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Ein grünes Dach über dem Kopf

  • Ein Luftschutzbunker in Hamburg bekommt ein grünes Dach

  • Dachbegrünung spart Heizkosten, kühlt im Sommer und speichert Regenwasser

3. August 2016 – Ein Paradies entsteht mitten im Hamburger Szeneviertel St. Pauli. Mit Wildblumenwiesen, romantischen Laubengängen, Hängematten und Schaukeln. Um zu diesem Stadtgarten zu gelangen, müssen die Besucher jedoch hoch hinaus. Er wird spektakulär auf dem Dach eines alten Luftschutzbunkers angelegt. Dass dieses Projekt ausgerechnet in Hamburg entsteht, ist kein Zufall. Die Hansestadt ist Vorreiterin in Sachen Dachbegrünung.

In den Städten wird immer dichter gebaut, Grünflächen verschwinden. Das lässt „grüne Dächer zu einer attraktiven Alternative werden und schafft gleichzeitig Lebensraum für Pflanzen und Tiere”, erklärt Umweltsenator Jens Kerstan die Hamburger Gründachstrategie.

6.300 Dächer sind bereits bepflanzt, 1 Million Quadratmeter sollen noch dazu kommen. Und das lässt sich die Stadt was kosten: drei Millionen Euro Fördergelder vergibt die Behörde für Umwelt und Energie.

Die Dachbepflanzung ist aber kein reiner Selbstzweck, sondern bietet Hausbesitzern und Mietern handfeste finanzielle Vorteile: Sie spart Heizkosten, kühlt die Häuser im Sommer und speichert bei Starkregen das Wasser.

Gründach-Strategie in Hamburg, Halbherzigkeit in Berlin

Im Prinzip ist vom einfachen Rasen über niedrige Kräuterpflanzen bis zu ganzen Dachgartenlandschaften alles möglich – abhängig von Dachschräge und Statik. Schließlich wohnt nicht jeder in einem Luftschutzbunker mit 5 Meter dicken Decken. Wer spezielle Wachstumsmatten aus Mineralwolle nutzt, spart 50 Prozent Gewicht gegenüber Pflanzenerde und profitiert gleichzeitig von den dämmenden und klimatisierenden Eigenschaften.

Glüht im Sommer in den Städten der Asphalt, offenbart die Dachbegrünung noch einen weiteren Nutzen: Die Pflanzen kühlen die Luft und helfen dabei, Hitzeinseln zu vermeiden. Ein Problem, das man auch in Berlin gut kennt, aber im Gegensatz zu Hamburg nur halbherzig angeht. Dächer, Fassaden, Wände – alles soll grüner werden, ein Wettbewerb wird ausgeschrieben und eine Internetplattform gegründet. Nur Fördergelder gibt es in der Hauptstadt keine.

Mehr über den grünen Bunker auf St. Pauli erfahren Sie hier:

Hilldegarden Beiteilungungsprojekt für einen Stadtgarten auf dem Bunker

http://www.hilldegarden.org

Über die Pläne von Berlin berichtet der Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/foerderprogramm-dachbegruenung-berlin-will-gruene-daecher-gibt-aber-kein-geld/13590770.html

Weitere Informationen, Bilder und Links finden Sie auf Twitter @DerDaemmstoff unter dem Hashtag #MaxMin.

So soll der Bunker auf St. Pauli von oben aussehen. Copyright: Planungsbüro Bunker

 

Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan eröffnet im Juli 2016 das erste von der Stadt geförderte Gründach (Streit’s Haus am Jungfernstieg). Copyright: Isadora Tast

 

Schöner als grau und flach. Dieses Dach blüht in Karlsruhe. Das Parkhaus darunter ist gut versteckt. Copyright: Optigrün


Peter-Lamar-Platz_Dillingen

Aber es geht auch weniger spektakulär, dafür aber vertikal. Wie hier am Peter-Lamar-Platz in Dillingen. Copyright: Optigrün

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