Das Haus winterfest machen

Fünf einfache Maßnahmen, mit denen Sie Heizkosten sparen können

Mit den ersten kühlen Herbsttagen beginnt vielerorts die Heizperiode und damit stellt sich wieder die Frage, wie hoch die nächste Heizkostenrechnung ausfallen wird. Der aktuelle Heizspiegel 2026 zeigt: Bereits 2025 war das Heizen für viele teurer als im Vorjahr – je nach Heizart unterschiedlich stark. Auch für 2026 werden bei einigen Energieträgern weitere Kostensteigerungen erwartet.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Laut Heizspiegel können rund 90 Prozent der Haushalte ihre Heizkosten noch senken. In einem Einfamilienhaus liegt das durchschnittliche Einsparpotenzial bei etwa 1.000 Euro pro Jahr – beispielsweise durch ein angepasstes Heizverhalten, die Optimierung der Heizungsanlage oder energetische Sanierungsmaßnahmen.

Hauseigentümer haben dabei zusätzliche Möglichkeiten: Sie können auch direkt am Gebäude ansetzen und gezielt Wärmeverluste reduzieren. Unsere Checkliste zeigt fünf typische Schwachstellen und erklärt, mit welchen Maßnahmen Sie Ihr Eigenheim winterfest machen können und was sich dabei mit etwas handwerklichem Geschick selbst umsetzen lässt.

Wärmeverluste erkennen

Kalte Fußböden, Zugluft an den Fenstern oder Räume, die trotz laufender Heizung nicht richtig warm werden: Solche Beobachtungen können auf Schwachstellen im Wärmeschutz hinweisen. Wer möglichen Wärmeverlusten auf die Spur kommen möchte, kann zunächst selbst auf typische Anzeichen achten und besonders anfällige Stellen im Haus genauer unter die Lupe nehmen.

1. Dichtungen und Rollladenkästen prüfen: Wo zieht kalte Luft ins Haus?

⇒ Winter-Check: Schließen Fenster und Außentüren dicht? Ist rund um den Rollladenkasten Zugluft spürbar?


Besonders bei älteren Gebäuden können undichte Fensteranschlüsse, verschlissene Dichtungen oder schlecht gedämmte Rollladenkästen zu Wärmeverlusten führen.

Zieht es trotz geschlossener Fenster, lohnt es sich, zunächst die Dichtungen und Anschlüsse zu überprüfen. Kleinere Mängel lassen sich häufig mit überschaubarem Aufwand beheben, ohne dass gleich neue Fenster eingebaut werden müssen.

Auch ältere Rollladenkästen lassen sich vielfach nachträglich dämmen. Welche Lösung dafür infrage kommt, hängt insbesondere von der Bauweise und dem verfügbaren Platz ab.

© Symbolbild, KI-generiert vom FMI

2. Heizungsrohre dämmen: Wärmeverluste im Keller reduzieren

⇒ Winter-Check: Sind Heizungs- und Warmwasserleitungen im Keller oder in anderen unbeheizten Räumen noch ungedämmt?


Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen geben auf ihrem Weg durch das Haus Wärme an die Umgebung ab. Besonders in unbeheizten Räumen wie dem Keller entstehen dadurch vermeidbare Energieverluste.

Abhilfe schafft eine Rohrdämmung. Dafür können beispielsweise vorgefertigte Rohrschalen aus Mineralwolle verwendet werden. Sie werden passend zugeschnitten und um die Leitungen gelegt. Wichtig ist eine möglichst lückenlose Dämmung, die auch Rohrbögen und Armaturen berücksichtigt. Wie das funktioniert, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Bei gut zugänglichen Leitungen lässt sich die Maßnahme häufig selbst umsetzen. Für zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen gelten zudem gesetzliche Dämmvorgaben.

Thermometer | Gedämmte Heizungsrohre | Mineralwolle | Der Dämmstoff | Foto von Simon auf Pixabay
© Bild von Simon auf Pixabay

3. Kellerdecke kontrollieren: Warum bleiben die Fußböden kalt?

⇒ Winter-Check: Bleiben die Fußböden im Erdgeschoss trotz Heizung kalt? Ist die Decke zum unbeheizten Keller gedämmt?


