Kosten und Nutzen abwägen

Dämmen – lohnt sich das?

Berlin, im November 2016. Der Effekt einer Dämm-Maßnahme macht sich sofort in Euro und Cent bemerkbar: Ein gedämmtes Haus braucht weniger Brennstoff, um die gleiche Innentemperatur zu erreichen wie zuvor, und das bedeutet eine spürbare Einsparung bei den Heizkosten. Allerdings kostet eine Dämmung auch Geld. Deshalb fragt sich so mancher Bauherr, ob die Investition durch die Ersparnis wieder hereinkommt.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Eine fachgerechte Dämmung mit Mineralwolle lohnt sich tatsächlich. Das muss man als Bauherr natürlich nicht unbesehen glauben, sondern man kann Kosten und Nutzen recht genau vorab berechnen – und man kann durch geschickte Planung dafür sorgen, dass sich eine Maßnahme noch schneller rechnet.

Zunächst sollte man allerdings festlegen, welche Maßnahmen überhaupt sinnvoll und möglich sind und welchen Nutzen sie bringen. In dieser Phase sind erfahrene Energieberater eine wertvolle Hilfe. Sie analysieren die energetische Situation des Hauses, identifizieren Schwachpunkte und empfehlen Maßnahmen. Ein Energieberater kann bei dieser Gelegenheit dann auch abschätzen, welche Maßnahme welche Ersparnis bringt und was sie kostet.

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Oft ergeben sich bei der Analyse eines Gebäudes mehrere Ansatzpunkte zum Energiesparen. Einige davon stellen kleinere, günstige und einfach zu erledigende Projekte dar. Dazu zählt etwa das Anbringen von Mineralwolle-Dämmschalen an Heizungsrohren oder die Dämmung der obersten Geschossdecke in einem nicht ausgebauten Dachraum. Solche Maßnahmen können sofort ausgeführt werden, meist auch in Eigenleistung, wenn der Bauherr passionierter Heimwerker ist. Sie werden damit auch sofort wirksam und spielen die sehr überschaubaren Kosten bald wieder ein.

Größere energetische Sanierungen, etwa das Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) sollte man dagegen nach Möglichkeit dann in Angriff nehmen, wenn ohnehin eine umfassende Sanierung des Hauses geplant ist – zum Beispiel großflächige Reparaturen an der Außenhülle, ein Austausch der Fenster oder das Neuverputzen bzw. ein Neuanstrich der Fassade.

Dann nämlich fallen etliche Posten auf der Rechnung für beide Maßnahmen nur einmal an: Positionen wie das Aufstellen eines Gerüsts oder Material und Arbeitszeit fürs Verputzen fallen für das Anbringen des WDVS nicht noch einmal an, sondern werden ohnehin fällig. Solche Kosten werden deshalb auch etwas salopp als Sowieso- oder Ohnehin-Kosten bezeichnet. In die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Dämmung müssen dann nur die Kosten einfließen, die allein für die energetische Verbesserung aufgewendet werden. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis verbessert sich dadurch noch einmal dramatisch.

Geldquellen anzapfen

Steht eine Investition an, die nicht aus der Portokasse bezahlt werden kann, ist das ein Problem, das sich recht einfach lösen lässt, indem man Fördergelder der öffentlichen Hand in Anspruch nimmt. Der Bund hat verschiedene Förderprogramme aufgelegt, die über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt werden, weitere Fördermöglichkeiten lassen sich bei den Ländern und zuweilen auch bei den Kommunen erschließen.

Die Unterstützung kommt beispielsweise in Form zinsgünstiger Darlehen, die zum Teil auch einen Tilgungszuschuss enthalten, sodass nicht die gesamte Kreditsumme zurückgezahlt werden muss. Ebenso ist es je nach Maßnahme möglich, Zuschüsse zu beantragen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. So oder so entlastet das Fördergeld die Haushaltskasse erheblich.

Weitere Vorteile berücksichtigen

Auch wenn man sich in erster Linie dafür interessiert, welche Ausgaben bei einer Dämmung anfallen und welche Ersparnis sich aus der Maßnahme ergibt, sollte man die weiteren Vorteile nicht außer Acht lassen, die sich ebenfalls aus der Dämmung ergeben. Dazu zählt etwa die Wertsteigerung, die das Haus durch die Dämmmaßnahme erfährt: Ein weniger energiehungriges Gebäude ist im Zweifelsfall leichter zu verkaufen oder zu vermieten, und es bringt dann auch höhere Erträge. Selbst wenn man das Haus momentan selbst nutzt, kann dieser Vorteil sehr schnell zum Tragen kommen, wenn sich die Lebensumstände unvorhergesehen ändern oder wenn man sich im Ruhestand auf einen überschaubareren Alterssitz zurückziehen möchte.

Nicht so einfach in festen Beträgen zu erfassen, aber dennoch unmittelbar präsent sind dagegen Vorteile, die eine Mineralwolle-Dämmung im Alltag bringt: Die höhere Behaglichkeit durch angenehme, stabile Temperaturen im Winter wie im Sommer zählen dazu. Aber auch das sichere Gefühl, das der durch Mineralwolle spürbar verbesserte Brandschutz erzeugt. Oder der verbesserte Schallschutz, der die Nerven der Bewohner schont. All das gibt es bei der Dämmung mit Glas- oder Steinwolle „on top“, ohne dass man einen Cent mehr ausgeben müsste.

Fotos: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V.