NACHHALTIGKEIT

 

Mit Mineralwolle nachhaltig dämmen

Den Abbau endlicher Ressourcen zu begrenzen, die Umwelt auch für kommende Generationen zu erhalten, nicht mehr zu verbrauchen, als später wieder bereitgestellt werden kann – das ist Nachhaltigkeit. Mineralwolle wird nachhaltig produziert, benötigt dabei nur einen Bruchteil der Energie, die sie später einzusparen hilft, und sie verhindert den unnötigen Verbrauch wertvoller Rohstoffe.

Dämmstoffe können aus sehr unterschiedlichen Materialien hergestellt werden: aus mineralischen Stoffen, aus Pflanzen- oder Tierfasern oder aus Erdöl. Zur Produktion von Mineralwolle braucht man lediglich das, was überall im Überfluss und praktisch unbegrenzt zur Verfügung steht: Die wesentlichen Bestandteile sind Sand, Kalkstein, Basalt, Dolomit, Diabas und andere Mineralien.

Dazu kommt Altglas, wie es täglich tonnenweise eingesammelt wird. Und schließlich werden weitere Materialien wiederverwertet: Produktionsreste und Abschnitte von der Verwendung auf dem Bau gehören dazu. Sie können ebenfalls recycelt werden und lassen sich ohne Abstriche an die Qualität wieder zu neuer Mineralwolle verarbeiten.

Der Anteil an organischen Rohstoffen ist dagegen gering. Zusätze zur Staubbindung oder Stabilisierung der Struktur des Dämmstoffs machen nur 2,5 bis zu 6 Prozent aus. Dazu werden teilweise bereits nachwachsende Rohstoffe eingesetzt.

Zur Herstellung von Glas- und Steinwolle wird natürlich auch Energie eingesetzt. Man kann sie recht genau beziffern, indem man die für Transport und Herstellungsprozesse benötigte Primärenergie betrachtet, also Erdöl, Kohle, Gas oder regenerative Energieträger. Dem gegenüber steht jedoch die große Menge an Primärenergie, die durch den Einsatz von Mineralwolle-Dämmstoffen eingespart wird.

In deutschen Privathäusern wird der überwiegende Teil der eingesetzten Energie für die Raumheizung verwendet. Ein Teil davon entweicht durch die Außenwände in die Umwelt oder durch Trennwände und Geschossdecken in ungenutzte Bereiche des Hauses. Wie groß der Anteil der ungenutzt entweichenden Wärme ist, hängt davon ab, wie viel Wärme die betreffenden Bauteile durchlassen. Dabei gilt: Je besser gedämmt ein Bauteil ist, desto schlechter leitet es Wärme und desto mehr trägt die Dämmung zur Energieeinsparung bei. Da Mineralwolle bei fachgerechtem Einbau viele Jahrzehnte lang unvermindert wirksam bleibt, hilft sie in dieser Zeit große Mengen Energie zu sparen. Die für die Produktion eingesetzte Energiemenge kann eine Mineralwolle-Dämmung bereits innerhalb weniger Monate einsparen. Nach einigen Jahrzehnten lässt sich so ohne weiteres ein Vielfaches der Energiemenge einsparen, die bei der Herstellung benötigt wurde.

Ähnlich sieht es übrigens bei den Emissionen aus: Die Abgabe von CO2 während der Produktion ist bereits nach einigen Wochen ausgeglichen. Dieses Verhältnis zwischen eingesetzter Energie und den Emissionen bei der Herstellung einerseits und eingesparter Energie und der Verhinderung von Emissionen im eingebauten Zustand andererseits ist ein wichtiges Merkmal für die Nachhaltigkeit von Mineralwolle-Dämmstoffen.

INFOBOX

So entsteht Mineralwolle

Die Rohstoffe für Mineralwolle stammen nicht aus wenigen weit entfernten Lagerstätten, wo sie technisch aufwendig geborgen werden müssen, sondern sie sind in der Regel flächendeckend und ganz in der Nähe der Produktionsstätten verfügbar – der Aufwand für den Transport ist ebenso gering wie die dafür benötigte Energie. Kalkstein, Feldspat, Dolomit, Basalt und Diabas für die Herstellung von Steinwolle beispielsweise kann an der Erdoberfläche gewonnen werden. Die etwa 80 Prozent Altglas, aus denen Glaswolle besteht, stammen aus bundesweit verteilten Sammelstellen und sind ebenso leicht zu beschaffen wie der außerdem benötigte Sand.

Diese Rohstoffe schmilzt man bei einer Temperatur von 1400 bis 1500 °C ein. An diesem Punkt wird während des Herstellungsprozesses die meiste Energie benötigt. Das flüssige Material wird dann auf unterschiedliche Weise zur weichen, luftigen Wolle versponnen. Das kann durch Ausblasen oder Ziehen geschehen, aber auch durch Schleudern, wie man es bei der Herstellung von Zuckerwatte kennt.

Damit stabile, formbeständige Produkte entstehen, wird anschließend ein Bindemittel auf die frisch hergestellte Mineralwolle gesprüht, das anschließend bei einer Temperatur von 250 °C aushärtet. Nun lässt sich die Stein- oder Glaswolle je nach beabsichtigtem Verwendungszweck in verschiedene Formate schneiden. Der dabei anfallende Verschnitt wird als Rohstoff wieder in den Produktionsprozess gegeben und auf diese Weise sofort recycelt.

Ein Ziel bei der Optimierung der Herstellungsprozesse besteht übrigens darin, den Anteil an Recycling-Materialien kontinuierlich zu erhöhen. Das ist deshalb wichtig, weil damit der Energiebedarf bei der Produktion gesenkt werden kann. Das spart nicht nur Kosten, sondern verbessert auch die Ökobilanz von Mineralwolle-Produkten im gleichen Maß.