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Ein Rollrasen für die Autobahn


 

  • Vegetationsmatten mit pflegeleichten Sedum-Pflanzen schmücken Autobahnmittelstreifen und verhindern unerwünschten Bewuchs
  • Mineralwolle dient als Erdersatz, der genug Wasser und Nährstoffe für die ausgewählten Pflanzen speichert

 


04. Oktober 2017 – Nichts erzürnt deutsche Autofahrer wohl so sehr wie Stau auf der Autobahn. Wenn der Verkehr mal wieder nicht rollt, dann liegt es entweder an einer Baustelle oder einem Unfall – oder an den Pflanzen der Autobahnmittelstreifen. Denn sie müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sie nicht auf die Fahrbahn wachsen. Hierfür wird jedes Mal die linke Spur abgesperrt, was den Verkehr behindert. Straßenplaner wünschen sich daher ein möglichst pflegeleichtes Grün. Die Lösung bietet ihnen Holger Neisser, Vertriebsmanager bei Internationale Geotextil GmbH: ein „Rollrasen“ für die Autobahn.

Kein Gießen, Mähen oder Abholzen mehr nötig

Dieser Rollrasen ist eigentlich eine Vegetationsmatte aus verschiedenen Sedum-Pflanzen. Diese wachsen nur einige Zentimeter hoch und speichern Wasser und Nährstoffe in ihren fleischigen Blättern. Unter dem Sedum liegen eine drei Zentimeter dicke Mineralwollschicht sowie Vlies, Kies und Sand. Die Pflanzen gedeihen problemlos auf der Mineralwolle, die als Erdersatz dient. „Die Mineralwolle bietet Raum für die Wurzeln und lagert genug Nährstoffe und Wasser für die Sedum-Pflanzen ein“, beschreibt Landschaftsbauer Holger Neisser das Konzept der Vegetationsmatte.

Mit diesen Matten wird die Grünpflege auf den Mittelstreifen auf ein Minimum reduziert „Unkraut und andere ungewünschte Pflanzen können auf der Mineralwolle nicht wachsen. Das sollen sie auf den Mittelstreifen ja auch nicht, damit ich möglichst wenig Pflege habe“, erklärt der 42-Jährige. Ein willkommener Nebeneffekt: Die ausgewählten Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Daher ändert sich das Erscheinungsbild der Mittelstreifen im Laufe des Jahres und ist mal gelb, mal weiß und mal rosa.

11.500 Quadratmeter Pflanzen schmücken die A33

Auf der Autobahn A33 schmücken die Pflanzen nun eine neu gebaute und rund acht Kilometer lange Teilstrecke bei Bielefeld. Fünf Mitarbeiter von Holger Neisser verlegten hier insgesamt 11.500 Quadratmeter Sedum-Matten. Den Auftrag gab der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen. Er beschäftigt allein 2.000 Straßenwärter für die Grünpflege an ihren Bundes- und Landesstraßen. Daher sollen pflegeleichte Pflanzen auch weitere Mittelstreifen in NRW zieren. Wenn es nach Holger Neisser geht, gerne auch bundesweit: „Das wäre natürlich Traum und Wunsch von uns.“

Weitere Informationen, Bilder und Links finden Sie auf Twitter @DerDaemmstoff unter dem Hashtag #MaxMin.

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Bild1
(Foto: Holger Neisser): Die Vegetationsmatte besteht aus verschiedenen Sedum-Pflanzen. Darunter liegen eine drei Zentimeter dicke Mineralwollschicht sowie Vlies, Kies und Sand.

Bild2
(Foto: Holger Neisser): Ein willkommener Nebeneffekt: Die ausgewählten Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Jahreszeiten. So hat der Mittelstreifen zu jeder Jahreszeit ein anderes Erscheinungsbild.

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