Stets exzellent: Ein Whisky wird perfektioniert

  • Das Familienunternehmen Warenghem produzierte 1987 den ersten französischen Whisky

  • Auch mit Hilfe von Mineralwolle perfektionierte ein Whisky-Experte den Geschmack

  • Dieser kann nun sogar mit dem schottischen Vorbild mithalten

2. November 2016 – Whisky aus Frankreich? Das macht nicht nur Kenner stutzig. Doch in der bretonischen Destillerie Warenghem fühlt man sich der Tradition der Kelten schon seit bald 30 Jahren verbunden und hat den Ehrgeiz, mindestens genauso gut zu sein, wie die Vorbilder von der Insel. Um das zu erreichen, ließ sich das Familienunternehmen sogar von dem Chemiker Dr. James Swan aus Schottland beraten. Dem Experten gelang es schließlich, dem Whisky einen fruchtigen Geschmack zu verleihen – auch mit Hilfe von Mineralwolle.

Zuerst wird Bier gebraut, dann destilliert und schließlich der Whisky gelagert

Drei bis vier Tage lang gären Hefe, Wasser und gemahlenes Getreide in speziellen Stahlgärbottichen, sogenannten Washbacks. Die Temperatur sollte dabei immer relativ gleich bleiben. „Früher fiel die Temperatur immer von 32 auf 27 Grad ab“, erklärt David Roussier, Distillery Manager bei Warenghem. Um das zu verhindern, isolierten die Mitarbeiter die Washbacks. „Durch die Mineralwolle wird die Temperatur nun während des gesamten Prozesses konstant bei 32 Grad gehalten. Dadurch entwickelt der Whisky mehr fruchtige Noten, die auf Ester-Ketten zurückzuführen sind.“ Für die Brennerei eine sehr effiziente und preisgünstige Lösung. Alternativ hätten man Gärbottiche aus Holz beschaffen müssen, die nicht so anfällig gegenüber Temperaturschwankungen sind. Das wäre aber sehr teuer geworden.

Das Ergebnis ist ein fruchtiges Destillat, das die perfekte Grundlage für einen aromatischen Whisky bildet. Wie wichtig der Geschmack ist, weiß Corinna Schwarz, Geschäftsführerin von Alba Import, Whisky Importeur und Großhändler. „Whisky ist im Vergleich zu anderen Spirituosen sehr komplex im Geschmack. Man kann etliche Dinge schmecken, die eigentlich gar nicht drin sind, zum Beispiel Birnen oder tropische Früchte. Das ist der besondere Reiz an Whisky.“

Die Franzosen zeigen wie es geht. Doch wie steht es um den deutschen Whisky?

Whisky ist Trend. Das haben auch die deutschen Brenner erkannt und sind vielfach in die Produktion eingestiegen. Für Corinna Schwarz ein schwieriges Thema: „Es gibt guten deutschen Whisky aber auch nicht so guten. Das liegt dann häufig daran, dass nicht die richtige Apparatur verwendet wird. Die ist aber entscheidend für den Geschmack.“ Die Nachfrage nach irischem und schottischem Whisky war zuletzt so groß, dass es Lieferengpässe gab und die Preise stark gestiegen sind. „Wegen des Brexit-Votums haben wir derzeit ein schwaches Pfund und Handelsvorteile. Vielleicht heben sich die Preissteigerungen der letzten Jahre dadurch wieder auf.“ Wer im Whisky-Markt erfolgreich sein will, muss also Qualität und vor allem Geschmack liefern. Das Familienunternehmen Warenghem hat vorgemacht, wie das geht – auch mit Mineralwolle.

Destillerie Warenghem

Alba Import

Weitere Informationen, Bilder und Links finden Sie auf Twitter @DerDaemmstoff unter dem Hashtag #MaxMin.

Für viele ist der schottische Whisky ein klassisches Vorbild. Auch für das Familienunternehmen Warenghem, das den „Armorik“ herstellt. Foto: Destillerie Warenghem


Die Stahlgärbottiche wurden mit Mineralwolle ummantelt. Dies sorgt für gleichbleibende Temperaturen bei der Fermentation und für ein fruchtiges Whisky-Aroma. Foto: http://www.whisky-distillery.net


Mithilfe von Mineralwolle erhält der Whisky ein fruchtigeres Aroma. Dietmar Schulz von Alba Import (links) und David Roussier, Distillery Manager Warenghem (rechts), machen die Probe. Foto: Destillerie Warenghem.

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