Dachboden | Dämmung oberste Geschossdecke mit Mineralwolle | Der Dämmstoff | Foto von Deutsche Rockwool

Dachboden dämmen – Teil 2

Dämm it yourself

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist die DIY-Maßnahme mit einem der höchsten Energiespareffekte im Haus und verspricht zugleich mehr Komfort im obersten Wohngeschoss. Nachdem wir uns im vorigen Beitrag näher mit der Planung beschäftigt haben, geht es im zweiten Teil um die richtige schrittweise Ausführung der Dachbodendämmung.

Wie fange ich an?

Am Anfang steht die Reinigung der Oberflächen. Bei Beton fegen Sie den Dachboden und die Anschlussbereiche einfach sauber aus. Bei Holzbrettern sollten Sie auch auf Nägel oder größere Splitter achten. Wenn Sie nicht nur auf dem Holzboden, sondern bei einer Holzbalkendecke auch im Zwischenraum der Balken, also in den Gefachen, dämmen möchten, werden diese zuerst geleert, gesäubert und ggf. die Holzbalken mit einer Stahlbürste sauber geschrubbt. Das ist wichtig für die Verlegung der Dampfbremse im nächsten Schritt. Denn damit diese Folie nicht an spitzen Unebenheiten scheuert oder gar reißt, sollten die Flächen möglichst glatt sein.

Was ist eine Dampfbremse und wozu wird sie gebraucht?

Eine dampfbremsende Folie verhindert, dass feuchte, warme Luft aus dem Innenraum in die Dämmung gelangt, auf ihrem Weg nach außen abkühlt und zu Tauwasser in der Dämmung und an den Bauteilen führt. Die Dampfbremse muss also luftdicht sein und verhindert so Feuchteschäden.

Bei Holzbalkendecken brauchen Sie eine Dampfbremse oder aber eine andere luftdichte Schicht, wie beispielsweise OSB-Platten mit abgedichteten Fugen. Sinnvoll ist, dass Sie sich bei der Wahl der Dampfbremse gut beraten lassen und bei allen Komponenten bei einem System bleiben. Das vereinfacht die Verlegung und sorgt dafür, dass wirklich alles zusammenpasst.

Auf Betondecken braucht es übrigens keine Dampfbremse, denn die Betondecke selbst ist luftdicht. Lediglich die Deckendurchbrüche zum Beispiel an Kamin- und Rohrdurchführungen sind mit Klebemasse abzudichten.

Wo wird die Dampfbremse verlegt? 

Die Dampfbremse liegt immer auf der Raumseite der Dämmung, also hier zwischen Holzkonstruktion und Dämmung. Wenn Sie Mineralwolle über der Geschossdecke verlegen, können Sie die Folienbahnen sehr schnell auf dem ebenen und gesäuberten Holzbelag ausrollen. Dämmen Sie dagegen im Sparrenzwischenraum, müssen Sie die Dampfbremse von oben in Schlaufen über jeden Balken und in jedes Gefach verlegen.

Achten Sie darauf, die Folie sauber bis in die Ecken und über den Gefachboden zu führen. Die Bahn darf dabei weder spannen noch luftgefüllte Taschen ausbilden. Falten in den Innenecken werden glattgestrichen und mit Klebemasse luftdicht ausgefüllt. Die Folienbahnen müssen sich um mindestens 10 cm überlappen. Das gilt für beide Verfahren. An den überlappenden Rändern verkleben Sie die Folien miteinander. Einige Hersteller bieten hier Dampfbremsen mit selbstklebenden Rändern. Ansonsten müssen Sie die Folien mit einem durchgängigen Klebewulst etwa 1 cm hinter dem Folienrand miteinander verkleben. Der Rand der obenliegenden Folie ist in beiden Fällen zusätzlich mit einem Klebeband abzudichten.

Was mache ich mit den Rändern der Folie?

Auch an den Rändern müssen Sie die Folie mit einem Klebewulst und mit Klebeband an alle angrenzenden Bauteile luftdicht anschließen. Dieser luftdichte Anschluss ist der herausforderndste Teil der Dämmarbeiten, denn die Bauteile können aus ganz unterschiedlichen Materialien bestehen wie Sparren und Fußpfetten aus altem, gerissenem und unebenem Holz oder aus gemauerten Kaminen und Giebelwänden mit tiefen Mörtelfugen.

Damit die Folie auch hier gut und luftdicht klebt, müssen Sie die Bauteile eventuell an den Kontaktstellen vorbereiten und Oberflächen glätten, verputzen oder ausbessern. Holzsparren können Sie mit OSB-Platten umbauen und so eine glatte Oberfläche herstellen. Ist dieser Schritt erledigt, können Sie jetzt die Dämmung leicht verlegen.

Wie verlege ich das Dämmmaterial?

Mit Mineralwolle geht das Dämmverfahren recht zügig. Sie können die Dämmlagen einfach Matte für Matte auf dem Dachboden ausrollen. Wenn Sie den Dachboden anschließend noch betreten und als Abstellraum nutzen möchten, wählen Sie trittfeste Mineralwolleplatten. Achten Sie darauf, die Dämmung immer dicht an die Nachbarmatten und an die Bauteile zu stoßen, damit keine offenen Fugen bleiben. Auch die versteckten Hohlräume hinter Fußpfetten oder Sparren und in den spitzen Winkeln der Traufe sind sauber und fugenfrei auszudämmen.

Der Dämmstoff Mineralwolle macht es Ihnen hier leicht:

Mineralwolle lässt sich in kleine Teile schneiden und als Stopfwolle auch in kleinste Hohlräume füllen. Auf die erste Dämmlage kommt dann eine zweite Schicht, die Sie quer zur ersten verlegen. Auf diese Weise überdämmen Sie die Stoßfugen der unteren Lage mit den darauf liegenden Matten aus Mineralwolle. Anschließend legen Sie nach Bedarf lastverteilende Holzplatten als Trittbelag auf die Dämmebene und machen so den Dachraum so nutzbar.

Wie funktioniert die Dämmung im Gefach?

Wenn Sie im Gefach dämmen, dann schneiden Sie die Matten mit einem Cutter auf Gefachbreite zu und legen die jeweilige Matte ins Gefach. Auch hier stoßen Sie die Mineralwollematten dicht aneinander. So können die Stöße optimal miteinander verfilzen und eine dichte, fugenlose Dämmschicht bilden.

Wählen Sie für die erste, untere Lage eine Dämmstärke in Gefachhöhe. Dann können Sie die zweite Dämmschicht einfach wie oben beschrieben quer zur ersten über die Balken hinweg auslegen. Denken Sie auch hier daran, alle versteckten Hohlräume sauber auszudämmen. Hier lässt sich am Ende ebenfalls ein Trittbelag verlegen.

Ein paar Tipps zum Schluss

Schützen Sie sich wie bei allen Arbeiten mit Arbeitshandschuhen und besonders im Innenraum mit einem Mund-Nasen-Schutz. Arbeiten Sie zu zweit, so gehen viele Schritte einfacher. Planen Sie außerdem schon vorab auch die nächsten Sanierungsschritte und verpassen keine Förderung. Warum sich das lohnt, lesen Sie hier.

Headerbild: Deutsche Rockwool

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