Wärmeschutz spart Energie und schont die Umwelt

Dämmung der Obersten Geschossdecke ein Muss

Bei den meisten Gebäuden, die vor Ende der 1970er Jahre gebaut wurden, ist die oberste Geschossdecke schlecht gedämmt. Dadurch geht viel Heizenergie verloren. Damit die Wärme im Haus nicht auf Nimmerwiedersehen aus dem Dach entweicht, sollten Wohneigentümer vorbeugen.

Gerade in diesem Bereich lässt sich der Wärmeschutz besonders einfach erhöhen und der finanzielle Aufwand amortisiert sich innerhalb kurzer Zeit durch geringere Heizkosten. Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) stellt sowohl für Neu- als auch Altbauten erhöhte Anforderungen an den Wärmeschutz. So schreibt sie auch vor, dass zugängliche, nicht begehbare oberste Geschossdecken unter bestimmten Bedingungen mit einer Dämmung versehen werden müssen. Gemäß EnEV 2009 darf der so genannte Wärmedurchgangskoeffizient “U” der Geschossdecke den Wert von 0,24 W/(m²K) nach der Dämmung nicht überschreiten.

Energiemenge pro Sekunde

Der U-Wert gibt die Energiemenge an, die in einer Sekunde durch eine Fläche von einen Quadratmeter fließt, wenn sich die beidseits der Fläche herrschenden Lufttemperaturen um ein Kelvin (ein Grad Celsius) unterscheiden. Wie dick die Mineralwolle-Dämmung sein muss, um einen U-Wert von 0,24 zu erreichen, können Hausbesitzer bei einem Energieberater in Erfahrung bringen. Unabhängig von den gesetzlichen Bestimmungen ist es aber für alle Eigentümer von Altbauten empfehlenswert, den Wärmeschutz der Dachgeschossdecke zu überprüfen. Denn gerade hier können auf einfache und kostengünstige Weise die Heizkosten deutlich reduziert werden. “Ungedämmt erweisen sich oberste Geschossdecken als wahre Energieschleudern”, erklärt Rolf-Peter Weule, Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel aus Calw. “Jeder ungedämmte Quadratmeter Betondecke ‘frisst’ rund 10 bis 15 Liter Heizöl im Jahr. Durch optimale Dämmung reduziert sich der Verbrauch auf etwa 1-2 Liter pro Quadratmeter”, so Weule. Die Kostenersparnis bei 100 Quadratmetern Dachgeschossfläche und einem Heizölpreis von 80 Cent / l beträgt damit jährlich circa 700 Euro.

Auf die Nutzungsart kommt es an

Wird der Dachraum in absehbarer Zeit nicht als Wohnraum genutzt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine sehr kostengünstige Lösung. “Wenn der Dachraum nur sporadisch betreten wird, reichen schnell ausgelegte Mineralwollebahnen”, weiß Rolf-Peter Weule. “Soll das Dachgeschoss nach der Dämmung zum Beispiel als Lagerraum genutzt werden, sind druckfeste Mineralwolle-Dämmplatten die ideale Unterlage. Sie sorgen neben hervorragender Wärmedämmung auch noch für Trittschallschutz.” Neben der Energieeinsparung bewirkt eine nachhaltige Dämmung der obersten Geschossdecke auch eine spürbare Verbesserung des Wohnkomforts in den angrenzenden Räumen. Außerdem schützt sie die Bausubstanz und erzielt damit eine Wertsteigerung des Wohnobjekts.

Gute Gründe für energetische Modernisierung

Auch die staatliche Förderung spricht für eine Dämmung der obersten Geschossdecke. Sie ist entweder als Einzelmaßnahme förderfähig oder als Teil einer umfassenden Modernisierung durch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundes. Dieses gewährt Bauherren besonders günstige Zinskonditionen.

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine sehr kostengünstige Lösung mit spürbarem Ergebnis
Foto: FMI
Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine sehr kostengünstige Lösung mit spürbarem Ergebnis
Foto: FMI