Ist die Kellerdecke nicht oder nur wenig gedämmt, kann Wärme aus den darüberliegenden Wohnräumen in den unbeheizten Keller entweichen. Das kann dazu führen, dass sich die Fußböden im Erdgeschoss unangenehm kalt anfühlen.

Eine nachträgliche Kellerdeckendämmung kann diese Wärmeverluste verringern und den Wohnkomfort verbessern. Zum Einsatz kommen beispielsweise Dämmplatten aus Glas- oder Steinwolle, die an der Unterseite der Kellerdecke befestigt werden.

Ein Vorteil: Die Arbeiten finden im Keller statt, sodass die Wohnräume darüber in der Regel weiterhin genutzt werden können. Bei gut zugänglichen, ebenen Kellerdecken können handwerklich geschickte Hausbesitzer die Dämmung häufig auch selbst übernehmen. Wie das geht, zeigt unsere DIY-Anleitung.

Zu beachten sind dabei unter anderem die Beschaffenheit des Untergrunds, die fachgerechte Befestigung der Dämmplatten und die baulichen Gegebenheiten, etwa vorhandene Leitungen oder niedrige Decken.

Mann dämmt Kellerdecke mit Platten aus Mineralwolle | Der Dämmstoff | Symbolbild, KI-generiert vom FMI
© Symbolbild, KI-generiert vom FMI

4. Dachboden überprüfen: Ist die oberste Geschossdecke gedämmt?

⇒ Winter-Check: Ist der Dachboden unbeheizt? Gibt es auf der obersten Geschossdecke bereits eine Dämmschicht? Schließt die Dachbodenluke dicht?


Ein Blick auf den Dachboden lohnt sich: Fehlt dort der Wärmeschutz oder ist die vorhandene Dämmschicht zu dünn, kann viel Heizwärme verloren gehen.

Wird der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt und bleibt unbeheizt, bietet sich häufig die Dämmung der obersten Geschossdecke an. Sie zählt zu den wirkungsvollen Energiesparmaßnahmen, die sich mit vergleichsweise geringem Aufwand umsetzen lassen – bei entsprechenden baulichen Voraussetzungen sogar in Eigenleistung.

Dafür können beispielsweise Dämmmatten oder Dämmplatten aus Mineralwolle verwendet werden. Sie lassen sich leicht zuschneiden und passgenau verlegen. Glas- und Steinwolle bieten einen guten Wärmeschutz, sind nichtbrennbar und können je nach Aufbau zusätzlich zur Schalldämmung beitragen. Soll der Dachboden weiterhin als Abstellfläche genutzt werden, muss der Dämmaufbau entsprechend begehbar gestaltet werden.

Bei der Umsetzung kommt es auf einen zur vorhandenen Decke passenden Dämmaufbau an, der auch den Feuchteschutz berücksichtigt. Nicht vergessen werden sollte die Dachbodenluke: Auch sie lässt sich bei Bedarf nachträglich dämmen und abdichten, um zusätzliche Wärmeverluste zu vermeiden.

Gut zu wissen: Für die oberste Geschossdecke kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar eine gesetzliche Nachrüstpflicht bestehen.

Ein Mann dämmt die oberste Geschossdecke mit Mineralwolle | Der Dämmstoff | Symbolfoto, KI-generiert vom FMI
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5. Heizkörpernischen prüfen: Wo geht zusätzliche Wärme verloren?

⇒ Winter-Check: Befinden sich Heizkörper in Nischen an den Außenwänden? Ist die Wand dahinter gedämmt?


In vielen älteren Häusern sind Heizkörper in Wandnischen unter den Fenstern untergebracht. Da die Außenwand an diesen Stellen dünner ist, kann dort besonders viel Heizwärme verloren gehen.

Eine nachträgliche Dämmung kann diese Verluste verringern. Welche Lösung infrage kommt, hängt vor allem davon ab, wie viel Platz zwischen Heizkörper und Wand vorhanden ist. Ist der Abstand gering, können beispielsweise spezielle, besonders dünne Dämmplatten verwendet werden.

Entscheidend ist eine fachgerechte Ausführung, damit keine Feuchtigkeitsprobleme entstehen. Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte sich deshalb vorab über die passende Dämmtechnik und deren Verarbeitung informieren.

