Glaswolle ist ein Mineralwolle-Dämmstoff, der hauptsächlich aus Recyclingglas und mineralischen Rohstoffen hergestellt wird. Je nach Produkt und Hersteller kann Recyclingglas bis zu 80 Prozent der eingesetzten Rohstoffe ausmachen.
Bei der Herstellung von Glaswolle werden die Rohstoffe zunächst bei hohen Temperaturen in Glasschmelzwannen geschmolzen. Die Glasschmelze wird anschließend zu feinen Glasfasern verarbeitet, mit einem Bindemittel versehen und zu einem Faservlies geformt. Nach dem Aushärten wird die Glaswolle zugeschnitten und zu unterschiedlichen Dämmstoffprodukten weiterverarbeitet.
Wie dieser Herstellungsprozess abläuft und welche Rolle Recyclingglas dabei spielt, erfahren Sie im Folgenden.
Glaswolle gehört neben Steinwolle zu den zwei Hauptarten der Mineralwolle. Beide Dämmstoffe bestehen aus feinen Fasern, unterscheiden sich jedoch insbesondere in ihren Ausgangsstoffen und in den Herstellverfahren.
Bei Glaswolle bildet eine Glasschmelze die Grundlage für die Herstellung der Fasern. Dabei spielt Recyclingglas als Ausgangsstoff eine wichtige Rolle.
Die charakteristische faserige Struktur entsteht, indem die Glasschmelze zu feinen Fasern verarbeitet wird. Aus diesen Fasern werden anschließend unterschiedliche Glaswolle-Produkte hergestellt.
→ Weitere Informationen zu Eigenschaften und Einsatzbereichen von Glaswolle
Für die Herstellung von Glaswolle werden verschiedene Ausgangsstoffe miteinander kombiniert. Welche Zusammensetzung verwendet wird, hängt vom Produzenten und Herstellungsverfahren ab.
Zu den Ausgangsstoffen gehören beispielsweise:
Recyclingglas kann einen erheblichen Anteil der eingesetzten Rohstoffe ausmachen. Auch aufbereitete Produktionsreste können erneut dem Herstellungsprozess zugeführt werden.
Die Herstellung von Glaswolle ist ein industrieller Prozess, bei dem aus den Rohstoffen zunächst eine Glasschmelze und anschließend ein feines Fasermaterial entsteht.
Der Herstellungsprozess lässt sich in mehrere aufeinanderfolgende Arbeitsschritte unterteilen:
Zuerst werden die für das jeweilige Produkt benötigten Ausgangsstoffe entsprechend der jeweiligen Rezeptur zusammengestellt und miteinander vermischt.
Die genaue Zusammensetzung richtet sich nach dem Herstellungsverfahren und Produzenten.
Das Rohstoffgemisch wird anschließend in einer Glasschmelzwanne bei hohen Temperaturen geschmolzen.
Je nach Verfahren sind für den Schmelzprozess Temperaturen von etwa 1.400 Grad Celsius erforderlich. Dabei entsteht eine homogene Glasschmelze, die im nächsten Arbeitsschritt zu Fasern verarbeitet wird.
Die Glasschmelze wird anschließend zu feinen Fasern verarbeitet. Das Prinzip erinnert vereinfacht an die Herstellung von Zuckerwatte: Aus einer geschmolzenen Ausgangsmasse entstehen feine Fasern.
Die Zerfaserung erfolgt nach dem Zieh-Blasverfahren: Nach dem Durchlaufen des Schmelzofens wird die glasartige Schmelze zerfasert, indem ein dünner Glasstrahl in einen sich schnell drehenden Metallkorb trifft und dort durch tausende kleine Löcher, die sich in der Außenwand des Korbes befinden, herausgeschleudert wird. Die dabei entstehenden Fäden werden mittels Gasbrenner und Druckluft zu Fasern ausgezogen, die die charakteristische faserige Struktur der Glaswolle bilden.
Nach der Faserbildung werden geringe Mengen eines wasserlöslichen Bindemittels auf die Fasern gesprüht. Dieses sorgt nach der Aushärtung dafür, dass die Fasern zusammenhalten und das spätere Glaswolle-Produkt seine Form und Stabilität behält.
Anschließend werden die Fasern zu einem gleichmäßigen Faservlies geformt und auf einem Förderband weitertransportiert.
Das geformte Faservlies wird in der benötigten Dichte und Dicke durch einen Härteofen geführt. Bei Temperaturen von etwa 200 Grad Celsius härtet das Bindemittel aus und stabilisiert die Faserstruktur.
Durch die Aushärtung des Bindemittels erhält die Glaswolle zugleich ihre typische Farbe.
Nach dem Aushärten wird die Glaswolle besäumt und die dabei anfallenden Abschnitte direkt in die Zerfaserung zurückgeführt. Die Glaswolle wird noch auf die benötigten Abmessungen zugeschnitten und je nach vorgesehenem Einsatzbereich konfektioniert.
So entstehen beispielsweise Rollen, Matten oder Dämmplatten. Anschließend werden die fertigen Produkte kontrolliert, verpackt und für den Transport vorbereitet.
Recyclingglas ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Glaswolle.
Nach entsprechender Aufbereitung kann Altglas – vor allem Flachglas aus Gebäuden und PKWs, aber auch Hohlglas aus den Glassammelbehältern – dem Rohstoffgemisch zugeführt und für die Glasschmelze zur Herstellung von Glaswolle eingesetzt werden.
Der Anteil an Recyclingglas kann je nach Hersteller und Region variieren.
Auf diese Weise wird bereits genutztes Glas erneut als Ausgangsstoff für die Herstellung von Glaswolle verwendet.
Glaswolle und Steinwolle gehören beide zur Mineralwolle. Sie unterscheiden sich vor allem durch die eingesetzten Ausgangsstoffe und teilweise durch das jeweilige Produktionsverfahren.
Während bei Glaswolle eine Glasschmelze die Grundlage für die Fasererzeugung bildet, wird bei Steinwolle eine Gesteinsschmelze verarbeitet.
Der grundlegende Herstellungsprozess ist bei beiden Mineralwolle-Arten vergleichbar: Die Ausgangsstoffe werden geschmolzen, zu feinen Fasern verarbeitet, mit einem Bindemittel versehen, ausgehärtet und anschließend zu unterschiedlichen Dämmstoffprodukten weiterverarbeitet.
→ Weitere Informationen zur Herstellung von Steinwolle
→ Weitere Informationen zur Herstellung von Mineralwolle
Hinweis zur Texterstellung:
Als fachliche Grundlage diente die Umwelt-Produktdeklaration des FMI für Mineralwolle-Dämmstoffe im niedrigen Rohdichtebereich. Herausgegeben wurde sie vom Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) nach ISO 14025 und EN 15804+A2. Weitere Informationen finden Sie hier.