Doppelhaushälfte im Praxistest

Modernisierung: Dämmung lässt Haus im neuen Glanz erstrahlen

Baldham ist eine Gemeinde im Osten von München. Seit bald 30 Jahren leben Angela und Hermann Schreiner in dem Ort in einer Doppelhaushälfte, Baujahr 1975. Hier sind ihre drei Kinder aufgewachsen, die mittlerweile alle ausgezogen sind. Nun soll eine Modernisierung ins Haus ziehen.

Das Ehepaar plant, seinen Ruhestand im eigenen Zuhause zu genießen. Deswegen entschließt sich das Ehepaar zu einer energetischen Modernisierung. “Die Nachbarn haben uns angesprochen, ob wir auch unsere Fenster modernisieren lassen möchten”, erzählt Hermann Schreiner. Wenn schon modernisieren, dann richtig, hat sich das Ehepaar gedacht und sich für eine umfassende energetische Fachberatung entschieden. “Schließlich ist Angela Umweltbeauftragte unserer Kirchengemeinde”, erklärt Hermann Schreiner, “da wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen.” Auch die Frage nach der Wohnqualität im Alter war den Schreiners sehr wichtig: “Die energetischen Maßnahmen werden sich zwar nur langfristig amortisieren, aber wir wollen uns in unserem Haus einfach wohlfühlen”, erzählt Angela Schreiner. Auch Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Energieberatung als Einstieg in die Modernisierung

Ehepaar Schreiner wand sich an den Baustoff-Fachhändler in ihrer Nähe. Energieberater Architektin Susanne Popek vereinbarte einen Termin, um das Haus in Augenschein zu nehmen und die erforderlichen Daten aufzunehmen. “Vorab habe ich die Kunden gebeten, sämtliche zur Verfügung stehenden Daten wie Baupläne und Baubeschreibung bereitzuhalten.” Auch der Zugang im Haus zu Dachboden, Keller und in alle Räume sollte gewährleistet sein.
Vor Ort im Haus nimmt Energieberater Popek Dach, Decken, Wände, Fenster, Türen und die Heizung genau in Augenschein. Eine Woche später halten Angela und Hermann Schreiner schon einen Energieausweis und einen Beratungsbericht mit Modernisierungsempfehlungen in den Händen: Bei der Übergabe erläutert Energieberater Popek dem Ehepaar den Ist-Zustand des Hauses und schlägt verschiedene Modernisierungsmaßnahmen vor. Dabei spielt die Dämmung mit Mineralwolle  wie Glaswolle oder Steinwolle eine wichtige Rolle.

Der bedarfsorientierte Energieausweis weist einen Endenergiebedarf von 220,6 Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr auf. Der Primärenergiebedarf liegt bei 247,2 Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr. Besonders kritisch sieht Energieberater Popek den Zustand der Wände und der Fenster durch die mangelhafte Dämmung. So errechnet sie einen anteiligen Transmissionswärmeverlust von 23 Prozent durch die Fenster, weitere 22 Prozent gehen durch die Außenwände verloren. Doch auch die Kellerwände und die Bodenplatte schneiden mit 18 Prozent schlecht ab. Dies ist ein Indiz für eine fehlende Dämmung. Mit Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle kann hier Abhilfe geschaffen werden.

Modernisierungsempfehlungen

Das Ehepaar ist sich einig: “Wir wollen modernisieren.” Popek erarbeitet zunächst eine aktuelle Objektbeschreibung, von der sie konkrete Modernisierungsempfehlungen ableitet: “Bei dem untersuchten Haus Baujahr 1975 handelt es sich um eine Doppelhaushälfte in Massivbauweise mit Satteldach in Nord-Süd-Ausrichtung. Auf der Westseite schließt das Haus des Nachbarn an. Das Haus besitzt eine Vollunterkellerung, zwei Regelgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss. Die Außenwände des Hauses in den Obergeschossen sind aus 30 Zentimeter starken Hochlochziegeln gemauert. Die Holzfenster aus dem Jahr 1975 besitzen eine Isolierverglasung. Auf der Südseite gibt es Holzpaneele als Teil der Fensterelemente.

Das Dach ist zwischen den Sparren mit sechs Zentimeter Mineralwolle gedämmt und innen mit Holz verschalt. Die Wärmerzeugung findet zentral über einen im Untergeschoss aufgestellten Öl-Niedertemperaturkessel  (Baujahr 1993) als Heizung statt. Eine Außentemperatur-geführte Steuerung ist vorhanden. Das Warmwasser wird indirekt über die Heizung bereitgestellt.”