Extra-Tipp: Heizkörper entlüften

Neben der Dämmung trägt auch eine gut funktionierende Heizung dazu bei, Heizenergie effizient zu nutzen. Gluckern die Heizkörper oder werden sie nicht vollständig warm, kann Luft im Heizsystem die Ursache sein. Dann kann es helfen, die Heizkörper zu entlüften. Bei vielen Heizungsanlagen lässt sich das mit wenigen Handgriffen selbst erledigen. Anschließend sollte gegebenenfalls der Wasserdruck der Heizungsanlage kontrolliert werden.

Mineralwolle | Glaswolle | Steinwolle | Wärmedämmung | Lärmschutz | Brandschutz | Dämmstoff | Dämmen | Energiesparen
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Gut beraten: Dämmmaßnahmen gezielt planen

Wer unsicher ist, wo im eigenen Haus Wärme verloren geht oder welche Dämmmaßnahmen sinnvoll sind, kann sich fachliche Unterstützung holen. Eine qualifizierte Energieberatung hilft dabei, energetische Schwachstellen zu erkennen, passende Maßnahmen auszuwählen und aufeinander abzustimmen.

Über die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes lassen sich entsprechende Fachleute in der eigenen Region finden.

Staatliche Förderung: Zuschüsse auch bei Eigenleistung

Spätestens wenn aus dem Haus-Check ein konkretes Vorhaben wird, stellt sich auch die Kostenfrage. Dabei lohnt es sich, mögliche Fördermittel von Anfang an mit einzuplanen. Was viele nicht wissen: Staatliche Zuschüsse gibt es nicht nur für große Sanierungsvorhaben. Auch einzelne Dämmmaßnahmen, beispielsweise an der Kellerdecke oder der obersten Geschossdecke, können über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) bezuschusst werden.

Und wer selbst Hand anlegen möchte?

Auch bei Eigenleistung ist eine Förderung über die BEG EM möglich. Bezuschusst werden können die unmittelbar mit der Maßnahme verbundenen Materialkosten. Voraussetzung ist unter anderem, dass die technischen Förderanforderungen erfüllt und die fachgerechte Ausführung sowie die Materialkosten durch einen Energieeffizienz-Experte bestätigt werden. Der ist unabhängig davon für geförderte Maßnahmen an der Gebäudehülle immer einzubinden – egal, ob die Arbeiten selbst oder durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Alternativ können Hausbesitzer unter bestimmten Voraussetzungen eine steuerliche Förderung für selbst genutzte Wohngebäude in Anspruch nehmen. Hierfür müssen die Arbeiten allerdings durch ein Fachunternehmen ausgeführt werden, welches die Einhaltung der Anforderungen in einer Fachunternehmererklärung bestätigen muss. Beide Förderwege lassen sich für dieselbe Maßnahme nicht kombinieren.

Wichtig zu wissen: Wer eine Förderung über die BEG EM nutzen möchte, muss den Antrag grundsätzlich vor Beginn der Dämmarbeiten stellen. Deshalb sollten sich Hausbesitzer bereits bei der Planung über die Fördermöglichkeiten und die jeweiligen Voraussetzungen informieren. Weitere Informationen gibt es hier >>

Energie sparen und Wohnkomfort verbessern

Ob undichte Fenster, ungedämmte Heizungsrohre oder Schwachstellen an Kellerdecke und Dachboden: Gezielte Verbesserungen können an verschiedenen Stellen im Haus helfen, Wärmeverluste zu reduzieren, Heizenergie zu sparen und den Wohnkomfort zu erhöhen.

Besonders bei der Dämmung der Gebäudehülle lohnt sich auch ein Blick auf die wärmere Jahreszeit. Denn sie kann nicht nur im Winter Wärmeverluste verringern, sondern im Sommer auch den Wärmeeintrag von außen reduzieren. Das trägt zum sommerlichen Hitzeschutz bei und kann in klimatisierten Gebäuden zusätzlich Energie für die Kühlung einsparen.

Sie besitzen eine Wohnimmobilie und planen, diese mit Mineralwolle zu dämmen oder haben dies bereits getan? 

Gerne möchten wir von Ihrem Dämmvorhaben mit Glas- oder Steinwolle berichten.

Wir freuen uns auf Ihr Sanierungsprojekt!

Sie finden alle Informationen zur Bewerbung unter folgendem Link:

Dämmung aus Mineralwolle | Der Dämmstoff

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