
Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung kann Wärmeverluste über die Außenwand deutlich reduzieren. Eine Möglichkeit ist die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk, denn:
Eine Dämmung minimiert die Energieverluste eines Hauses über die Außenwand, die bei ungedämmten Häusern ca. 25 Prozent ausmachen kann, effektiv und nachhaltig auf Jahrzehnte. Die gängigsten Fassadendämmsysteme sind dabei das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Die dritte Art der Fassadendämmung ist die Kerndämmung, die bei einem zweischaligen Mauerwerk zum Einsatz kommt.
Ältere Gebäude, z.B. Einfamilienhäuser, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtet wurden, weisen oft ein zweischaliges tragendes Mauerwerk auf. Das bedeutet, dass im Abstand von circa 7 cm hinter das tragende äußere Mauerwerk noch eine zweite, ebenso starke, tragende Mauerwerkswand gesetzt wurde. Heute ist es üblich, vor die tragende Außenwand eine Verblendschale – in der Regel ein Klinkermauerwerk – zu setzen, das meist unverputzt als Sichtmauerwerk in einer Dicke von 11,5 cm erstellt wird.
Das damit geschaffene Luftpolster zwischen den beiden Mauerwerkswänden leistete erste Vorarbeit als wärmetechnische Isolierung, da Kältebrücken bereits reduziert wurden. Diese frühe, schon im Ansatz richtige energetische Maßnahme zur Dämmung von Außenwänden lässt sich heutzutage durch eine Kerndämmung jedoch weiter optimieren.
Egal, welche Form der Kerndämmung an der Außenwand eines Gebäudes angebracht wird – auf die Auswahl des richtigen Dämmstoffes und seine fachgerechte Montage kommt es dabei in erster Linie an. Mineralwolle (Glas- und Steinwolle) eignet sich aufgrund ihrer bauphysikalischen und verarbeitungstechnischen Eigenschaften gut für die Kerndämmung.
Neben der Auswahl der Kerndämmstoffe – ganz gleich, ob aus Glas- oder Steinwolle – ist weiterhin entscheidend, wie die Dämmung angebracht werden kann. Liegt diese Stelle der Außenwand unzugänglich in der Hohlschicht zwischen zwei Mauerwerksschalen, kann eine Einblasdämmung zum Einsatz kommen.
Beim Neubau, oder wenn die Klinkervorsatzschale erneuert wird, wird die Kerndämmung schrittweise auf der tragenden Außenwand fixiert, bevor die Außenschale hochgezogen wird.
Die Vorteile einer Kerndämmung liegen auf der Hand:
Tipp: Achten Sie bei Fensterlaibungen, Mauerankern oder sonstigen Verbindungen zwischen den zwei Mauerschalen darauf, dass keine Wärme- oder Kältebrücken entstehen bzw. dass diese konsequent entkoppelt werden.
Insbesondere, wenn Sie einen Neubau planen, lohnt es sich, von Anfang an über die Kerndämmung nachzudenken. Da die Dämmung zwischen den beiden Mauerschalen liegt, bleibt die Gestaltung der Fassade weitgehend frei. Die Dämmplatten werden auf der tragenden Wand angebracht, bevor die Außenschale vorgemauert wird.
Besonders beliebt ist die Kerndämmung in Verbindung mit Klinkerfassaden. Bei fachgerechter Ausführung kann die Kerndämmung den Wärme- und Schallschutz verbessern und mit nichtbrennbarer Mineralwolle zum baulichen Brandschutz beitragen.
Auch bei der Sanierung von Altbauten kann die Kerndämmung eine geeignete Alternative zu anderen Fassadendämmsystemen wie etwa WDVS oder VHF sein – vorausgesetzt, ein zweischaliges Mauerwerk ist vorhanden. Mineralwolle verbindet bei der Kerndämmung Wärmeschutz mit Funktionen beim Schall- und Brandschutz.
Die Kerndämmung ist speziell für die Verlegung im zweischaligen Mauerwerk geeignet. Für diese Form der Fassadendämmung gibt es neben Dämmplatten auch Dämmrollen aus Mineralwolle.
Für die Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks im Neubau empfiehlt es sich, Platten oder Rollen aus Mineralwolle zu verwenden.