen der karolingischen Pfalz überdeckt, konnten die früheren Keller nicht nachgebaut werden. Zudem entspricht die „Goldene Waage“ nun den heutigen Anforderungen an Statik, Brandschutz und Energieeinsparung.

Und hier kommt der Dämmstoff Mineralwolle ins Spiel: Die gesamte Dachdämmung des Vorder- und Hinterhauses wurde mit Mineralwolle umgesetzt. Damit hilft sie, die Vorgaben der Energieeinsparung einzuhalten, denn über ein ungedämmtes Dach entweicht unnötig viel Wärme. Mineralwolle, egal ob Glaswolle oder Steinwolle, eignet sich dank ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit besonders gut zur Dämmung von außen und innen.  Der Dämmstoff hält somit die Wärme in den kalten Monaten im Gebäude und sperrt gleichzeitig die Hitze im Sommer aus. Zudem hat Mineralwolle als nichtbrennbarer Baustoff der Euroklasse A1 den entscheidenden Vorteil, dass sie selbst unter Einwirkung von höheren Temperaturen noch formstabil bleibt. Mineralwolle leistet damit einen entscheidenden Beitrag zum passiven Brandschutz.

Wer die „Goldene Waage“ einmal besuchen möchte, bekommt hier einen besonderen Tipp: Frankfurt am Main feiert vom 28. bis 30. September seine neue Altstadt mit einem Fest.

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Altstadt Frankfurt: Viele Originalbauteile sind erhalten und wurden beim Nachbau wieder eingesetzt. Dies gilt vor allem für die Steinfassade.

Nachbau der Frankfurter Altstadt: Die größte Herausforderung für Architekt Jochem Jourdan war die Recherche für den Nachbau, den er mit viel Liebe zum Detail plante.

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Drohnenflug über die neue Frankfurter Altstadt. Quelle: YouTube

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Viele Originalbauteile sind erhalten und wurden beim Nachbau wieder eingesetzt. Dies gilt vor allem für die Steinfassade. Foto: Jourdan & Müller Steinhauser GmbH

Bild 2
Die größte Herausforderung für Architekt Jochem Jourdan war die Recherche für den Nachbau, den er mit viel Liebe zum Detail plante. Foto: Jourdan & Müller Steinhauser GmbH

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