Schlafzimmer neben Kinderzimmer, Homeoffice neben Wohnzimmer oder zwei Räume mit ganz unterschiedlichen Nutzungen: Eine Trennwand soll Räume nicht nur voneinander abgrenzen, sondern auch dazu beitragen, störende Geräusche auf der anderen Seite zu reduzieren.
Bei einer Ständerwand im Trockenbau kann Mineralwolle zwischen den Profilen eingebaut werden und so die Schallübertragung zwischen angrenzenden Räumen verringern. Gleichzeitig kann bei Trennwänden auch der Brandschutz eine wichtige Rolle spielen.
Wie gut die fertige Trennwand Schall dämmt und welche Anforderungen sie im Brandfall erfüllt, hängt jedoch nicht allein vom Dämmstoff ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Ständerwerk, Mineralwolle, Beplankung und Anschlüssen.
Zwischen beheizten Wohnräumen spielt der Wärmeschutz meist eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt steht bei der Trennwanddämmung vor allem der Schallschutz: Gespräche, Musik, Fernseher oder andere Alltagsgeräusche sollen möglichst wenig in den angrenzenden Raum übertragen werden.
Je nach Gebäude und Nutzung können für eine Trennwand außerdem Brandschutzanforderungen gelten.
Trennwand beschreibt zunächst die Funktion einer Wand: Sie trennt Räume oder Bereiche voneinander. Viele nichttragende Trennwände werden als Ständerwände in Trockenbauweise ausgeführt.
Das Ständerwerk kann aus Metallprofilen oder Holz bestehen. Bei einer Metallständerwand bilden horizontale Profile (UW-Profile) die Anschlüsse an Boden und Decke, während senkrechte Profile (CW-Profile) das eigentliche Ständerwerk bilden.
Zwischen den Metall- oder Holzständern wird Mineralwolle eingebaut. Anschließend werden beide Wandseiten beispielsweise mit Gipsplatten beplankt.
Vereinfacht besteht die Wand damit aus:
Beplankung – Ständerwerk mit Mineralwolle – Beplankung
Für den Schallschutz sind neben der Dämmung auch die Art und Anzahl der Platten, die Wandtiefe sowie die Anschlüsse an Boden, Decke und angrenzende Wände von Bedeutung.
Eine leichte Ständerwand funktioniert beim Schallschutz anders als eine massive Wand. Bei einer gedämmten Trockenbauwand wirken die beiden Beplankungen und der dazwischenliegende Hohlraum gemeinsam.
Vereinfacht lässt sich eine gedämmte Ständerwand als Masse-Feder-Masse-System beschreiben. Die beiden Beplankungen bilden die äußeren „Massen“, der dazwischenliegende Hohlraum und Mineralwolle-Dämmstoff wirkt als federnde Zone.
Mineralwolle zwischen den Ständern absorbiert Schallwellen in diesem Zwischenraum und hilft so, die Schallübertragung von einer Wandseite auf die andere zu reduzieren.
Für einen guten Schallschutz der Trennwand wirken Beplankung, Wandtiefe, Mineralwolle und Anschlüsse zusammen.
Geräusche können nicht nur direkt durch die Wand, sondern auch über angrenzende Bauteile und ungünstig ausgeführte Anschlüsse übertragen werden.
Besondere Aufmerksamkeit gilt deshalb den Übergängen der Ständerwand zu Boden, Decke und angrenzenden Wänden. Auch Türen, Steckdosen, Leitungsdurchführungen und andere Öffnungen können den Schallschutz beeinflussen und sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Für die Dämmung von Trennwänden mit Mineralwolle stehen unterschiedliche Produkte aus Glaswolle und Steinwolle zur Verfügung. Flexible Dämmplatten oder -filze werden zwischen den Ständern eingebaut und lassen sich an die vorhandenen Gefache anpassen.
Die Mineralwolle sollte die vorgesehenen Zwischenräume möglichst vollständig ausfüllen, ohne zusammengedrückt zu werden. Dämmstoffdicke und Produktabmessungen orientieren sich deshalb unter anderem an der Tiefe und den Abständen des Ständerwerks.
