Baustelle Bundestag: Bauen – Reparieren – Weiterbauen

  • Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus wird um 40.000 Quadratmeter erweitert

  • Die Bundestagsbaustelle ist kaputt: in den Keller läuft Wasser ein

6. Juli 2016 – Eigentlich sollten die Bundestagsabgeordneten im Sommer ihre neuen Berliner Büros beziehen. Doch der geplante Umzug fällt aus, die Abgeordneten können ihre Umzugskartons wieder auspacken. Das neue Bundestagsgebäude ist nämlich immer noch eine Baustelle, und die ist auch noch kaputt: in den Keller läuft langsam aber stetig Wasser ein.

4.000 Tonnen Stahl, 40.000 Kubikmeter Beton, sieben Obergeschosse, jedes so groß wie ein Fußballfeld – der Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses ist ein richtiger Koloss. Auf der Baustelle ging es zuerst gut voran: der komplette Rohbau war fertig und in den obersten Etagen begannen die Arbeiter mit dem Innenausbau und verkleideten Lüftungs- und Heizungsleitungen mit Mineralwolle. Im Keller standen bereits die ersten technischen Anlagen. Doch dann bildeten sich Pfützen, durch die 1,20 Meter dicke Betonbodenplatte sickerte Grundwasser. Ein Problem, das sich normalerweise von alleine löst: die durch das Gewicht des Gebäudes entstandenen vertikalen Risse in der Bodenplatte schließen  sich bei Wassereintritt von selbst wieder. Diese praktische „Selbstheilung“ funktioniert aber nicht bei horizontalen Rissen – wie im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Experten arbeiten zurzeit emsig an einer Lösung: Einen Teil der Bodenplatte abtragen oder die Risse auffüllen? Um den Schaden genau zu analysieren, führen sie sogar Ultraschalluntersuchungen durch. Die Arbeiter haben die technischen Anlagen sicherheitshalber wieder abgebaut. Eventuell werden sie in ein anderes Stockwerk verlegt oder in Container außerhalb des Gebäudes ausgelagert. Bis wann der Schaden repariert ist, kann noch keiner sagen.

Auf der Baustelle geht es inzwischen weiter voran. Bis Ende des Jahres sind die oberen Stockwerke fertig, die neben neuen Büroräumen auch einen Bereich für Kunstausstellungen und ein öffentliches Bistro beherbergen werden. Wann die Bundestagsabgeordneten einziehen, bleibt abzuwarten. Nächster Stichtag könnte die Bundestagswahl im Herbst 2017 sein.

Update 8. September 2016

Die Bundestagsabgeordneten müssen noch länger auf ihre neuen Büroräume warten. Denn die Reparatur der Baustelle verzögert sich erheblich. Die kaputte Bodenplatte wird nun erneuert, um weiteren Wassereintritt zu verhindern. Allein diese Arbeiten dauern bis Mai 2018. Anschließend installieren Arbeiter die kompletten technischen Anlagen im zweiten Untergeschoss neu. Voraussichtlich Ende 2020 wird der Erweiterungsbau an den Bundestag übergeben. Damit wird das Gebäude acht Jahre später fertig als ursprünglich geplant. Aber daran ist man ja in Berlin gewöhnt.

Weitere Informationen, Bilder und Links finden Sie auf Twitter @DerDaemmstoff unter dem Hashtag #MaxMin.
Juli 2016

Spatenstich für den Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Oktober 2010 (v. Links): Dr. Peter Ramsauer, damaliger Minister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Rita Ruoff-Breuer, damalige Präsidentin Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Dr. h. c. Wolfgang Thierse, damaliger Bundestagsvizepräsident, und Stephan Braunfels, Architekt.

Spatenstich für den Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Oktober 2010 (v. Links): Dr. Peter Ramsauer, damaliger Minister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Rita Ruoff-Breuer, damalige Präsidentin Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Dr. h. c. Wolfgang Thierse, damaliger Bundestagsvizepräsident, und Stephan Braunfels, Architekt.

 

40 Meter ragt der Turm des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in den Himmel. Foto: BBR/Fotograf: Andreas Meichsner

40 Meter ragt der Turm des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in den Himmel. Foto: BBR/Fotograf: Andreas Meichsner

 

Der Rohbau wächst langsam aber stetig. Foto: BBR/Fotograf: Andreas Meichsner

Der Rohbau wächst langsam aber stetig. Foto: BBR/Fotograf: Andreas Meichsner

 

Direkt an der Spree: Der Rohbau ist fertig.

Direkt an der Spree: Der Rohbau ist fertig.