Gemuese_Alaska_MaimalMineral_Titelbild

Gemüseanbau auf Steinwolle in Alaska

  • Als erste Stadt in Alaska baut Kotzebue ganzjährig Gemüse und Kräuter an.

  • In einem innovativen Container-System wachsen frischer Spinat, Kohl und Basilikum auf Steinwolle.

15. Februar 2017 – Gemüseanbau in Alaska mitten im Winter – das klingt nicht nur verrückt, sondern beinahe unglaublich. Schließlich herrschen dort eisige Temperaturen: 25 Grad unter Null zum Beispiel in Kotzebue, der größten Stadt in Nordwest-Alaska. Gemüse muss normalerweise aus wärmeren Gefilden importiert werden und welkt oft schon bei der Ankunft. Ein Problem, das die Bewohner von Kotzebue nun selbst lösen. Das Unternehmen Kikiktagruk baut Spinat, Grünkohl und Basilikum vor Ort an und liefert frisch in die Supermarktregale. Doch wie funktioniert das?

Ein umgebauter 12 Meter langer Schiffscontainer beherbergt Alaskas erste Gemüse-Farm. Was von außen unspektakulär aussieht, bietet Hightech im Inneren: Gemüse und Kräuter wachsen auf Steinwollematten, LED-Leuchten versorgen die Pflanzen mit Licht. Steinwolle ist im Gegensatz zu Erde frei von Keimen und Pilzsporen. Auf Pestizide kann daher verzichtet werden. Gegossen wird mit einer speziellen Nährstofflösung, die für gutes Wachstum sorgt: alle sechs Wochen kann geerntet werden.

Gemüse aus Alaska: regional, frisch aber nicht ganz billig

Etwa 12 Stunden nach der Ernte liegt das Container-Gemüse im Supermarktregal. Und ist damit viel frischer als die importierte Ware, die meistens zwei bis drei Wochen bis nach Kotzebue unterwegs ist. Billig ist das regionale Gemüse aber nicht. Das liegt vor allem an den hohen Investitionen: 180.000 Euro kosten der Container und der Transport nach Alaska. Auch der laufende Energieverbrauch treibt die Preise nach oben, denn der Container muss durchgängig beheizt werden. Um die Kosten zu senken, will das Unternehmen Kikiktagruk in Zukunft auf alternative Energien setzen. Denn das Gemüse soll nicht nur frisch, sondern für die Einwohner erschwinglich sein.

Das Projekt ist überaus erfolgreich und daher sollen bald noch drei weitere Container in Kotzebue dazu kommen. Auch andere Gemeinden in Alaska haben Interesse an dem System. Und so könnte das, was heute noch unglaublich klingt, bald Normalität werden: Gemüseanbau auf Steinwolle in Alaska – auch im Winter.

Interessante Links

Weitere Informationen, Bilder und Links finden Sie auf Twitter @DerDaemmstoff unter dem Hashtag #MaxMin.

Minus 25° Celsius ist der Normalfall für die Einwohner von Kotzebue, Alaska. Gemüseanbau ist hier eigentlich unvorstellbar


Dank Hightech und Steinwolle kann frischer Spinat, Grünkohl und Basilikum vor Ort geerntet werden. Foto: Vertical Harvest Hydroponics


Von außen unspektakulär, ermöglichen diese 12 Meter langen Container regionalen Gemüseanbau in Alaska. Foto: Vertical Harvest Hydroponics.

Ähnliche Artikel, die Sie interessieren könnten