Glaswolle und Steinwolle sind als nichtbrennbare Dämmstoffe eingestuft. Damit eignen sie sich auch für Trennwandkonstruktionen, bei denen neben dem Schallschutz Anforderungen an den Brandschutz erfüllt werden müssen.
Trennwände können im Brandfall dazu beitragen, Feuer und Rauch für eine bestimmte Zeit auf einen Raum oder Gebäudebereich zu begrenzen. Ob dafür besondere Anforderungen gelten, richtet sich nach Gebäude, Nutzung und baurechtlichen Vorgaben.
Bei einer üblichen Raumtrennwand innerhalb eines Einfamilienhauses stehen häufig andere Aspekte wie der Schallschutz im Vordergrund. Brandschutzanforderungen können jedoch beispielsweise relevant werden, wenn unterschiedliche Nutzungseinheiten oder Räume mit besonderen Brandschutzanforderungen voneinander getrennt werden.
Wenn für eine Trennwand ein bestimmter Brandschutz gefordert ist, wird dieser über den Feuerwiderstand der gesamten Wandkonstruktion beschrieben. Der Feuerwiderstand gibt vereinfacht an, wie lange eine geprüfte Wand im Brandfall ihre Schutzfunktion erfüllt. Häufig begegnen Angaben wie 30, 60 oder 90 Minuten, zum Beispiel EI 30, EI 60 oder EI 90 beziehungsweise F30, F60 oder F90.
Welche Feuerwiderstandsklasse eine Trennwand erreicht, wird immer für einen bestimmten Wandaufbau geprüft. Dazu gehören Ständerwerk, Mineralwolle, Beplankung, Befestigungen und Anschlüsse.
Soll eine bestimmte Feuerwiderstandsklasse erreicht werden, orientiert sich die Ausführung am vorgesehenen Systemaufbau. Auch Steckdosen, Leitungsdurchführungen und andere Öffnungen werden dabei von Anfang an mit eingeplant.
Wer eine Ständerwand dämmen möchte, sollte die Mineralwolle bereits bei der Planung des Ständerwerks berücksichtigen. Profiltiefe und Ständer bestimmen, welche Abmessungen für den Dämmstoff benötigt werden.
Nachdem das Ständerwerk aus Metallprofilen oder Holzständern aufgebaut und eine Wandseite beplankt ist, wird die Mineralwolle in die offenen Gefache eingebracht. Trennwanddämmplatten oder -filze aus Glas- oder Steinwolle werden bereits in der passenden Breite geliefert, so dass sie gegebenenfalls nur noch auf die notwendige Länge zugeschnitten werden müssen, um die Zwischenräume vollständig auszufüllen.
Leitungen, Steckdosen und andere Einbauten werden bei der Verlegung berücksichtigt. Die Mineralwolle sollte dabei nicht unnötig stark zusammengedrückt werden. Anschließend wird die zweite Wandseite beplankt.
Eine einfache Trennwanddämmung im Trockenbau lässt sich mit etwas handwerklicher Erfahrung auch in Eigenleistung ausführen. Soll die Wand bestimmte Anforderungen an Schall- oder Brandschutz erfüllen, orientiert sich die Ausführung am vorgesehenen Systemaufbau.
Mineralwolle wird zwischen den Metall- oder Holzständern eingebaut und füllt die vorhandenen Gefache möglichst vollständig aus.
Nach dem Einbau der Mineralwolle wird die zweite Wandseite beplankt.
Zwischen zwei beheizten Wohnräumen steht bei der Dämmung einer Trennwand normalerweise nicht der Wärmeschutz im Mittelpunkt.
Anders sieht es aus, wenn die Wand einen beheizten Raum von einem deutlich kühleren oder unbeheizten Bereich trennt. Dann gewinnt auch die Wärmedämmung an Bedeutung. In diesem Fall sind außerdem Luftdichtheit und Feuchteschutz bei der Planung zu berücksichtigen.
Bei klassischen Trennwänden innerhalb des Wohnbereichs stehen dagegen meist Schall- und gegebenenfalls Brandschutz im Vordergrund.