Die Elbphilharmonie: Die Vision vom perfekten Klang

  • Am 11. Januar 2017 ist das Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie in Hamburg

  • Mineralwolle an den Lüftungskanälen sorgt für ungestörten Musikgenuss im großen Konzertsaal

4. Januar 2017 – Er ist ein Baumeister des Unsichtbaren: Der Japaner Yasuhisa Toyota ist einer der seltenen Klang-Architekten. Die Elbphilharmonie in Hamburg könnte sein Meisterwerk werden, vielleicht sogar das beste Konzerthaus der Welt. Selbstverständlich darf kein Geräusch von Außen den sorgfältig erschaffenen Klang im Innern stören. Zum Beispiel, wenn das Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“ vorbei fährt und kräftig ins Horn bläst. Daher hat Toyota die Lüftungskanäle zusätzlich mit Mineralwolle dämmen lassen. Auch wenn das die Statiker vor neue Herausforderungen stellte.

Totale Kontrolle des Klangs

Das Herz der Elbphilharmonie schlägt direkt über der Decke des großen Konzertsaals: hier haben die Architekten die Haustechnik und die Lüftungskanäle untergebracht. Platz ist knapp und so musste jeder Winkel ausgenutzt werden. Über 2,5 Kilometer winden sich die Kanäle in etlichen Kurven und Biegungen. Eine besondere Herausforderung an Material und Mensch, zumal die Arbeiter fast alle Bauteile per Hand nach oben schleppen mussten, da die Gebäudedecke bereits geschlossen war und daher kein Kran zum Einsatz kam.

Stattliche 900 Tonnen Gewicht bringen die mit Mineralwolle schallisolierten Lüftungskanäle auf die Waage – und damit einige Hundert Tonnen mehr als ursprünglich geplant. Die Statik des Gebäudes musste neu berechnet werden, die Bauzeit wurde länger und die Baukosten höher. Zum Test krochen die Mitarbeiter des Akustikers sogar in die Lüftungskanäle und simulierten mit Gummihämmern Geräusche. Doch im Konzertsaal hörte man nichts davon. Ein Ergebnis, das auch die Kritiker überzeugte.

Demokratischer Musikgenuss

Die Gäste werden also ungestört der Musik lauschen können, wenn am 11. Januar 2017 die Elbphilharmonie feierlich eröffnet wird. Egal, wo sie sitzen, denn der große Konzertsaal ist ähnlich wie die Philharmonie in Berlin nach dem Weinberg-Prinzip erbaut: Das Orchester sitzt in der Mitte des Saals, die Ränge gruppieren sich drum herum und steigen weinbergartig an. Kein Sitzplatz ist mehr als 30 Meter vom Dirigenten entfernt. Die Elbphilharmonie verspricht jedem Konzertgast das gleiche einmalige Klangerlebnis. Und so kann jeder für sich entscheiden, ob sich die Vision des Star-Akustikers Yasuhisa Toyota vom perfekten Klang in der Elbphilharmonie erfüllt hat.

VIDEO: Elbphilharmonie – Von der Vision zur Wirklichkeit (NDR Dokumentation, vom 4. November 2016)

Weitere Informationen, Bilder und Links finden Sie auf Twitter @DerDaemmstoff unter dem Hashtag #MaxMin.

Star-Akustiker Yasuhisa Toyota träumt vom perfekten Klang. Die Elbphilharmonie könnte das beste Konzerthaus der Welt werden. Foto: Michael Zapf.


Der große Konzertsaal (Nr. 5) bietet Platz für 2.100 Gäste und ist nach dem Weinberg-Prinzip erbaut: Kein Sitz ist mehr als 30 Meter vom Dirigenten entfernt.


Gut versteckt über der Decke im Großen Konzertsaal ist die Haustechnik untergebracht. Mineralwolle an den Lüftungskanäle sorgt für absolute Ruhe im Konzertsaal. Foto: Michael Zapf.

Ähnliche Artikel, die Sie interessieren könnten