Acht verschiedene Modernisierungsvarianten für das Haus schlägt Popek den Schreiners vor. Die Empfehlungen reichen vom Einbau eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) mit Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle über den Einbau neuer Fenster und einer  verbesserten  Dachdämmung mit Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle bis hin zum Einbau einer thermischen Solaranlage sowie einer Holzpelletheizung. Schreiners entscheiden sich für eine Variante, die sich aus einem WDVS (14 Zentimeter Mineralwolle , WLS 035), neuen Fenstern (Uw =1,2 Watt je Quadratmeter und Kelvin), neuer Haustür, einer Kombination aus Zwischensparrendämmung (16 Zentimeter Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle, WLS 035) und Aufdachdämmung, einer Kellerdeckendämmung (11cm, WLS 035) sowie einer thermischen Solaranlage zur Brauchwassererwärmung zusammensetzt. “Wir haben lange mit uns gerungen, ob wir auch eine Heizung mit Holzpellets einsetzen sollen”, erklärt Angela Schreiner, “aber dann kam ein Brief von unserer Gemeinde, dass die Kommune die Errichtung einer Geothermieanlage plant. Deswegen haben wir uns erst mal entschieden, die diesbezüglichen kommunalen Planungen abzuwarten und die gut funktionierende vorhandene Ölheizung im Haus weiter laufen zu lassen.”

Auch die Finanzierung muss stimmen

Ein weiterer wichtiger Schritt zum gemütlichen Zuhause ist für Schreiners die Klärung der optimalen Finanzierung. Rund 69.000 Euro soll die Modernisierung kosten. Da die Modernisierung sich nach KfW-Standard richtet, können die Schreiners ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von 50.000 Euro der KfW-Bank, CO2-Sanierungsprogramm, in Anspruch nehmen. “Wir haben das Darlehen vor Baubeginn beantragt. Erst nach Beantragung kann mit der Modernisierung begonnen werden“, verrät Popek. So wurden mit Kfw-Fördermitteln auch die Dämmung mit Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle unterstützt. Für die thermische Solaranlage am Haus gab es einen Zuschuss vom BAFA. Hier reichte es zum Zeitpunkt der Modernisierung jedoch, nach Inbetriebnahme den Förderantrag zu stellen.

Modernisierungsphase

Da Popek studierte Architektin ist, kann sie Schreiners auch über die Bauzeit hinweg begleiten. “Frau Popek war uns als Bauleiterin eine große Hilfe”, berichtet Hermann Schreiner, “da der Baustoff-Fachhandel als Auftraggeber hinter ihr stand, konnte sie uns wirklich gute Handwerker empfehlen. Auch die Gespräche mit den Handwerkern, die Anleitung und Koordination hat sie uns völlig abgenommen.” In nur zwei Monaten wird die Doppelhaushälfte der Schreiners modernisiert. Mit einer neuen Dämmung unter Einsatz von Mineralwolle, neuen Fenstern und mehr. Sieben verschiedene Handwerker sind an der Modernisierung beteiligt: Ein Zimmerer für die Dämmung des Daches mit Mineralwolle und die Neueindeckung sowie ein Spengler für die Dacharbeiten, ein Gerüstbauer, ein Fenstermonteur, ein Maler für das WDVS aus  Mineralwolle und die Dämmung der Kellerdecke sowie ein Elektriker und ein Installateur für die Solaranlage.

Trubel auf dem Dach

Als erstes machen sich die Handwerker an die Modernisierung des Daches. Gegen sommerliche Hitze und Wärmeverluste im Winter lässt Popek eine 16 Zentimeter dicke Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle sowie eine fünf Zentimeter dicke Aufdachdämmung einbauen. “In nur einem Tag haben sie die alten Ziegel komplett abgetragen, die Zwischensparrendämmung und die Aufdachdämmung montiert und somit das Haus regenfest gemacht”, schwärmt Angela Schreiner. Bei den Arbeiten zur Dämmung mit Mineralwolle kommen jede Menge alter Wespennester zutage. Spontan entscheiden sich Schreiners, zusätzlich einen Insektenschutz in das neue Dach zu integrieren. Als nächstes werden die alten Fenster gegen neue Fenster mit einer Zweischeiben-Wärmeschutzverglasung mit dem Uw-Wert 1,2 ausgetauscht. Die Bauherren entscheiden sich für Kunststofffenster mit einem 80er Stock und acht Kammern. Hermann Schreiner verfolgt die Arbeiten am Haus und der Fassade mit großer Aufmerksamkeit: “Zunächst wurde der Putz abgeschlagen und die alten Fenster nach außen ausgebaut. Dann kamen die neuen Fenster von außen wieder rein, die Laibung wurde mit Mineralwolle gedämmt und neue Rollladendeckel machten unsere Fenster dann rundherum dicht.” Auch die Terrassen- und Eingangstür am Haus tauschen die Handwerker aus. “Unsere alte Terrassentür bestand im unteren Drittel aus einer einfachen Holzplatte. Das war früher schick. Wenn ich heute an den Energieverlust denke, den wir dadurch jahrzehntelang hatten, kann ich nur den Kopf schütteln”, äußert sich Angela Schreiner.

Frisch gedämmt hält wärmer

Auch der Wärmebrücke am Balkon rückt Popek mit einem Verzögerungsstreifen, der unterhalb der Betonplatte angebracht wird, zu Leibe. Sechs Zentimeter Dämmstoff aus Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle sorgen nun dafür, dass die Wärmeverluste über die Balkonplatte reduziert werden. An die Fassade wird eine 14 Zentimeter starke Dämmung aus Mineralwolle angebracht. Auch hier gilt es, vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn einiges zu bedenken: So müssen das angebaute Gartenhaus, das Mülltonnenhäuschen und die Fahrradgarage vorerst weichen. Die Fallrohre am Haus werden versetzt und der neuen Mauerdicke entsprechend neu montiert. Steckdosen, Klingel, Außenlampen und Wasseranschluss müssen vorgesetzt werden. Schreiners entschließen sich, die Kellerdecke unterhalb des Wohn- und Esszimmers zu dämmen. Die Decken im Tank- und Hobbyraum werden mit zehn Zentimeter starken Dämmplatten aus Mineralwolle wie Glaswolle oder Steinwolle beklebt und verputzt. Den Effekt merkt Angela Schreiner sofort: “Nie wieder kalte Füße! Der Boden im Wohnzimmer ist jetzt richtig angenehm warm.” Das Tüpfelchen auf dem “i” ist für Hermann Schreiner die neue Solaranlage. “Jetzt kann ich allein mit der Sonnenenergie baden”, erklärt er. Die circa sechs Quadratmeter große Kollektorfläche reicht aus, um in den Sommermonaten den kompletten Bedarf an erwärmtem Brauchwasser abzudecken. Der Kessel der Heizung kann in der warmen Jahreszeit ausgeschaltet bleiben.

Fazit

Mit den Modernisierungsmaßnahmen, die nur zwei Monate dauerten, sind Schreiners voll und ganz zufrieden. “Wir hatten im Sommer 29 Grad in unserem Schlafzimmer, jetzt sind es nur noch 21 Grad”, erzählt Angela Schreiner begeistert. Generell sei das Wohlgefühl in ihrem Haus gestiegen: “Man kommt einfach rein und spürt das behagliche Wohnklima.” Einen wesentlichen Anteil daran hat die Dämmung mit Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle. Gerade an den Übergangstagen freut sich das Ehepaar im Haus über warme Wände und eine angenehme Raumtemperatur. Die Heizung, da sind die beiden sich sicher, die werden sie in diesem Jahr erst sehr spät aufdrehen. Viele Anfragen erhalten Schreiners auch aus der Nachbarschaft. “Wir machen regelrechte Hausführungen”, berichtet Angela Schreiner. Und das mit Erfolg: Die ersten Nachbarn haben sich schon zu einer energetischen Beratung entschlossen. Zufrieden ist auch Susanne Popek, die erst vor wenigen Wochen Schreiners ihren neuen Energieausweis mit den beachtlichen Werten 138,3 Kilo Wattstunde pro Quadratmeter und Jahr Endenergiebedarf und 157,1 Kilo Wattstunde pro Quadratmeter und Jahr Primärenergiebedarf überreicht hat (Einsparung von 37 Prozent im Endenergiebedarf, 36 Prozent im Primärenergiebedarf durch den Umbau des Hauses).

Doppelhaushälfte im Praxistest
Das Haus der Schreiners aus den 70er Jahren strahlt nach der energetischen Modernisierung unter Verwendung von Mineralwolle in neuem Glanz
Foto: mtc
Doppelhaushälfte im Praxistest
14 Zentimeter Dämmstoff aus Mineralwolle wie Steinwolle oder Glaswolle wurde an die Fassade der Doppelhaushälfte angebracht
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Doppelhaushälfte im Praxistest
Ehepaar Schreiner mit Blick auf das frisch mit Mineralwolle gedämmte Dach und die neue Solaranlage
Foto: mtc
Doppelhaushälfte im Praxistest
Energieberaterin Susanne Popek übergibt Angela und Hermann Schreiner den neuen Energieausweis für ihr Haus
Foto: mtc